Gartenschau: Der Frühling fliegt raus

Thomas Gruber hat einen Plan. Den hat die Landschaftsarchitektin Petra Pelz gemacht. Eingepackt in durchsichtige Folie als Schutz gegen den Regen, der am Dienstag über dem Gartenschaugelände wie Nebel hängt, und gegen die erdigen Finger, steht dort, wo von welcher Blumensorte wie viele Blumen gepflanzt werden sollen. Thomas Gruber und seine beiden Mitarbeiter von der Gärtnerei Förth aus Neusorg pflanzen sie ein. "Allein rund 1600 Dahlien kommen in die Beete", sagt Gruber. "51 Sorten, weil die Beete ja nach Farben gestaltet werden. Eins in Lavendel, eins in Lachs und Schwarz, eins in Rosé und Weiß, das nächste Gold und Gelb, eins in Hellorange, eins in Rot und Orange und eins mit niederen Dahlien", sagt Gruber.

20.000 Tulpen flogen schon raus

Die Mitarbeiter des Stadtgartenamts haben Gruber, Thomas Ernstberger und Jennifer Ehmes am Montag unterstützt, die ersten 20.000 der insgesamt 40.000 Tulpen aus dem Boden zu ziehen, abzuschneiden - also Blume von der Zwiebel zu trennen. "Das war ein Aufwand, der nicht zu unterschätzen ist", sagt Gruber. "Das Stadtgartenamt will die Tulpen wieder wieder einsetzen." Ein Teil der Gartenschau wird also im Stadtgebiet weiter blühen. Beim Ziehen der Tulpen sind die Gärtner auf eine Stockente gestoßen, die es sich in den Tulpen zum Brüten gemütlich gemacht hatte. "Die hat man nicht gesehen. Erst als wir ganz nah dran waren, ist das aufgefallen", sagt Gruber. Vorsichtig haben die Gärtner das Nest in einen Korb gelegt. In der Hoffnung, dass die Ente auch in den Dahlien weiter brütet. "Am Dienstagmorgen saß sie auf jeden Fall drauf. Als sie einmal kurz weggeflogen ist, haben wir die Chance genutzt und haben in dem Bereich, in dem das Nest ist, die Dahlien gepflanzt, um sie nicht weiter zu stören."

Diese Woche drei Beete, nächste Woche drei

Drei Beete werden in dieser Woche von Frühjahr auf Sommer umgepflanzt. "Die nächsten drei kommen nächste Woche. Damit nicht alles gleichzeitig umgestaltet wird und noch nackig wirkt, bevor es wieder richtig bunt wird." Die Tulpen, sagt Gruber, haben länger als erwartet durchgehalten. "Es waren zwar lauter späte Sorten. Aber wenn wir vier Wochen lang nur sonnige Tage gehabt hätten, wäre die Pracht schon früher erledigt gewesen. Insofern hatten wir tatsächlich Glück mit dem Wetter."

Schon bunt, nicht nur grün

Dagmar Voß, die Geschäftsführerin der Bayreuther Landesgartenschau, sagt: "Gut, dass bei den Dahlien schon welche dabei sind, die blühen. Ich hatte schon Sorge, dass nach den Tulpen erst mal alles Grün ist. Aber so erkennen die Leute gleich, was es werden soll." Ihre volle Pracht sollen die Dahlien, die zusammen mit Gräsern, Gaura-Stauden und Schokoladenblumen gepflanzt werden, "die richtig intensiv nach Schokolade duften, wenn die Sonne drauf scheint", wie Gruber sagt, im August entfalten. Voß führte am Dienstag den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick übers Gelände, "vor allem natürlich zum Beitrag der Kirchen", wie Voß sagt.  

Ganz vorne am Eingang, wo sich noch einige Tulpen tapfer gegen das Ende wehren, wird zuletzt auf Sommer umgestaltet: "Das ist ab dem 6. Juni geplant", sagt Gruber.

Info: Bunt und zerbrechlich geht es ab Mittwoch in der Blumenhalle der Landesgartenschau zu. „Melodie fragil, zerbrechliche Schönheiten aus Glas, Keramik, Porzellan“ heißt die nächste Sonderausstellung, die am Mittwoch um 19 Uhr mit einem Pre-Opening eröffnet wird. Angelika Schneider und Siggi Michl machen fragile Klangwelten dazu.

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