Gemeinde kauft Sparkasse

Seit Jahren gibt es Pläne, anstelle des alten Rathauses und des ehemaligen Polizeihauses eine Einrichtung für alte Menschen zu bauen. Beide Gebäude stehen seit Jahren leer und hätten eigentlich schon längst abgerissen sein sollen. Doch das private Projekt Seniorenheim verzögerte sich aus einer Reihe von Gründen immer wieder. Und ein Manko war von Anbeginn: Das Gebäude musste zunächst im Winkel um das bestehende Sparkassengebäude herum geplant werden. Und hatte aus Platzgründen mit etwa 52 Wohnplätzen eine Größe, die eher unter dem betriebswirtschaftlich sinnvollen Limit für solch eine Einrichtung liegt.

Der eigentlich negative Umstand, dass die Sparkasse Warmensteinach den Rücken kehrt, wurde so zur Chance. Denn die Sparkasse nutzt für ihre Selbstbedienungsgeräte den Raum der Raiffeisenbank auf der anderen Straßenseite, das bestehende Gebäude wurde - anders als zum Beispiel in Bischofsgrün - komplett verlassen.

Laut Bürgermeister Axel Herrmann hat die Kommune die Chance ergriffen und das Gebäude gekauft. Den Kaufpreis will er nicht nennen, bestätigt aber die Einschätzung, dass es sich um einen fünfstelligen Betrag gehandelt habe. Auf den es 80 Prozent Zuschuss gibt, da die Fläche im ausgewiesenen Sanierungsgebiet liegt. Auch auf die Kosten für den Abriss gibt es 80 Prozent Zuschuss.

Die Fläche soll nun der geplanten Senioreneinrichtung zugute kommen, für die nun 60 Plätze geplant sind. Unterm Strick, kalkuliert Herrmann, sollen Kauf und Abriss des Sparkassengebäudes für die Gemeinde kostenneutral verlaufen, da die Fläche wieder verkauft werden soll. Denn die geplante Senioreneinrichtung ist ein privates Projekt, keines der Kommune. Die Projektgeberin Katharina Bichert, die bereits ein Seniorenheim im Landkreis betreibt und in Warmensteinach lebt, bestätigt auf Nachfrage Axel Herrmanns Aussagen. Weitere Details könne sie derzeit noch nicht nennen, Neuigkeiten könne es eventuell im Januar geben, sagt sie.

Vor etwa vier Wochen hat nun auch der Abriss des alten Rathauses von 1962 und des ehemaligen Polizeihauses direkt nebenan begonnen. Das Rathaus wurde zuletzt nur noch als Aktenlager genutzt, im Polizeihaus waren Wohnungen und der Jugendtreff, der schon vor längerem in die Sport- und Festhalle umgezogen ist.

Nicht bewertet

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Kommentare

Hallo,

Nun ja, da legen sich unsere Gemeindevertreter aber mächtig ins Zeug. Ob das dann am Ende was wird?

Vor Jahren hat man die Nutzungsänderung vom Sonnbichl für Altenheimzwecke abgelehnt. Man wollte keine
Ollen im Ort. Und die zahlen ja wenig Steuer. Und die Bettenzahl ist dann ja so niedrig. Das waren die Gründe
für die mehrmalige Ablehnung einer Senioreneinrichtung.

180 Grad Drehung würde ich mal sagen. Zwei Projekte für Altenheime sind ja noch vor kurzer Zeit gescheitert.
Na hoffen wir mal das Beste. Auch wir werden vielleicht mal alt.

Sollte das was werden sind natürlich die Tage des lange Jahre leerstehenden Hotels gezählt. Nun ja. Das kaufen wir
dann auch und reissen es auch ab.

Geld spielt bei dieser Geldpolitik sowieso keine Rollex.

Joe