Der neue Raps-Chef kommt von Ravensburger

Der 49-Jährige folgt auf die überraschend ausgeschiedene Geschäftsführerin Maria-Johanna Schaecher. Dies erfuhr diese Zeitung aus zuverlässiger Quelle. Der neue Chef wurde den Mitarbeitern am Montag vorgestellt.

Kein Unbekannter

Knell ist bei Raps kein Unbekannter: Seit fünf Jahren ist der Mitglied im Unternehmensbeirat. Als ausgebildeter Diplomkaufmann war Knell zunächst neun Jahre in verschiedenen Funktionen für den Unilever-Konzern tätig, ehe er 2002 zu Ravensburger wechselte. Nach mehr als einer Dekade in der Geschäftsführung des Unternehmens war er zuletzt als Mitglied des Vorstands verantwortlich für das unternehmensweite Innovationsmanagement und die Realisierung von Unternehmenszukäufen. 2011 holte ihn Raps-Gesellschafter Frank Kühne als neues Mitglied in das Aufsichtsgremium. Kühne: „Mit Florian Knell haben wir einen strategisch denkenden Menschen und gleichzeitig erfahrenen Macher für die Geschäftsführung unseres Familienunternehmens gewonnen, dem der Umgang mit den Menschen sehr am Herzen liegt. Ferner bringt er viel Erfahrung im Bereich Internationalisierung, Innovationsmanagement und Akquisitionen mit.“

Abgang überraschend

Der Abgang der bisherigen Chefin Maria-Johanna Schaecher war für viele überraschend gekommen (wir berichteten). Die Hamburgerin, die zwischen der Bierstadt und der Hansestadt pendelte, war 2012 als Geschäftsführerin zu Raps gekommen und hatte die Erträge stark gesteigert. Laut Unternehmen war die Trennung „ihre eigene Entscheidung“. Die Zusammenarbeit sei ursprünglich auf fünf Jahre angelegt gewesen. „Doch die gesteckten Ziele wurden früher erreicht“, so das Unternehmen. Auf Nachfrage dieser Zeitung sagte Schaecher, sie wolle zu dem Vorgang im Moment noch nichts sagen. „Wenn alles geklärt ist, auch von der rechtlichen Seite“, dann könne man noch einmal reden.

Expansionskurs

Schaecher wollte das Kulmbacher Familienunternehmen auf Expansionskurs lenken und dachte dabei auch an Übernahmen. Ein halbe Milliarde Euro Umsatz hielt sie auf längere Sicht für möglich. Raps macht mit 900 Mitarbeitern, davon 550 in Kulmbach rund 180 Millionen Euro Umsatz. In sieben Produktionsstätten in Europa werden jährlich über 40 000 Tonnen an unterschiedlichsten Lebensmittelinhalts- und Zusatzstoffen produziert.

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