Kindergarten zieht in die Schule

Einiges hatten sich die Männer einfacher vorgestellt. Niemand konnte zum Beispiel ahnen, dass hinter den Einbauschränken in zwei ehemaligen Klassenzimmern unverputztes Mauerwerk zum Vorschein kommt. „Unsere beiden Maurer haben tolle Arbeit geleistet und in kürzester Zeit Rauhputz und Feinputz aufgetragen“, sagt stellvertretender Bauhofleiter Markus Kirzdörfer.

Zwei Schreiner

Dennoch haben diese zusätzlichen Arbeiten das gesamte Team, das in weiser Voraussicht schon vorgearbeitet hatte, wieder zurückgeworfen. Auch die zwei Schreiner des Bauhofs haben viel zu tun. Sie machen Trennwände aus Spanplatten in die großen Klassenzimmer. Die dabei entstehenden kleineren Räume werden – je nachdem, ob eine Kleinkind- oder eine Kindergartengruppe einzieht – zum Wickeln und Schlafen genutzt oder für gezielte Fördermaßnahmen mit einzelnen Mädchen und Jungen verwendet.

Ältere Möbel aussortiert

Der vorübergehende städtische Kindergarten entsteht in vier Klassenzimmern des Gebäudetrakts entlang der Engen Gasse. Dadurch muss auch innerhalb der Dr.-Heinrich-Stromer-Grundschule umgezogen werden. Bei der Gelegenheit seien ältere Möbel gleich aussortiert worden, so Kirzdörfer. Nur Förderlehrerin Ingeborg Fuchs bleibt mit ihrem Zimmer quasi inmitten des Kindergartens. Und auch das Stadtarchiv bleibt in diesem Trakt, bekommt aber eine Abtrennung an das Treppenhaus, damit die kleinen Kinder nicht die lange Treppe in das Untergeschoss stürzen können.

Das Religionszimmer der Grundschule, das meist von Rektorin Gabriele Appl genutzt wird, befindet sich im neuen Schuljahr im Erdgeschoss der benachbarten Mittelschule. Neben den Gruppenräumen für die Bären-, Marienkäfer-, Maulwurf- und Mäuse-Kinder entstehen auch Funktionsräume. Aus dem früheren Kartenraum der Grundschule wurde inzwischen das Büro von Kindergartenleiterin Annemarie Förster.

Unter dem Treppenhaus

Die Landkarten und Schulbücher werden nun unter dem Treppenhaus gelagert. Dort baute der Bauhof einen kleinen, abgeschlossenen Raum ein. Ein bisheriger Garderobenraum wird durch Zwischenwand und Tür vom Flur abgetrennt; dort entsteht ein kleines Zimmer, das zum Beispiel ein Logopäde für die Förderung einzelner Kinder nutzen kann. Mitte der Woche waren neun Mitarbeiter des Bauhofs in Kindergarten und Grundschule eingesetzt. Während Maurer und Schreiner im Schulhaus arbeiteten, waren die Anderen beim Umzug behilflich und transportierten sperrige Möbelstücke von einem Haus in das nächste. Natürlich bleiben auch die anderen Aufgaben des Bauhofs deswegen nicht liegen.

Die Werkstatt sei noch besetzt, und auch das Gärtner-Team sei in der Gemeinde im Einsatz, um nötige Mäharbeiten durchzuführen, erklärt Kirzdörfer. Der künftige Haupteingang des städtischen Kindergartens ist oberhalb der Grundschulaula im Bereich des oberen Pausenhofes zu finden. Auch ein neuer Notausgang wird geschaffen. Dazu wird im ersten Stock ein Heizkörper abgeklemmt. Aus einem Fenster zum Pausenhof wird eine Tür, die über eine Gerüsttreppe ins Freie führt.

Ausweichquartier

Während der Sommerferien wird in der Dr.-Heinrich-Stromer-Grundschule alles so aufbereitet, dass die Kinder ab 30. August auch im Ausweichquartier in der gewohnt fürsorglichen Weise betreut werden können, erklärt Bürgermeister Joachim Neuß auf der Internetseite der Stadt. Durch die hohe Kooperationsbereitschaft der Grund- und Mittelschule sei diese nahezu ideale Alternative möglich geworden, so dass die Kinder nicht in einem Container-Kindergarten untergebracht werden müssen. „Dieser Bereich wurde in den letzten Wochen durch unser Team vom Bauhof räumlich von der Schule abgetrennt und verfügt über einen seperaten Eingang und einen eigenen Spielbereich am Pausenhof der Grundschule.“

Damit seien die bestmöglichen Voraussetzungen für die Betreuung der kleinsten Bürger und die Vermeidung von Umständen für die Eltern während der Bauphase geschaffen worden. Allerdings sei keine Planung so gut wie die praktische Erfahrung: Sollten dennoch Verbesserungsbedarf erkennen, ist die Stadtverwaltung für Hinweise dankbar und bittet darum, die Betreuerinnen entsprechend zu informieren. Die Sanierungsarbeiten am Kindergarten werden zeitnah aufgenommen und sind laut Neuß exakt geplant, sodass die Stadt von einer Bauzeit von zwölf Monaten ausgehen könne.

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