Immer mehr Raser in Bayern

Die Zahl der tödlichen Unfälle auf Bayerns Straßen verharrt auf hohem Niveau. Von Januar bis März kamen im Freistaat 113 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, wie das Landesamt für Statistik am Montag in Fürth laut vorläufigen Zahlen mitteilte. Dies war ein Toter weniger als im Vorjahreszeitraum.

Keine Trendwende gibt es auch bei Rasern - im Gegenteil: Die Zahl der Verstöße beim Mindestabstand ist im Jahr 2016 um zwölf Prozent angestiegen, wie aus der am Montag veröffentlichten Jahresstatistik des Bayerischen Polizeiverwaltungsamtes (PVA) hervorgeht.

Weit über Bundesdurchschnitt

Ein Rückgang der tödlichen Unfälle zeichnet sich damit zum Jahresbeginn nicht ab. 2016 waren die Zahlen in Bayern sogar gestiegen, während sie deutschlandweit zurückgingen. Mit 48 Toten je Million Einwohner lag der Freistaat denn auch weit über dem Bundesschnitt.

Der bisher schwerste Unfall 2017 geschah bereits in der ersten Nacht des Jahres: Auf der Autobahn 7 im Unterallgäu starben bei einer Massenkarambolage sechs Menschen. Bei dichtem Nebel waren am 1. Januar nahe Bad Grönenbach drei Lastwagen und neun Autos zusammengestoßen. Vor allem deshalb weist das Unterallgäu nach dem ersten Quartal die höchste Zahl an Verkehrstoten auf.

Die Gesamtzahl der Unfälle im Freistaat stieg erneut an. Das Landesamt für Statistik zählte insgesamt 90.547, das entspricht einem Anstieg um 2,0 Prozent. Die Zahl der Verletzten ging dagegen spürbar zurück - von 13.565 auf 12,634.

Schwerpunkt Oberbayern

Schwerpunkt der Unfälle bleibt Oberbayern. Mehr als ein Drittel der 9378 Crashs mit Personenschäden geschahen hier. In der Oberpfalz waren es im gleichen Zeitraum 721 - der niedrigste Wert aller bayerischen Regierungsbezirke.

Als Hauptursache bei schweren Verkehrsunfällen gilt nach wie vor zu hohe Geschwindigkeit, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag verdeutlichte. Im vergangenen Jahr sei ein Drittel der tödlichen Unfälle auf Raser zurückzuführen gewesen. „Nur wenige Stundenkilometer zu viel können oft den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten“, sagte Herrmann.

Im Kampf gegen Raser-Unfälle hat die Polizei die Kontrollen erhöht. „Solange noch so viele unbelehrbare Verkehrsrowdys auf Bayerns Straßen unterwegs sind, bleibt uns nichts anderen übrig“, sagte Herrmann. Den unehrenhaften Titel „Geschwindigkeitsrowdy 2016“ bekam ein Autofahrer, der bei erlaubten 100 Stundenkilometern mit Tempo 232 geblitzt wurde. Er musste für drei Monate den Führerschein abgeben und 1200 Euro zahlen. „Absolut wahnsinnig“, findet der Minister.

Fahrverbote unerlässlich

Mit Aufklärung alleine ließen sich viele Autofahrer leider nicht zum Umdenken bewegen, sagte PVA-Präsident Timo Payer in Straubing. „Geldbußen und manchmal sogar Fahrverbote sind unerlässlich, um den Verkehrssündern deutlich zu machen, dass sie das eigene Leben und das anderer aufs Spiel setzen.“

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