Kein hochklassiger Damen-Basketball mehr

„Wir hatten schon seit Jahren Personalprobleme“, erklärt Christina Glaser, die als dienstälteste Spielerin schon in den Jugendklassen dabei war. „Manchmal hatten wir Mühe, wenigstens zu sechst anzutreten. Das war schon in der Regionalliga so und wurde nach dem Abstieg in die Bayernliga nicht besser.“ Ein Nachwuchs-Bereich als Basis sei ohnehin schon verloren gegangen, und dann habe sich auch noch die nicht ganz so leistungsorientierte zweite Mannschaft aufgelöst.

Somit gab es auch keine vernünftige Grundlage mehr für die aufwendige Arbeit des in Weiden lebenden Trainers Roman Lang. „Wir waren in den letzten Jahren schon immer ein Studentinnen-Team, aber auch aus dieser Richtung kamen jetzt nicht mehr genug Neuzugänge“, sagt die 26-jährige Glaser, die nach ihrem mittlerweile dritten Kreuzbandriss auch selbst nicht mehr als Spielerin in Frage kam.

Spielerdecke zu dünn

BBC-Vorsitzender Thomas Dressel bestätigt die dünne Spielerdecke als Grund für den Rückzug: „Man muss ja während einer Saison schon relativ früh entscheiden, ob man für die nächste meldet. Im Herbst gab es jetzt sogar ein paar Anfragen von Spielerinnen, aber das war dafür zu spät.“ Und mit einer Besetzung für den ersten Spieltag sei es ja auch nicht getan: „Sechs oder sieben Spielerinnen reichen sicher nicht, um den Spielbetrieb einer ganzen Saison zu garantieren.“

Warum die Damen von der Basketball-Begeisterung in der Region offenbar überhaupt nicht profitiert haben, kann auch der Vorsitzende nur vermuten: „Im Bamberger Raum gibt es mit dem SC Kemmern einen Verein, der sich ganz auf den weiblichen Bereich konzentriert. Das haben wir in unserer Region nicht.“ Entsprechend schwerer sei hier der Stand gegenüber der Konkurrenz, beispielsweise bei der Vergabe von Trainingszeiten.

Eine U13 im Spielbetrieb

Trotz allem will man sich beim BBC aber nicht dauerhaft mit dem Fehlen weiblicher Mannschaften abfinden. „Christina Glaser baut im Nachwuchsbereich etwas auf“, berichtet Dressel. „Am Anfang hatte sie drei Mädels, dann eine Mannschaft und jetzt nimmt erstmals seit langer Zeit wieder eine weibliche U13 am Spielbetrieb teil.“

Die Tochter des Nachwuchstrainers Uwe Glaser, der bei den Young Heroes für das U-16-Team in der JBBL zuständig ist, nimmt diese Aufgabe trotz aller Enttäuschungen am Ende ihrer aktiven Laufbahn nun als einziger weiblicher Trainer im Verein mit ungebrochenem Eifer in Angriff: „Im nächsten Jahr haben wir dann hoffentlich auch schon eine U15.“

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