Im Playoff-Rhythmus: Medi in Oldenburg

Zu einem Test unter Playoff-Bedingungen passt auch der Erfolgsdruck, unter dem der Gegner steht. Schließlich hatte zu Saisonbeginn wohl kaum jemand daran gezweifelt, dass der Tabellenzweite der vergangenen Saison (damals 1:3 gegen Ulm) auch diesmal zu den sicheren Playoff-Teilnehmern gehören würde. Doch nach der 61:78-Niederlage am Mittwoch beim direkten Konkurrenten in Gießen und dem tags darauf folgenden Sieg der Riesen Ludwigsburg gegen die Eisbären Bremerhaven (81:78) liegen die Oldenburger als Schlusslicht im direkten Dreiervergleich eines nunmehr punktgleichen Trios plötzlich nur noch auf Platz neun.

Gastgeber im Kampf um Playoffs unter Druck

Wenn der Deutsche Meister von 2009, Vizemeister von 2013 und Pokalsieger des Jahres 2015 an dieser herben Enttäuschung noch etwas ändern will, gehört ein Sieg gegen Bayreuth für ihn fast schon zum Pflichtprogramm. Diese Partie markiert nämlich bereits am viertletzten Spieltag das letzte Heimspiel für das Team von Trainer Mladen Drijencic. Danach folgen nur noch drei Auswärtsaufgaben in München, Jena und Bonn, in denen mehr als ein Sieg schon als Überraschung zu werten wäre. Diese Einschätzung wird durch den deutlichen Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsbilanz noch unterstrichen: Auf eigenem Parkett haben die Oldenburger nur vier Mal verloren (gegen das Spitzentrio und 82:84 gegen Gießen), aber ihre Ausbeute in fremden Hallen ist mit 8:18 Punkten die schwächste aller Mannschaften auf den ersten zehn Plätzen.

Kaum Zeit für Vorbereitung

„Die Oldenburger haben zweifellos genug Qualität, um mit diesem Druck umgehen zu können“, sagt Medi-Trainer Raoul Korner. „Und für uns ist das ein guter Test, wie wir unter solchen Vorzeichen bestehen.“ Als gewisse Playoff-Einstimmung betrachtet er die Partie auch wegen der kurzen Vorbereitungszeit, die durch die weite Fahrt noch zusätzlich reduziert wird und kaum mehr als theoretische Einstellung auf den Gegner zulässt: „Hauptsächlich geht es in der Zwischenzeit darum, das Spiel vom Mittwoch und die Busfahrt aus den Beinen zu bekommen – eher Regeneration als gezielte Vorbereitung.“

Ganz besonders gilt das für Kyan Anderson und Robin Amaize, die angeschlagen ins Spiel gegen Frankfurt gegangen waren und dann mit starken Leistungen länger auf dem Platz standen als vorgesehen: „Verbessert hat sich ihr Zustand dadurch natürlich nicht, aber sie haben es gut überstanden“, sagt Korner. „Zudem haben wir mit Kevin Schneider einen sehr guten Physiotherapeuten, der das sicher auch diesmal wieder hinbekommen wird.“

Nicht bewertet

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