Florian Vogel: Tränen statt Bronze

„Tja, sechster Platz“, sagte Vogel einsilbig. „Eine Medaille hatten wir uns alle vorgenommen.“ Die Enttäuschung war dem 21-Jährigen deutlich ins Gesicht geschrieben. „Schade, dass wir Paul nicht mehr geben konnten“, sagte Vogel, während ihm Tränen in den Augen schossen. „Er hat mehr verdient.“ Diesen Satz brachte der Bayreuther kaum mehr über die Lippen. Sein Vorbild Paul Biedermann (Halle/Saale) hatte ihn da schon tröstend in den Arm genommen und auf den Kopf geküsst.

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„Ich mache niemandem von uns einen Vorwurf“, sagte Biedermann, für den es das letzte Rennen seiner großen Karriere war. Damit bleibt der Weltrekordler bei drei Olympia-Teilnahmen ohne Medaille. Darauf angesprochen, regierte der 30-Jährige gefasst. Viel mehr bedankte er sich bei allen, die ihn während seiner langen Laufbahn begleitet haben.

Rückstand für Biedermann zu groß

Wenige Minuten zuvor war Biedermann als Schlussschwimmer der deutschen Staffel ins Wasser gesprungen, mehr als der sechste Platz war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr realistisch. Zu weit enteilt waren die anderen Teams. Florian Vogel (SG Stadtwerke München) hatte schon bei seinem durchwachsenen Start wertvolle Zeit verloren, er übergab an Platz sechs liegend an Christoph Fildebrandt. Der Wuppertaler verlor einen weiteren Rang, den Clemens Rapp (Neckarsulm) anschließend wieder gut machte. Der Abstand zum Bronzerang betrug da allerdings schon etwa drei Sekunden – zu viel für Biedermann.

Phelps mit 21. Goldmedaille

Nicht zu stoppen ist dagegen der erfolgreichste Olympia-Teilnehmer aller Zeiten: Kurz nachdem Michael Phelps über 200 Meter Schmetterling triumphiert hatte, holte er als Schlussschwimmer der amerikanischen Freistilstaffel seine 21. olympische Goldmedaille. In 7:00,66 Minuten war das US-Quartett mit Conor Dwyer, Townley Haas, Ryan Lochte und Phelps eine Klasse für sich und gewann klar vor Großbritannien (7:03,13).

Überraschend blieb die hoch gehandelte australische Staffel ohne Edelmetall. Als Vierte musste sie in 7:04,18 den Japanern (7:03,50) den Vortritt lassen. Auf Rang fünf schwammen die Russen. In 7:05,70 Minuten hatten sie schon einen größeren Vorsprung auf die Deutschen (7:07,28), die nur die Teams aus den Niederlanden (7:09,10) und Belgien (7:11,64) hinter sich ließen.

 

Die Ergebnisse der deutschen Sportler in den anderen Disziplinen gaben teilweise mehr Grund zur Freude.

 

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