Fichtelsee: Wegebau sorgt für Kritik

In einer Facebookgruppe kochte dieser Tage die Diskussion hoch: „Kann mir jemand sagen, warum man die Waldwege mit Split/Schotter bedeckt? Läuft sich richtig schlecht und mit dem Bike macht es auch keinen Spaß. Mal abgesehen davon, das es auch noch schei... aussieht!“ – „Schaut ja furchtbar aus“ – „Is halt billig“, so Stimmen im Netz. Aber auch moderat positive Stimmen gibt es: „Trocknet bestimmt schneller ab und verschlammt nicht, könnt ich mir vorstellen.“

Zuständig für den Weg ist eigentlich die Gemeinde Fichtelberg. Doch der örtliche Forstbetrieb der Staatsforsten hat ein Budget für besondere Gemeinwohlaufgaben im Wald. Und hat sich deshalb in Absprache mit der Kommune des Weges angenommen. „Manche Stolperstelle hat sich in den letzten Jahren am Rundweg um den Fichtelsee gebildet“, so der stellvertretende Forstbetriebsleiter Martin Hertel in einer Mitteilung: „Wurzeln der benachbarten Bäume durchbrachen die Wegeoberfläche, das Wasser spülte Rinnen aus, Mulden wurden bei Regen zu tiefen Pfützen – Hemmnisse für viele Spaziergänger auf dem Wanderweg rund um das beliebte Ausflugsziel.“ Das Urige, das der Weg bisher hatte, inklusive Baumwurzeln, die aus dem Boden lugen, ist nun erst mal dahin. Aber was dem einen eine urige Wurzel ist, ist dem anderen eine Stolperfalle. Der Rundweg um den See ist nicht nur Teil des Wanderwegenetzes sondern auch Spazierweg, der möglichst hindernis- und barrierefrei zu nutzen sein soll, „egal ob zu Fuß, mit dem Kinderwagen, dem Fahrrad oder dem Rollstuhl“, so Hertel.

Die Arbeiten finden in drei Stufen statt. Zuerst wurde das sandähnliche Material ausgebracht. Was vorübergehend für Sanddünenfeeling am Fichtelsee sorgte, bei dem sich gerade Biker schwer taten. Doch inzwischen, erläutert Hertel, ist das ausgebrachte Material eingeebnet. Und dann soll es noch mal gewalzt werden, so dass es dann ausreichend verdichtet ist und auch Bikern mit schmalen Rädern keine Probleme mehr machen sollte. Dass sich nun ein helles Band um den See zieht, wo bisher ein dunkel-erdiger Weg lief, an diesem Eindruck wird sich freilich so schnell nichts ändern.

Dass die Arbeiten gerade jetzt stattfanden, hängt mit der Witterung zusammen: „Das schöne, trockene Wetter in diesen Tagen kommt uns gerade recht, um mit den Baumaschinen auf den engen, teilweise wenig tragfähigen Wegeabschnitten keine Schädenoder Verdrückungen zu erzeugen“, wird Revierleiter Horst Lochner in der Mitteilung des Forstbetrieb Fichtelberg zitiert. Zusätzlich hat der Forst Schilder aufgestellt, auf denen die Maßnahme erläutert und um Verständnis gebeten wird.

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Kommentare

...andere Regionen werden ausgezeichnet wegen ihrer "natürlichen/ursprünglichen " Wege. Was macht Fichtelberg? Das Gegenteil. Der ganze Charme geht verloren. Glaube kaum, dass im Bayerischen Wald ebenso gehandelt wird. Oder! Will der Forst schon mal Rückewege anlegen!?