Haspo-Damen gegen Bundesliga-Reserve

„Der Spielplan in diesem Jahr ist eine Katastrophe“, zeigt sich Haspo-Trainer Thomas Hankel unzufrieden mit dem beständigen Wechsel aus weiten Auswärtsfahrten und spielfreien Wochenenden. Nach Reisen quer durch die Republik – von West (Halle/Westfalen) bis Ost (Frankfurt/Oder) – sei zwar eine gewisse Erholung von Vorteil, doch den verloren gehenden Wettkampfrhythmus wiege das nicht auf. Das gelte besonders in dieser ausgeglichenen Liga, in der Haspo zuletzt drei Unentschieden holte: „Hätten wir drei Tore mehr geworfen, wären wir auf Platz eins, drei weniger und wir wären auf einem Abstiegsplatz“, unterstreicht Hankel, dass man sich auf keinen Fall vom vermeintlich beruhigenden Saisonverlauf blenden lassen darf.

Torhüterin mit Champions-League-Erfahrung

Zwar stehen die Bayreutherinnen bisher zu Hause ungeschlagen und mit bereits fünf Auswärtspunkten auf Platz vier, doch auch die Mannschaften in der hinteren Tabellenhälfte kommen nach und nach ins Rollen. Dazu gehört eben auch der Tabellenachte aus dem Lipperland, der nun nach Bayreuth kommt. Im Vorjahr hat Haspo gegen das junge Team aus Ostwestfalen zweimal klar verloren. Gespickt mit Talenten aus ganz Deutschland, erwartet die Haspo-Damen ein schneller und technisch bestens ausgebildeter Gegner, der mit Torhüterin Vanessa Beier (LC Brühl St. Gallen) eine mehrfache Schweizer Meisterin und Championsleague-Teilnehmerin neu ins Team geholt hat. Die gebürtige Rothenburgerin hatte ebenso wie ihre aus Augsburg stammende Trainerin Barbara Hetmanek mit Haspos Lena Mergner einst in der Jugend-Bayernauswahl gespielt. Nun soll sie zusammen mit der ebenfalls erstligaerfahrenen Spielmacherin Stefanie Schriever (Bayer Leverkusen) ihre Erfahrung an die jungen „Wilden“ weitergeben.

Und das scheint gut zu gelingen. Immerhin schaffte die HSG nach einigen knappen Auftaktniederlagen (und zwei überraschend klaren Siegen) zuletzt zwei Unentschieden – auch gegen den Berliner TSC, gegen den Haspo die bislang einzige Saisonniederlage einstecken musste. Wie so oft in dieser Liga dürften sich also wieder zwei Teams auf Augenhöhe begegnen.

Haspo-Trainer: "Selbst in der Hand"

Allerdings war die Bayreuther Vorbereitung auf den Gegner wieder durch Krankheiten und berufsbedingte Abwesenheiten beeinträchtigt. „Wir müssen das weiterhin durch Engagement und Einsatzwillen kompensieren, was wir spielerisch nicht trainieren können“, erwartet Hankel eine kampfbetonte Partie. „Wir haben es mit dem, was wir in die Waagschale werfen, selbst in der Hand, wohin sich das Pendel in den nächsten Wochen neigt.“

Nicht bewertet

Anzeige