Goldgräber des 21. Jahrhunderts

Bayerns Wirtschafts- und Technologieministerin Ilse Aigner übergab kürzlich den Bewilligungsbescheid für das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt „Flexible Vernetzung mehrstufiger Produktionsprozesse zur ressourceneffizienten Produktivitätssteigerung (Link4Pro)“ an Professor Rolf Steinhilper und sein Team.

Produktionsprozesse analysieren

Ziel der Wissenschaftler ist es, zusammen mit Partnern aus der regionalen Industrie ein System für kleine und mittlere Unternehmen zu entwickeln, mit dem Produktionsprozesse erfasst, analysiert und optimiert werden können. Dabei sollen existierende Anlagen und Maschinen mit Hilfe drahtloser Sensorknoten vernetzt werden. Die auf diese Weise gewonnenen Prozessdaten werden gesammelt und mit den vorhandenen Bestandsdaten verknüpft. Neue Verfahren der Signalanalyse und künstlichen Intelligenz werten die Daten aus und schlagen im Zweifelsfall Alarm – etwa, wenn Möglichkeiten zur Energieeinsparung erkannt werden. Auf diese Weise können Produktionsprozesse mit geringem Aufwand permanent verbessert werden.

Gold des 21. Jahrhunderts

Aigner sagte bei ihrem Besuch in Bayreuth: „Beim Thema Digitalisierung denken wir an die ,Big 5 in den USA. Jetzt ist die Zeit gekommen, unsere Stärken auszuspielen. Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Die entscheidende Frage ist: Wie können wir diese Daten nutzbar machen?“ Die sichere Verwendung und Nutzung von Daten sei Ziel des Projektes Link4Pro: „Wir bringen Ihnen 995.000 Euro, machen Sie was daraus, damit Industrie 4.0 zum Highlight werden kann!“ Der Vorsitzende der Bayerischen Forschungsstiftung, Prof. Heinz Gerhäuser, berichtete, dass die Stiftung jährlich über Projektanträge mit einem Gesamtvolumen von über 50 Millionen Euro berät: „Andere Bundesländer beneiden Bayern um diese Einrichtung.“

Smart Data statt Big Data

Rolf Steinhilper wies auf die Bedeutung des Themas „Big Data“ hin: „2020 werden wir 57 Millionen mal so viel Daten wie Sandkörner auf der Welt haben. Also richtig viel!“ Das Entdecken wichtiger Daten verglich er mit einem voll besetzten Bierzelt: „In dieser riesigen Geräuschkulisse den Schrei eines Babys herauszuhören, so ähnlich verhält es sich mit unseren Daten. Wir wollen heraushören, was wichtig ist.“

Die Fraunhofer-Forscher arbeiten bei Link4Pro mit folgenden Unternehmen zusammen: Maincor Rohrsysteme (Schweinfurt), AST-X GmbH (Forchheim), FECOM Maschinenbau GmbH (Bindlach), Maxsyma GmbH & Co. KG (Floß), Schaeffler Technologies AG (Schweinfurt), drei Unternehmen der Marktredwitzer Scherdel-Gruppe sowie der Software Factory (Garching).

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