Fränkisches Wasser für Auerbach

In Zusammenarbeit mit dem Wasserversorger Juragruppe ist es gelungen, über ein Pilotprojekt des Freistaats an Fördermittel zu kommen, die die Hälfte der Baukosten decken. Kämmerer und Geschäftsleiter Michael Bierl war im Auerbacher Rathaus der Verhandlungspartner und Werkleiter Hümmer ist von dem Miteinander äußerst angetan.

Zukunftsperspektivisch gedacht

„Ich muss sagen, hier wird zukunftsperspektivisch gedacht“, sagt Hümmer, der Auerbach als einen Vorzeigepartner bezeichnet. Seit Jahren schon bezieht die Stadt ihr Trinkwasser aus der Ranna-Quelle des Nürnberger Versorgers N-Ergie. Über eine Druckleitung werden die Hochbehälter auf dem Gottvaterberg und in Gunzendorf befüllt. Sollte diese Leitung aus Ranna ausfallen, würde Auerbach auf dem Trockenen sitzen, was die Versorgung mit Trinkwasser angeht. Die einstige Notversorgung mit dem Pumpwerk „Auf der Ruh“ kommt aktuell nicht mehr infrage Was jetzt mit der Pegnitzer Juragruppe entsteht, ist allerdings mehr als eine Notversorgung, wie Hümmer und Ingenieur Marc Vierhuff erklären.

Netz der Juragruppe

Vierhuff plant das Projekt und ist seit rund anderthalb Jahren bei dem Wasserversorger, einem der größten in Oberfranken. Durch die geplante Anbindung an das Netz der Juragruppe könnte die komplette Stadt Auerbach von heute auf morgen versorgt werden. „Diese Weitsicht, das muss man schon sagen, ist bei der Stadt Auerbach genauso angesiedelt wie bei der Juragruppe“, umgarnt Hümmer den neuen Partner.

Im Sommer nächsten Jahres

Wenn die Anschlussleitung voraussichtlich im Sommer nächsten Jahres steht, ist die Juragruppe mit Auerbach in einem fünften Landkreis der Region vertreten, und zugleich erstmals in der Oberpfalz. Von Weidlwang einmal abgesehen. Diese Ortschaft hat schon seit Längerem Juragruppen-Wasser. Das Wasserprojekt steht im Moment kurz vor der Ausschreibung. Gebaut wird laut Vierhuff in zwei Abschnitten. Technisch sieht die Planung so aus, dass kurz vor dem Hochbehälter der Juragruppe in Troschenreuth ein Abzweigschacht gesetzt wird.

200 Millimeter starke Wasserleitung

Vom Pumpwerk in Zips führt eine 200 Millimeter starke Wasserleitung zum Troschenreuther Hochbehälter. Östlich von Troschenreuth wird die neue Leitung dann in Richtung Kleinkrausmühle verlaufen, von dort an Leiten vorbei nach Mühldorf auf Auerbacher Stadtgebiet. Dort wird erneut ein Schacht gesetzt, um in das Auerbacher Netz zu gelangen, das dort eine 150er-Leitung hat. „Damit gelangen wir in den Hochbehälter nach Gunzendorf“, sagt Ingenieur Vierhuff. Allerdings müssen für den Betrieb auch noch die verschiedenen Druckverhältnisse geregelt werden. Knapp drei Kilometer wird die Leitung zwischen Troschenreuth und Mühldorf lang. Die geschätzten Nettokosten liegen bei gut 800 000 Euro bei einer Förderung von 50 Prozent.

Bauabschnitt bis zur Kleinkrausmühle

In diesem Jahr soll auf jeden Fall noch der erste Bauabschnitt bis zur Kleinkrausmühle gebaut werden. Die Kosten für die Anschlussleitung trägt die Stadt Auerbach, die damit das vom Gesetzgeber geforderte zweite Standbein für ihre Trinkwasserversorgung schafft. Die Leitung wird auf jeden Fall auch zusätzlich zur Wasserversorgung aus Ranna in Betrieb gehen. Allein schon deshalb, damit das Wasser nicht aufkeimt, wenn es nur in der knapp drei Kilometer langen Leitung stehen würde. Welche Wassermengen die Juragruppe künftig an die Stadt Auerbach liefert, muss aber laut Werkleiter Hans Hümmer noch abgestimmt werden.

Der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt soll in wenigen Wochen erfolgen. In Kontakt stehen Auerbach und die Juragruppe schon länger. Erster Spatenstich in wenigen Wochen Zum einen durch die Versorgung von Weidlwang und zum anderen auf dem kleinen Dienstweg, wenn das Auerbacher Wasserwerk zum Beispiel dringend Material braucht, das die Juragruppe im benachbarten Pegnitz auf Lager hat. Dort ist man mit Ersatzteilen und Werkzeugen bestens ausgestattet bei einer Rufbereitschaft rund um die Uhr.

„Ich will nicht eine Stunde fahren, um im Notfall einen Spezialschlüssel zu besorgen, den haben wir ganz einfach“, sagt Hümmer, der schon seit 27 Jahren beim Wasserversorger Juragruppe arbeitet. Gespräche über den konkreten Anschluss von Auerbach begannen vor rund drei Jahren. Die Juragruppe und das Wasserwirtschaftsamt Hof ebneten den Weg beim Freistaat für das Pilotprojekt Nördliche Frankenalb mit einem Fördervolumen von zehn Millionen Euro. Ausschlaggebend war, dass im Bereich der Köttweinsdorf-Gruppe ein Baubedarf in Höhe von rund vier Millionen Euro anstand. „Wir brauchten ein Programm, um solche Problemfälle abzuwickeln“, blickt Hümmer zurück.

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