Jugendorchester: Armin Müller dirigiert

Herr Müller, wie sind Sie auf das Jugendblasorchester Bad Berneck aufmerksam geworden?

Müller: Durch die Stellenanzeige, die ich auf einer Blasmusik-Plattform im Internet gelesen habe. Ich war schon eine Zeit lang aktiv auf der Suche nach einer neuen interessanten Herausforderung. Nachdem mein Vorgänger Andreas Hein das Orchester seit der Gründung im Jahr 2002 bis zum Sommer 2016 geleitet hat, sind die Fußstapfen, in die ich nun trete, freilich groß.

Zu Ihrer Vita, an welchen Stationen konnten Sie selbst schon Erfahrungen sammeln?

Müller: Schon während meiner Studienzeit habe ich einen ersten Gesangverein gleitet, in den Jahren 2000 und 2001 war ich in Gefrees engagiert. 2011 bin ich dann auf meine aktuelle Arbeitsstelle in Bamberg gewechselt. Seitdem habe ich mich in Chor- und Orchesterleitung weitergebildet und mehrere Meisterkurse im Chor- und Orchester dirigieren belegt, unter anderem bei Generalmusikdirektor Georg Christoph Sandmann in Zwickau und beim Dirigenten und Hochschullehrer Hans-Georg Rademann in Dresden. Als Orchestertrompeter und Chorsänger habe ich auch schon mit vielen anderen namhaften Dirigenten zusammengearbeitet. Zwischen 2011 und 2014 durfte ich aber auch schon einmal ein kleines aber feines Blasorchester in Mittelfranken leiten. In den Jahren 2013 und 2014 war ich dann Schüler in einer Dirigierklasse von Professor Gernot Schulz in Berlin und im Jahr 2015 habe ich die Internationale Meisterklasse für Blasorchesterleitung in Schladming besucht.

Was ist die besondere Herausforderung eines Jugendblasorchesters?

Müller: Letztlich habe ich die Hauptaufgabe, die Musiker zu motivieren. Denn sie opfern für das Orchester schließlich ihre Freizeit. Man hat aber auch die musikalische Leitung, gibt die Richtung vor. Der musikalische Leiter ist aber auch ein Stück weit Pädagoge und Erzieher. Das ist sicher bei der Arbeit mit jungen Menschen besonders wichtig. Sie bringen hin und wieder auch außermusikalische Probleme mit und man übernimmt dann auch gerne die Rolle des Kummerkastens.

Wie oft sind Sie also in Bad Berneck und wann werden Sie die Bad Bernecker erstmals in Aktion erleben?

Müller: Wer möchte, kann mich jeden Donnerstag bei Probe erleben. Auf der Bühne dann erstmals beim Neujahrskonzert am 29. Januar im Eventzio. Den kleinen Auftritt im Rahmen des Weihnachtsmarktes wird Jasmin Panzer leiten, die zuletzt in der Überbrückungszeit die Proben geleitet hat und auch weiter meine Stellvertreterin sein wird. Denn dafür ist meine Anreise aus Bamberg nicht notwendig.

Wie würden Sie sich als Dirigent beschreiben, was erwartet die Aktiven?

Müller: Ich habe klare musikalische Vorstellungen und bin bereit dafür zu arbeiten. Das erwarte sich dann auch von jedem einzelnen Musiker. Insgesamt wurde ich mich als gleichermaßen konsequent, kooperativ und kompromissfähig bezeichnen. Das Motto könnte man vielleicht so umschreiben: Mit frischem Wind in den Segeln, die erfolgreiche Fahrt fortsetzen.

Auf was legen Sie besonderen Wert?

Müller: Auf pünktlichen Probenbeginn – ich versuche hier ein Vorbild zu sein und ab und zu gelingt mir das sogar (lacht). Aber auch auf konzentrierte , effektive Probenarbeit. Am Ende jeder Probe soll ein musikalischer Mehrwert, also ein Fortschritt erkennbar sein. Wichtig ist mir Harmonie im Klang und in der Zusammenarbeit.

Werden Sie Ihre anderen Engagements weiterführen?

Müller: Ja! Ich leite neben dem Jugendblasorchester noch drei Gesangvereine in Ober- und Unterfranken. Vier Probenabende pro Woche sind zwar viel und manchmal auch anstrengend, Ich ich mag die verschiedenen musikalischen Herausforderungen.

Und was macht der Dirigent Armin Müller am liebsten, wenn mal keine Probe ist?

Müller: Ich bin gerne draußen in der Natur. Wandern und Radfahren, gerne auch mit Zwischenstopp auf einem Bierkeller. Das ist ja fränkische Kultur. Ich spiele aber auch Schach in einer Turniermannschaft. Ich spiele aber auch Trompete, wenn es mir terminlich möglich ist. Und ich reise gerne, alleine oder in musikalischer Gesellschaft. Mit einem Blasorchester war ich auch schon in den USA. So war es für mich auch ein Entscheidungskriterium für das Jugendblasorchester, dass dieses jedes Jahr in den Pfingstferien eine Orchesterreise unternimmt, so 2017 nach Südengland. Den Termin habe ich im Kalender sofort geblockt. Ich gehe aber auch ein zweimal im Jahr zum Eishockey nach Selb und verfolge mit Interesse die Spiele der Brose Baskets. Ich freue mich aber auch, dass Bayreuth inzwischen sehr viel besser dasteht, als zuletzt.

Auf was freuen Sie sich bei Ihrer neuen Tätigkeit am meisten?

Müller: Ganz einfach auf die neue musikalische Herausforderungen, auf die Probenarbeit und auch auf tolle Konzerterlebnisse als Lohn für die gemeinsame Arbeit mit dem Orchester. Aber auch auf viele anstehende Konzertreisen und auf gute Gemeinschaft und interessante Kontakte. Und nicht zuletzt auf ein Stück Heimat. Schließlich bin ich im Fichtelgebirge geboren und aufgewachsen. Das Jugendblasorchester bringt mich mit meiner Heimat wieder etwa weiter zusammen.

Nicht bewertet

Anzeige