Gesundheit: Vier Orte kooperieren

Noch ein Konzept? Dieses wird garantiert nicht in der Schublade verschwinden. Dafür wollen nicht nur die vier Bürgermeister sorgen, sondern auch die Fachleute von der Agentur Futour und das Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg, welches das Vorhaben hoch bezuschusst.

Darum geht es: Die vier prädikatisierten Orte verbindet die Klammer Gesundheit. Bischofsgrün ist Heilklimatischer Kurort – der einzige Nordbayerns, Bad Berneck ist Kneippkurort, Bad Alexandersbad hat ein nagelneues Gesundheitszentrum, das Alexbad, Weißenstadt hat ein Kurhotel sowie eine neue Wellness-Therme mit Hotel. Die ILE „Gesundes Fichtelgebirge“ ist nicht die einzige in der Region. Aber sie ist die einzige weit und breit, die sich nicht primär räumlich, sondern über eine inhaltliche Klammer definiert, wie Michael Neft vom Amt für Ländliche Entwicklung bestätigt.

Doch bei der Integrierten Ländlichen Entwicklung geht es nicht um ein primär touristisches Konzept. Es geht um Daseinsvorsorge im weitesten Sinne, um den Erhalt lebendiger Orte und um die Überzeugung, dass man gemeinsam „ein sehr gutes Angebot hat, wenn man alles zusammennimmt“, wie es Heike Glatzel von Futour formuliert. Innerhalb der ILE soll eine Bestandsaufnahme stattfinden, es soll definiert werden, was verbessert werden kann. Und wie man das Ganze – und da ist man dann doch wieder beim Tourismus – in Angebote gießt, die alle vier Orte einschließen.

Leerstand: Ist auf die eine oder andere Weise in allen vier Orten ein Problem. Bei diesem Thema ist man im Grunde schon am weitesten, weil man sich mit der Künstlerkolonie Fichtelgebirge in Gestalt von Sabine Gollner zusammengeschlossen hat. Und hier wird es in wenigen Tagen schon fertige Resultate geben, und zwar im einstigen Popp-Bürogebäude in Bad Berneck.

Mobilität/ÖPNV: Ist verbesserungsbedürftig, vor allem über die Landkreisgrenzen hinweg.

Wahrnehmung untereinander: Kann auch noch verbessert werden. Das gilt für die „Leuchttürme“ in den jeweils anderen Orten, aber auch auf das eigene Angebot. Und dabei soll auch der Blick von außen helfen, den nicht zuletzt die Tourismusfachleute von Futour mitbringen. Beispiel: Die Felsenlandschaft in der Region, die man als Einheimischer oft gar nicht mehr wahrnimmt, findet Heike Glatzel zum Beispiel „schwerst beeindruckend“.

Besonderheiten: Mit Fragen der Wahrnehmung hängt auch die Frage zusammen, was das oder die Besonderheiten im Fichtelgebirge sind, mit was man für die Region beziehungsweise die vier Orte werben soll. Die ersten Ideen gibt es schon. Etwa, die Möglichkeiten für ein entschleunigtes Leben, die die vier Orte bieten, in ein Marketing umsetzen. Eine Arbeitsgruppe soll dafür zum Beispiel „Orte der Stille“ identifizieren. Und setzt dabei auch auf Vorschläge aus der Bevölkerung.

Gesundheitstourismus: Wird noch zu sehr als Nische wahrgenommen, so die Überzeugung in den vier Rathäusern. Konkrete Ideen gibt es bereits, wie man hier in die Offensive gehen kann. Etwa mit einem „Gesundheitsmarathon“, der Angebote der vier Orte in einer Pauschale zusammenfasst.

Und so geht es weiter: Ein erstes Konzept soll bis zum Jahresende stehen. Die Kosten dafür im mittleren fünfstelligen Bereich werden zu 75 Prozent vom Amt für Ländliche Entwicklung bezuschusst. Und damit das Konzept mangels Manpower nicht doch noch in der Schublade liegen bleibt, soll sich voraussichtlich ein ILE-Manager um die Umsetzung kümmern. Die Vollzeitstelle wird sieben Jahre lang ebenfalls zu 75 Prozent bezuschusst. Und da sich die restlichen 25 Prozent vier Kommunen teilen, bleibt an jedem einzelnen Ort ein sehr überschaubarer Betrag hängen.

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Kommentare

Gut so!
aber tun, nicht nur reden
das entschleunigte Leben hat in der Nachbargemeinde Fichtelberg schon begonnen, dort läuft überhaupt nichts mehr, der unfähigste Bürgermeister der Region bringt den Ort an die Grenzen des Ruins. Keine Maßnahmen, keine Ideen, keine Anträge obwohl es zur Zeit sehr viel Fördermittel gibt, das alles schreibt sich der Bürgermeister Georg Ritter an die Fahne.
Die Gewerbetreibenden müssen dringend fordern, es ist ihr gutes Recht wenn sie ihre Existenz sichern wollen und die Lebensqualität der Fichtelberger halten wollen.