Fünf oberfränkische Bands rechtsextrem

Neben den bereits im Verfassungsschutzbericht 2016 genannten Bands Burning Hate, MPU und White Rebel Boys werden nun auch die Bands Eskalation und Nordwind vom Innenministerium als rechtsextrem eingestuft, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung.

Drei der Bands kommen laut dem Staatsministerium aus dem Raum Hof, eine Band aus dem Raum Forchheim, eine wird in Oberfranken allgemein verortet. "Die Nähe zu Sachsen, Thüringen und zur Tschechischen Republik ist sicher ein Grund, warum besonders in Oberfranken viele rechtsextreme Bands aktiv sind. Die oberfränkische Neonazi-Szene ist dort seit vielen Jahren gut mit anderen rechtsradikalen Gruppierungen vernetzt", sagt der Sprecher für die Bekämpfung des Rechtsextremismus in der SPD-Landtagsfraktion.

Das Gefühl, „abgehängt zu sein“, stecke noch immer in den Köpfen vieler junger Menschen, die in ländlichen Regionen wohnen, vermutet Rabenstein. Das würden rechtsextreme Kräfte weiterhin für ihre Zwecke nutzen, auch wenn in den vergangenen Jahren viel gemacht wurde, um Perspektiven für junge Menschen zu schaffen. „Deshalb muss der ländliche Raum weiter gestärkt werden, damit sich dort rechtsextreme Strukturen gar nicht mehr festsetzen können“, sagt Klaus Adelt, SPD-Landtagsabgeordneter aus Selbitz im Kreis Hof.

Rabenstein sieht in den Konzerten eine potenzielle Einstiegsdroge für junge Menschen in die Radikalität. Statt auf Versammlungen, bei denen dumpfe Parolen geschwungen werden, setze die Szene auf vermeintlich unpolitische Musikkonzerte. „Hier muss die Politik reagieren: Wichtig ist, Jugendliche vor solchen Veranstaltungen zu warnen und sie aufzuklären, dass es sich bei den Rechtsrockkonzerte um brandgefährliche Veranstaltungen handelt, die rechtsextremes und menschenverachtendes Gedankengut transportieren.“

In der Antwort des Staatsministeriums werden die Bands Burning Hate (Raum Oberfranken), MPU (Raum Hof) White Rebel Boys (Raum Hof) Eskalation (Raum Hof) und Nordwind (Raum Forchheim) als rechtsextrem eingestuft. Letztere ist in unterschiedlichen Besetzungen bereits seit den 90er Jahren aktiv und war unter anderem auf der Schulhof-CD der NPD vertreten.

Laut Verfassungsschutzbericht 2016 ist die Band Burning Hate seit 2005 aktiv. Oft wird sie der National-Socialist-Hardcore-Szene zugerechnet. Die White Rebel Boys waren in der Vergangenheit unterem bei einem Nazirock-Konzert in Ungarn dabei, das vom rechtsextremistischen Netzwerk Blood & Honour organisiert wurde. Zudem gibt es personelle Verbindungen zwischen ihnen und der ebenfalls als rechtsextrem eingestuften Band MPU.

red

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Kommentare

Das positive an dieser Meldung ist, dass die Verfassungsschützer und Strafverfolger seit NSU, Reichsbürger, innere Bundeswehrkonflikte, Pegida die rechten Szenen genauer beobachten. Viel zu lange hat man in den Amtszimmern rechte Taten verharmlost, wie jetzt noch in Dresden.
Mein Gott, wie schrecklich!
Es ist ja alles furchtbar, man möchte nur noch Tränen vergießen vor lauter Scham.