Ice Dogs schnuppern Oberliga-Luft

Ganze 13 Sekunden standen in der Verlängerung noch auf der Uhr, als Spielertrainer Florian Müller den Puck zum entscheidenden 6:5 einnetzte. Auf Knien und mit erhobenem Schläger rutschte er anschließend über das Eis. Ein Bild, das eindrucksvoll verdeutlichte, wie groß die Erleichterung für ihn war. Nebenan verschmolz die Mannschaft zu einem einzigen Jubel-Knäuel und versinnbildlichte damit, dass sie eine eingeschworene Gemeinschaft darstellt, die so schnell nicht aufgibt. Marco Zimmer, der hinter den Kulissen viel Arbeit in die Mannschaft investiert hat, genoss den Erfolg still an der Bande.

Erst am nächsten Tag konnte der Coach das Geschehen so richtig einordnen: „Wenn man sich an unseren holprigen Start erinnert mit der schnellen Trainerentlassung und dem Zweifel vieler Fans, ob wir überhaupt bayernligatauglich sind, wenn man bedenkt, wie wir in vermeintlich einfachen Begegnungen Punkte verschenkt haben und wenn man dann ausgerechnet im schwersten Saisonspiel nach einem 0:2-Rückstand einen solchen Erfolg feiert, dann kann man keinen besseren Krimi schreiben“, bilanzierte Florian Müller.

Der Erfolg sei ungemein wichtig für die Truppe, die jetzt in der Verzahnung mit der Oberliga befreit aufspielen und den treuen Zuschauern so noch einige Schmankerln bieten könne, etwa ein Franken-Derby mit dem Höchstadter EC. Etwas Oberliga-Luft will man dabei schon schnuppern, Aufstiegsambitionen hat aber freilich niemand. Vielmehr will man sich achtbar aus der Affäre ziehen und dabei durchaus schon an die nächste Saison denken. Florian Müller: „Es bekommen jetzt auch Spieler wie Sven Adler oder Neuzugang Robin Niedermeier verstärkt Eiszeit, um sie näher an das Mannschaftsgefüge heranzuführen.“ Und auch die Verletzten wie Torwart Maximilian Müller, der am Dienstag operiert wird, oder Sergej Hausauer, der in der Endphase gegen Dorfen übel gefoult wurde und einen Cut im Gesicht erlitt, haben nunmehr Zeit, ihre Blessuren auszukurieren.

Natürlich waren auch die äußeren Umstände dieses Spiels Gesprächsthema. Der Coach: „Ich habe schon viel erlebt, etwa ein Spiel in Weiden, das erst nachts um 23.30 Uhr angepfiffen worden ist, aber noch nie eine solche Schnee-Schlacht.“ Zuschauer reihen das Match schon unter die Top-Spiele des EVP ein, vergleichbar mit der Partie gegen die SG Nürnberg vor 2500 Zuschauern, als Pegnitz mit 7:0 führte, um dann doch noch zu verlieren, oder das bis zuletzt völlig offene Aufstiegsfinale gegen Fürstenfeldbruck. Einer der wenigen, die selbst noch nach dem 0:2-Rückstand unverdrossen an seine Ice Dogs geglaubt hat, war Fan Michael Bursee: „Der Schlapp’n-Wirt hatte außer der Reihe geöffnet. Als ich mich dort auf dem Weg ins Stadion mit einem Seidla gestärkt habe, habe ich gespürt, dass wir heute gewinnen.“

Spielplan des EV Pegnitz

Freitag, 20. Januar, 19 Uhr: EHV Schönheide 09 – EVP.

Sonntag, 22. Januar, 17.30 Uhr: EVP – ECDC Memmingen

Freitag, 27. Januar, 19.30 Uhr: EVP – ESC Dorfen

Sonntag, 29. Januar, 18 Uhr: Höchstadter EC – EVP.

Freitag, 3. Februar, 19.30 Uhr: EVP – TSV Peißenberg.

Sonntag, 5. Februar, 17 Uhr: TSV Peißenberg – EVP.

Freitag, 10. Februar, 19.30 Uhr: EVP – EHV Schönheide 09.

Sonntag, 12. Februar, 18.30 Uhr: ECDC Memmingen – EVP.

Freitag, 17. Februar, 20 Uhr: ESC Dorfen – EVP.

Sonntag, 19. Februar, 17 Uhr: EVP – Höchstadter EC.

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