Ein Oberfranke als Bahnchef?

Dass Siegfried Russwurm seinen Job als Industriechef bei Siemens aufgibt, ist seit einiger Zeit bekannt. Nun wurde sein Name nach Informationen des „Manager Magazins“ und der Deutschen Presse-Agentur im Kanzleramt und im Verkehrsministerium als möglicher Bahnchef genannt. Russwurm selber bestätigte Gespräche nicht, sondern sagte lediglich, es sei eine große Ehre im Kandidaten-Kreis genannt zu werden. „Aber jenseits aller Spekulation gilt: Für einen solchen Job bewirbt man sich nicht, sondern wird nach intensiver Prüfung ausgewählt“, betonte Russwurm, der aus Marktgraitz im Landkreis Lichtenfels stammt. Die Auswahl liege in den Händen der Politik. Der Bund ist Eigentümer der Bahn. Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen soll die Entscheidung über den neuen Bahnchef „bis Ende Februar, Anfang März fallen und auch verkündet werden“. Der Aufsichtsrat tagt am 22. März wieder.

Siemens wollte sich nicht zu der Personalie äußern. Russwurm hatte seinen Vertrag nicht verlängert und verlässt den Konzern Ende März. Er hatte den Industriesektor des Konzerns mit mehr als 200 000 Mitarbeitern seit Mitte 2010 geleitet. Zuletzt sollte er als oberster Technikchef Digitalisierung und Innovationen vorantreiben, außerdem ist er noch für die Medizintechnik, den Nahen Osten und das Russland-Geschäft zuständig.

Erste Führungsaufgabe in Kemnath

Auch seine ersten Führungserfahrungen hatte Russwurm in der Region gemacht. 1992 übernahm der bekennende Fan des 1 FC Nürnberg eine leitende Position im Siemens-Werk Kemnath. „Das war zum Eingewöhnen ganz gut, weil es dort übersichtlich ist“, sagte der Manager 2010 bei seiner Vorstellung als Industriechef im Gespräch mit dem Kurier.

Der bisherige Bahnchef Rüdiger Grube war im Januar überraschend zurückgetreten. Als mögliche Nachfolger wurden auch schon der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und das frühere Bahn-Vorstandsmitglied Volker Kefer genannt.

Russwurm betonte: „Für diese Aufgabe ist ein sehr breiter, parteiübergreifender Rückhalt neben der technisch-industriellen Expertise essenziell für den Erfolg des Unternehmens.“ Nur so könnten die komplexen Herausforderungen des Unternehmens tatkräftig bewältigt werden. „Und das geht nur im engem und vertrauensvollen Zusammenwirken zwischen dem gesamten Vorstand, der Politik – idealerweise im parteienübergreifenden Konsens – sowie den Sozialpartnern.“

Auch bei Linde im Gespräch

Russwurm wurde in den vergangenen Monaten auch als möglicher Kandidat für den Chefposten beim Münchner Gasekonzern Linde gehandelt. Seinen Abgang bei Siemens hatte er im September damit begründet, er wolle sich „auch möglichen neuen Herausforderungen nicht verschließen“.

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Kommentare

Wäre doch nicht schlecht ,ein Franke als Bahnchef. Besser jedenfalls als dieser unsägliche
Herr Pofalla.