Haberstumpf: Brauerei wird weiter brauen

Manchmal gibt es tolle Zufälle, und so ein Zufall ereignete sich kürzlich auf dem Brauereigelände der Brauerei Haberstumpf. Es war ein glücklicher Umstand, der dazu führt, dass die Privatbrauerei auch weiterhin an Ort und Stelle brauen wird.

Glücklich deshalb, weil der Marketingexperten Frithjof Heller aus Bayreuth – ein Liebhaber der Haberstumpf-Bieres – Braumeister Hans Wernlein künftig in der Vermarktung seiner Biere unterstützen wird. Der erfahrene Braumeister ist begeistert und will seinem alten Handwerk noch solange nachgehen, wie es seine Gesundheit zulässt.

Aufhören hätte er eigentlich nie wollen, sagt Wernlein. Aber als seine Tochter nach Schottland ging, sei er „etwas am Boden zerstört“ gewesen und hätte daran gedacht, aufzuhören. „Ich habe mich dann mit meiner Frau Elfie zusammengesetzt und dann sind Gott sei Dank Frithjof Heller und der Steuerberater Ludwig Wunderlich dazu gekommen und wir sind miteinander zum Ergebnis gekommen, dass es Quatsch wäre, aufzuhören. Wir machen noch einmal zwei Jahre weiter und schauen, wie sich die Brauerei weiter entwickelt.“

Im Aufwind

Wernlein bekam nicht nur durch die neuen Mitstreiter Aufwind. Auch seine Kundschaft hätte ihn animiert weiterzubrauen. „Und wir machen auch weiter mit unseren Bieren, auch wenn ich inzwischen eine Leiter brauche, um von der Bierpfanne wieder rauszukommen und viele Handgriffe nicht mehr so schnell von der Hand gehen wie früher. Ich sehe den weiteren Betrieb meiner Brauerei positiv, weil es auch von vielen unwahrscheinlich positiv aufgenommen wurde, dass ich weiter mache.“

Heller lief an einem Samstag eher zufällig durch den Hof der Privatbauerei und als er vom Braumeister Wernlein eingeladen wurde, noch ein Bier mitzutrinken, kam man ins Gespräch. Heller erinnert sich: „Ich bekam aber nur ein Bier, wenn ich es mir selbst einschenke und ihm auch noch eines mitbringe. Ich habe dann in Ansätzen erfahren, wo der Schuh drückt und welche Bauchschmerzen es gibt. Ich spürte bei dem Gespräch auch, dass man nach einer Idee sucht, wie man vor allem den Bierverkauf wieder aktivieren kann. Wir sind dann so verblieben: Wenn ich innerhalb einer Woche ein Konzept ausarbeite, das den Braumeister auch anspricht, braut er weiter.“

Gute Stimmung

Nach einer Woche hat man sich dann wieder getroffen, obwohl Wernlein ganz und gar nicht an ein Wiedersehen glaubte: „Ich dachte nicht daran, dass er wieder kommt, aber jetzt ist eine gute Stimmung vorhanden, weil es weitergeht. Ich bereue es zu keiner Minute, dass wir ihn mit eingeschaltet haben, denn Frithjof hat sich spontan bereit erklärt, mitzuhelfen.“

Und Heller räumt ein: „Es war schon eine seltsam komische Geschichte, wie ich hierher kam. Ich habe beim Essen in der Brauschänke erfahren, dass es das gute Bier bald nicht mehr geben soll, bloß weil man sich so blöd anstellt. Da dachte ich mir, das kann es nicht geben und das war für mich der Ansporn. Es ist ja eine Brauerei mit einer fast 500 Jahre alten Tradition als Familienbrauerei.“

Was natürlich besonders wichtig war: Die Chemie zwischen den Beteiligten stimmte von Anfang an. Wernlein: „Für das, was Frithjof für mich macht, muss ich meinen Hut ziehen. Ich kann es nicht hoch genug honorieren, was er an Zeit in die Brauerei steckt.“ Heller wird sich also künftig um die Vermarktung der Haberstumpf-Biere kümmern. Die Tradition auf der einen Seite und das neue Marketing auf der anderen Seite sollen die Garanten dafür sein, aus der Haberstumpf-Brauerei wieder ein erfolgreiches Unternehmen zu machen.

Info: Am Sonntag findet im Bräustadl das Hopfenzupferfest statt und am Samstag, 11. November, das traditionelle „Böckschießen“.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06