FSV krönt furiose Aufholjagd mit 5:4

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, fand FSV-Kapitän Oliver Leykauf unmittelbar nach dem Abpfiff schwer Worte, für das, was er und sein Team gerade vollbracht hatten. Mit einem 1:1 waren sie aus der Kabine gekommen, waren sichtlich gewillt, weiter nach vorne zu spielen und den ersten Saison-Heimsieg einzufahren. Durchkreuzt wurde das Vorhaben der Heimelf jäh.

Der FSV kassierte drei Tore binnen acht Minuten, wobei zwei Gegentreffer auf die Kappe des jungen Torhüters Marco Petrovic gingen. Beim 1:2 (49.) vertändelte er den Ball gegen den überragenden Schwabacher Michael Weiß, beim 1:4 (58.) glitt ihm ein an sich harmloser Freistoß von Weiß unter den Händen durch. „Er ist ein junger Torwart, das passiert. ich mache ihm da keine Vorwürfe“, zeigte Jörg Pötzinger Nachsicht. Der FSV-Trainer konnte natürlich leicht Milde walten lassen angesichts dessen, was seine Elf ab der 60. Minute veranstaltete.

"Alles nur noch der Wahnsinn"

FSV-Regisseur Florian Schuberth entzündete das Hoffnungsfünkchen mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern – 2:4. „Da habe ich dann schon gedacht, vielleicht geht noch was in Richtung Unentschieden“, erinnerte sich Pötzinger. Es kam sogar noch besser. Denn „ab diesem Zeitpunkt war alles nur noch Wahnsinn“, wie Oliver Leykauf sagte. Schlüssel zum FSV-Erfolg waren zweifelsohne das 3:4 und die Anschlussszene: Als der starke Felix Angerer den Ball aus kurzer Distanz über die Linie gedrückt hatte, leistete sich der bis dato fehlerlose SC-Torhüter Alexander Gebelein eine Tätlichkeit an Schuberth.

Nach dieser Roten Karte erhöhte der FSV den Druck Stück für Stück. Mitunter brannte es nun lichterloh im Gästestrafraum. Schwabach konnte sich nur sporadisch aus dem Würgegriff befreien. Und die Gäste hatten dann auch noch Pech. Denn der Elfmeterpfiff, nachdem Marco Konradi in der 84. Minute im Gästestrafraum zu Boden gegangen war, war unberechtigt.

Elfmeter eine Fehlentscheidung

„Man muss ihn nicht geben“, befand auch Jörg Pötzinger, sein Gegenüber Alexander Maul sprach von einer „unglaublichen Fehlentscheidung“ und schob später an die Adresse von Schiedsrichter Götz hinterher: „Du warst der schlechteste Mann auf dem Platz.“ Einer der herausragenden Männer auf dem Platz, nämlich Florian Schuberth, verwandelte den Strafstoß. Und ein weiterer, Dominik Düngfelder, verhalf der fulminanten Aufholjagd mit seinem Kopfball zum 5:4 (88.) zum berechtigten Happyend. „Ein unvergessliches Spiel“ war es nicht nur für Oliver Leykauf.

FSV Bayreuth: Petrovic – Röthlingshöfer, Leykauf (89. Eisele) , Schuberth, Menzel, Düngfelder, Kellner, Sesselmann (90 + 3. Hendel-Diaz), Schwarzer (76. Graf), Konradi.

SC 04 Schwabach: Gebelein – Danner, Weiß, Duraku, Nisslein (4. Ozuzun, 87. Kamara), Sadikis, Ahmed, Lala, Oktay, Raumer, Bozkan (67. Böckl).

SR: Götz (Schwandorf);

Zuschauer: 200.

Tore: 0:1 Weiß (4.), 1:1 Angerer (21.), 1:2 Weiß (49.), 1:3 Bozkan (52.), 1:4 Weiß (57.), 2:4 Schuberth (61.), 3:4 Angerer (66.), 4:4 Schuberth (85. – Foulelfmeter), 5:4 Düngfelder (88.).

Rote Karte: Gebelein (66./Schwabach).

Nicht bewertet

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