Hotel Fantaisie: Ein Denkmal verfällt

Seit zwei Jahren steht das Hotel im Internet für 500.000 Euro zum Verkauf. Und Lugert wundert sich: Gerade wenn man etwas verkaufen will, dann sehe man doch zu, dass es etwas her mache. Lugert wohnt neben dem Hotel. "Wenigstens einen Gärtner könnte man mal schicken", findet sie. Denn während sie früher auf gepflegte Terrassen, Steinmauern und Obstwiesen geblickt habe, sei da heute nur noch Busch. Brigitte Lugerts Bilder finden Sie am Ende des Textes.

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Von Beruf ist Lugert Innenarchitektin. Sie glaubt zu wissen, dass zwei Jahre des Leerstands auch im Inneren des Hotels "beträchtliche Schäden" verursacht haben. Die Eckersdorfer Bürgermeisterin sagt, sie habe das Haus bereits einigen Interessenten gezeigt. Aber nach einer Besichtigung seien bislang alle wegen des Sanierungsbedarfs abgesprungen.

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Beim zuständigen Immobilienmakler sieht man das anders. "Zum Zustand des Hotels ist nur soviel zu sagen, dass das Hotel keine großen Schäden aufweist", sagt Peter Vogt, Geschäftsführer von Artus Immobilien in Bayreuth, der das Hotel für die Brauerei Maisel verkaufen soll. Die Brauerei ist Eigentümerin und will sich zum Zustand des Hauses nicht äußern.

"Sehr zuversichtlich" dass das Hotel bald verkauft wird

Allerdings: Beide, sowohl die Brauerei als auch Vogt, geben sich zuversichtlich, dass es mit dem Verkauf bald klappt. Maisel-Sprecherin Eva Ploß zeigt sich "sehr zuversichtlich", und Vogt spricht von einem Verkauf "in naher Zukunft". Brigitte Lugert will daran nicht glauben. Im ersten Jahr habe sie noch den ein oder anderen Interessenten vor dem Haus gesehen. Im zweiten Jahr allerdings keinen einzigen mehr.

Ein neuer Versammlungsort für die Bürger

Den Eindruck hat auch die Bürgermeisterin, die selbst Interesse an dem Gebäude zeigt. Vor allem der große Saal würde sich hervorragend als neuer Versammlungsort für Bürger und Vereine der Gemeinde eignen, schwärmt sie. Nur: Zu dem Kaufpreis von 500.000 Euro kämen hohe Sanierungskosten. Und sollte das Hotel öffentlich genutzt werden, müsse es barrierefrei umgebaut werden. Kurzum: Zusätzlich zu den Sanierungsmaßnahmen am Dach und in den Zimmern, auf die schon der frühere Pächter Ulrich Herath hingewiesen hatte, müsste ein Aufzug eingebaut werden. Und all die Kosten müssten investiert werden, obwohl Herath schon vor Jahren darüber geklagt hatte, dass immer weniger Eckersdorfer die örtlichen Gaststätten besuchten. Und dass es wegen der Arbeitszeiten immer schwerer werde, Personal zu finden.

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Darum sagt Pichl: "Für uns als Gemeinde ist das schon ein großes Wagnis. Wenn der Kaufpreis aber deutlich sinken würde, wäre es schon wieder interessanter für uns."

 

Der Garten des Hotel Fantaisie im Laufe der Zeit

  • Sommer 2015:

  • Frühjahr 2017:

  • Sommer 2017:

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Kommentare

War das Schloss nebenan nicht mal in einem vergleichbaren Zustand? Und jetzt ist ein echtes Juwel draus geworden. Wäre schlimm, wenn das Hotel kaputt geht.