Doppelte Premiere für die BTS

Die 17-Jährige startet erstmals bei nationalen Titelkämpfen. Damit ist sie erst die vierte BTS-Läuferin, die sich in den vergangenen 18 Jahren für eine Deutsche Meisterschaft qualifiziert hat.

In ihrer Altersklasse „Jugend“ muss sie sich gegen 25 Konkurrentinnen behaupten. Ihr Traumziel: der erste Platz. Schwind grinst bei dieser Aussage: „Jeder Sportler will ja gewinnen, aber realistisch ist eine Platzierung im Mittelfeld. Das wäre der Hammer. Schon die DM-Teilnahme ist für mich eine echte Ehre.“

BTS-Trainerin Sonja Bayerlein wird etwas konkreter: Alles um Rang 15 herum sei absolut in Ordnung. Denn die großen Favoriten kommen aus Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Viermal pro Woche im Training

Schwind bringt mit ihren 17 Jahren schon reichlich Erfahrung im Rollkunstlaufen mit. Bereits seit neun Jahren schnürt sie die Rollschuhe. Die Leidenschaft dafür ist ihr in die Wiege gelegt worden: Ihre Mutter war früher selbst Rollkunstläuferin.

Ein Schnuppertraining genügte, danach ist Sophia Schwind dabei geblieben. Vor der Deutschen Meisterschaft schraubte sie die Trainingsintensität natürlich nach oben. Viermal in der Woche trainiert sie jeweils 60 Minuten.

Vor allem auf ihrer Hauptdisziplin „Pflicht“ liegt der Fokus. Hier komme es auf Präzision an, auf „saubere Haltung“, der Körper muss „durchgestreckt und sehr ruhig“ sein. Fünfmal muss sich Schwind bei den Titelkämpfen den Wertungsrichtern stellen. In der Pflicht werden vier Bögen und eine Schlinge gelaufen. Eine Prüfung dauert etwa eine bis drei Minuten.

Schwind startet am Mittwoch

Schwind hat sich bewusst auf die Pflicht spezialisiert, auch wenn die Kür – die zweite Hauptdisziplin im Rollkunstlaufen – für die Zuschauer spektakulärer sei. Früher habe ihr die Kür besser gelegen und gefallen, aber in der Pflicht stellten sich schneller Fortschritte ein.

„Jetzt fahre ich lieber Pflicht, weil ich auch besser geworden bin“, sagt die 17-Jährige. Auch Erfolge haben sich schnell eingestellt. Den nächsten Schritt in ihrer Karriere will sie nun bei ihrer DM-Premiere machen.

Am Mittwoch, 19. Juli, ist ihrer großer Tag: Ab 13 Uhr startet Schwind in den Wettkampf ihrer Altersklasse – und da will sie auch den Heimvorteil nutzen. Im Bayreuther Eisstadion kennt sie jeden Zentimeter, weiß welche Flächen gut zu befahren sind, welche rutschiger sind. Dieses Wissen sei für sie zusätzliche Motivation.

Größte Veranstaltung der Abteilungsgeschichte

Topmotiviert geht auch Sonja Bayerlein in die Deutschen Meisterschaften. Die 33-Jährige ist nicht nur seit 18 Jahren BTS-Trainerin, sondern auch eine der Hauptorganisatorinnen der Veranstaltung: „Diese Meisterschaft ist das größte Ereignis, das die Abteilung Kunstlaufen der BTS je ausgerichtet hat.“

Seit einem Jahr laufen die Vorbereitungen. Nach dem Zuschlag für die Turner musste das Eisstadion gebucht, die Kabinen ausgewählt, Sponsoren gesucht, Versicherungen abgeschlossen und die Musik bei der Gema angemeldet werden. Bayerlein und ihre etwa 20 Helfer, fast alle sind Eltern von BTS-Kunstläuferinnen, investierten viel Zeit.

Ein finanzielles Restrisiko bleibe für die Abteilung dennoch, deshalb müsse auch Eintritt verlangt werden. „Das Optimum für den Verein wäre, wenn am Schluss noch ein kleines Plus stehen bleibt“, sagt Bayerlein. Realistischer sei jedoch, dass sich Ausgaben und Einnahmen ausgleichen. Das hängt allerdings auch vom Interesse der Zuschauer ab – und hier ist Bayerlein eher pessimistisch, rechnet nur mit wenigen Besuchern: „Aber vielleicht verirrt sich ja jemand zu uns.“

Info: Die Deutschen Meisterschaften in Bayreuth beginnen am Sonntag, 16.Juli, und enden am Samstag, 22. Juli. An den meisten Tagen starten die Wettkämpfe am Nachmittag. Die genauen Startzeiten und weitere Informationen finden sich hier

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