Im Visier: Obst und Menschen

Für Günter Dörfler, den Vorsitzenden des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege, ist der Wettbewerb ein Herzstück der Arbeit eines Kreisfachberaters. So nah dran an den Menschen vor Ort ist man selten. Und auch Hübner resümiert: „Es geht hier bei der Bewertung nicht um Geranienkübel, es geht um das große Ganze im Dorf.“ Ein Wettbewerb, der auch wichtige Impulse geben kann, sagt er. Gegen Leerstände in den Orten, gegen unschöne Entwicklungen. Im Gespräch lassen sich Schwerpunkte setzen.

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Und welche setzt Oliver Rendl, wenn Hubert Adam im Oktober aus dem Amt scheidet? Der 33-Jährige lebt zusammen mit seiner Frau und den zwei Töchtern in Aufseß. Nach der Ausbildung zum Gärtner und dem Gartenbaustudium in Weihenstephan hat er sich einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb aufgebaut. Das Geschäft, das er jetzt aufgibt, floriert. Zwei Aufträge werden noch abgearbeitet. Dann ist Schluss.

Rendl freut sich auf seine neue Aufgabe. Vor allem darauf, dass er seinen einstigen Schwerpunkt aus der Studienzeit, den Obstbau, wieder in den Mittelpunkt stellen darf. „Ich finde es wichtig, dass die Leute wieder Obst im Garten haben,“ sagt er. Und diese Freude an selbst gezogenen Lebensmitteln möchte er in seiner Arbeit auch stärken, „die Wertschätzung schon bei Kindern entwickeln.“ Rendl erinnert sich. Schon in seiner Grundschule gab es ein Gemüsebeet für die Kinder. Damals bereits erwachte in ihm die Begeisterung dafür.  „Und das möchte ich auch den Menschen vermitteln, die Freude am naturnahen, umweltbewussten Gärtnern.“

Ohne Chemie

Schwer tut er sich mit chemischem Pflanzenschutz. „Im Haus- und Kleingarten eigentlich unnötig,“ sagt er. „Vor allem, weil viele Leute meinen: Viel hilft auch viel. Und dann kann es kritisch für die eigene Gesundheit werden.“ Im Erwerbsbau sehe das anders aus, sagt Rendl. Um vorbeugend Pflanzenschutz zu betreiben, müsse man sich allerdings auskennen. „Schon die richtige Sortenwahl bei den Bäumen oder der richtige Schnitt sind hier wichtig.“ Und wenn sich dann mal Schädlinge einstellen, lohne sich das genau Hinschauen, ob es saugende Insekten sind, die hier ihr Unwesen treiben, oder anderes. „Da muss man dann schon manchmal die Lupe zur Hand nehmen.“

Gartenpflegerkurse bleiben

Festhalten will Rendl an einem bewährten Instrument der Ausbildung, den Gartenpflegerkursen im Kreisgarten in Glashütten. Sie seien gut geeignet um Multiplikatoren für die Gartenbauvereine auszubilden. Und auch auf die Nachwuchsarbeit in den Vereinen möchte Rendl ein Augenmerk legen. Und auf die Streuobstwiesen. Deren Schutz liegt ihm ganz besonders am Herzen, hat er doch auch seine Diplomarbeit dem Thema gewidmet. Der Schwund in den letzten Jahren sei enorm gewesen, berichtet er. Viele alte Bäume seien in sich zusammengebrochen, viele Bestände würden nicht mehr gepflegt. Gegensteuern könne man mit der Ausbildung zum Baumwart, wie sie auch Rendl in Triesdorf durchlaufen hat. Ein Jahr mit Obstbäumen sozusagen. Von der Blüte bis zur Ernte. Mit allen Arbeiten, die dann anfallen. „Baumwarte haben sich früher um den Obstbaumbestand in einer Gemeinde gekümmert,“ sagt er. Solche Kurse will er anbieten, „weil die Leute, die sich früher damit auskannten, nicht mehr da sind.“  Und andererseits fachliche Beratung den Städten und Gemeinden, wenn neue Verkehrsinseln angelegt werden oder Dorfplätze, wenn Kindergärten im Außenbereich umgestaltet werden, und so weiter. „Man sieht so viele Negativbeispiele. Oft lässt sich mit kleinen Änderungen ganz viel positives erreichen,“ ist er überzeugt.

     

      

Nicht bewertet

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