Gartenschau: Jäger, Hunde und Musik

Überall im Gelände werden sie zu finden sein am Sonntag. Die Jäger fangen früh an. "Ein gemeinsames Konzert aller sieben Bläsercorps beginnt um 9.30 Uhr in der Ouvertüre in der Nähe des Haupteingangs", sagt Okelmann. Danach schwärmen die Bläser aus. Werden den ganzen Tag über an verschiedenen Stationen zu finden sein - von der Mainbrücke übers Panoramakabinett bis zum Mainauenhof und am Auenbogenweg wieder zurück zur Seebühne.

Musik nur einer von mehreren Schwerpunkten

Musik ist ein Schwerpunkt des Jägertags auf dem Gartenschaugelände, die Kulmbacher Parforcehorngruppe wird auch den ökumensichen Gottesdienst mit evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und katholischen Erzbischof Ludwig Schick umrahmen, der am Sonntag um 11 Uhr auf der Seebühne beginnt. 

Mehr als Schießen

Doch es geht um mehr als jagdliche Musik. "Wir möchten die Jagd, so wie sie heute verstanden wird, öffentlich vorstellen", sagt Okelmann. "Das war die Idee, die im Herbst 2014 bei einem der Treffen im Becher-Saal zum Programm der Landesgartenschau entstanden ist", sagt André Riedel, der für die Veranstaltungen verantwortlich ist. "Wir haben deshalb unter anderem das Wildmobil mit hochrangigen Diskutanten dabei, die allen Interessierten Rede und Antwort stehen", sagt Okelmann. "Jagd ist viel mehr als Schießen." Im Mittelpunkt der Tätigkeit der Jäger stünden Naturschutz, Artenschutz, die enge Verbindung zur Landwirtschaft.

Biotope, Schwarzwild, Hunde

Die Jagdabgabe, die jeder Jäger zu leisten habe, werde beispielsweise dazu verwendet, in Mais-Monokulturen "Schneisen mit Futterpflanzen anzulegen, dass Rehe und Hasen noch etwas zum Fressen finden. Nicht nur das Schwarzwild. Genauso wird die Abgabe über den bayerischen Haushalt verwendet, um verschiedene Projekte anzustoßen. Beispielsweise den Ankauf von Biotopflächen. All das gehört zu den Informationen, die wir am Sonntag weitergeben wollen." Die Jäger werden auf der Seebühne eine der seltenen Ausnahmen bekommen, Hunde auf dem Gartenschaugelände vorzustellen. Denn Hunde sind, mit Ausnahme von Blindenhunden, verboten auf dem Gelände. "15 bis 20 Hunde aus verschiedenen Rassen, die in der Jagd verwendet werden, wird es zu sehen geben."

Kochen gehört dazu

Zum Spektrum der Jagd gehöre allerdings auch das: "Kochrezepte", sagt Okelmann. Denn wild sei, wie der Jäger sagt, "biologisch wohl das beste Fleisch, das es gibt. Das Wild sucht sich sein Futter selber. Die Heilkräuter, die es braucht. Es muss nicht das Futter nehmen, das ihm vorgeworfen wird vom Menschen. Fettfreier geht es nicht". Zudem werde das Fleisch gut überwacht und kontrolliert. Lange, bevor es auf den Teller komme. "Der Jäger ist dafür ausgebildet, das Wild zu beobachten, bevor er es schießt. Ob es krank ist, sieht er am Verhalten." Die radioaktive Belastung von Wildfleisch, speziell von Schwarzwild, sei bei uns in der Gegend "grundsätzlich nicht schwerwiegend". Und wenn doch eine radioaktive Belastung festgestellt werde, bestehe kein Druck, das Fleisch in den Verkehr zu bringen. "Denn es gibt ab einem Grenzwert von 600 Becquerel eine Entschädigung  für den Jäger." 

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