Ein Ehrenplatz für Tekirdag

Was die Mitglieder des Bauausschusses in ihrer Sitzung am späten Dienstagnachmittag dem Stadtrat für dessen nächste Sitzung als Beschluss empfohlen haben, freut zwei Männer ganz besonders.

Der eine: Halil Tasdelen. Er hatte vor über einem Jahr den Antrag gestellt, den Platz ohne Namen zum Tekirdag-Platz zu machen. „Weil es an der Zeit ist, dass wir diese Städtepartnerschaft mit Leben erfüllen“, sagt der SPD-Stadtrat. Dass es nicht der größte Platz der Stadt ist, dass er mit rund tausend Quadratmetern im Vergleich zu anderen Plätzen, die Bayreuth seinen Partnerstädten gewidmet hat, sogar eher klein ausfällt, das stört Tasdelen gerade an diesem Tag nicht. „Darauf kommt es nicht an. Und die anderen Plätze seien unseren Partnerstädten gegönnt.“ Wichtiger ist der Bezug. Die türkisch-islamische Gemeinde hat ihr Zentrum und ihre Moschee nur ein paar Meter entfernt. Das passt. Für Tasdelen, der just am Tag der Bauausschusssitzung Geburtstag hat, ist der neue Name „das größte und schönste Geschenk, das man mir machen kann“. Der zweite, dem die Freude anzusehen ist: Mennan Yildirim. Er hatte einst die Idee, die Stadt, in der er fast sein ganzes Leben verbracht hat, mit der Stadt zu verbinden, aus der seine Familie stammt. Bayreuth mit Tekirdag. Yildirim sitzt geduldig auf den Zuschauerplätzen, bis sich der Bauausschuss einstimmig für den Namen Tekirdag-Platz ausspricht. In ein paar Tagen fliegt er zurück in die Türkei. „Und dann nehme ich gute Nachrichten mit.“

Dass es ein schmuckloser Ort werden könnte, den Bayreuth der seit 2012 bestehenden Städtepartnerschaft mit Tekirdag widmet, das muss sich die Stadt nicht vorwerfen lassen. Zumindest dann nicht, wenn er so verschönert wird, wie es die Mitglieder des Bauausschusses befürworteten. Einen großen Vorteil hat der neue Tekirdag-Platz: Er liegt genau an der kürzesten Wegstrecke zwischen Hauptbahnhof und Landesgartenschaugelände, die viele Besucher 2016 nutzen werden. Ziemlich auf halbem Weg – perfekt für eine Ruhezone.

„Flankierende Maßnahme zur Landesgartenschau“: So heißt das, was noch in diesem Jahr am Tekirdag-Platz stattfinden soll, im Amtsjargon. Ein Apothekergarten wird entstehen, weil der zur Landesgartenschau passt, die Apotheke an den Brandenburger Straße nahe liegt und der Apotheker mitziehen will. Sitzstufen wird es geben. Einen Bereich zum Ausruhen, einen anderen zum Bewegen. Und weil man den Platz nun schon mal anpackt, will der Leitende Stadtbaudirektor Hans-Dieter Striedl gleich noch ein Problem lösen. Der Radweg entlang der Brandenburger Straße und den Stuckberg hinauf hat es in sich. An der Bushaltestelle am noch namenlosen Platz verschwinden Radfahrer aus dem Sichtfeld der Autofahrer. Die Folge: Diese Stelle gehört zu den Unfallschwerpunkten in der Stadt. Weg also mit der Busbucht. Das schafft freie Sicht und zudem mehr Raum, um den Platz zu gestalten. Auch die Parkplätze werden die Planer neu anordnen – damit es schön wird an diesem Ort, an dem nicht nur Besucher der Landesgartenschau ein Päuschen einlegen können. 140 000 Euro wird sich die Stadt diese kleine Oase kosten lassen. Der Umbau soll noch in diesem Jahr stattfinden.

St. Georgen wird nicht nur an dieser Stelle von der Landesgartenschau profitieren. Die Stadt plant weiter, den Bolzplatz auf dem Stuckberg mit Spielgeräten zu ergänzen. Und es wird eine direkte Verbindung vom Brannaburger Straßenmarkt zum Gelände der Landesgartenschau entstehen.

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