Der Besuchermagnet vom See

Das Fichtelgebirge: Für das ganze Fichtelgebirge weist das Landesamt für Statistik 2016 genau 10,3 Prozent mehr an Urlaubern aus. Die Zahl der Übernachtungen nahm um 7,3 Prozent zu. Da die Statistiker aus unerfindlichen Gründen die Zahlen aus den Städten Bayreuth und Hof unter das Fichtelgebirge subsumieren, dürfte die Landesgartenschau in Bayreuth bei diesem Anstieg eine Rolle gespielt haben. Kaum schlechter hat sich die Fränkische Schweiz geschlagen: 5,6 Prozent mehr Urlauber und 7,5 Prozent. Das heißt, rund um Pottenstein und Tüchersfeld ist die Länge des individuellen Urlaubs sogar gegen den allgemeinen Trend gestiegen.

Die Ochsenkopfregion: Das Landesamt für Statistik weist nur einmal im Jahr die Zahlen für alle Beherbergungsbetriebe aus, also auch die mit zehn und weniger Betten. Erst dann hat man das komplette Bild, die monatlichen Erhebungen beschränken sich auf große Häuser.

In Warmensteinach hat sich der Trend aus dem ersten Halbjahr voll bestätigt, auch inklusive der kleinen Häuser: Die Zahlen sind um ein Drittel gegenüber 2015 gestiegen (35,3 Prozent mehr Gäste, 31,7 Prozent mehr Übernachtungen). Fichtelberg konnte sich 2016 über ein Siebtel mehr Gäste und immer noch knapp sieben Prozent mehr Übernachtungen freuen.

Ein leichtes Plus in Mehlmeisel: 0,7 Prozent mehr Gäste, die aber für 4,1 Prozent mehr Übernachtungen gut waren. Nach Bischofsgrün kamen 2,4 Prozent mehr Urlauber, bei den Übernachtungen bleibt ein mageres Plus von 1,1 Prozent. Wahr ist in bezug auf Bischofsgrün aber auch: Der einzige Heilklimatische Kurort Nordbayerns hatte in den vergangenen Jahren fast immer konstante oder leicht zunehmende Zahlen geliefert, auch in Zeiten, als in Fichtelberg und Warmensteinach die Zahlen Jahr für Jahr in den Keller rauschten.

Ausblick auf 2017: Der positive Trend setzt sich weitgehend fort. Vor wenigen Tagen hat das Landesamt die Februarzahlen veröffentlicht (allerdings nur, wie erwähnt, für große Häuser mit elf und mehr Betten). Demnach hat es in den ersten zwei Monaten des Jahres im Fichtelgebirge knapp zwölf Prozent mehr Urlauber und acht Prozent mehr Übernachtungen gegeben als im Januar und Februar 2016. Warmensteinach hatte 29 Prozent mehr Gäste und 12,2 Prozent mehr Übernachtungen. Fichtelberg sogar ein Drittel mehr Gäste aber nur ein Plus von knapp neun Prozent bei den Übernachtungen. Nach Bischofsgrün kamen knapp sieben Prozent mehr Gäste, die für knapp fünf Prozent mehr Übernachtungen sorgten. Aus dem Rahmen fällt Mehlmeisel: 43 Prozent weniger Urlauber, 36,5 Prozent weniger Übernachtungen.

Senkrechtstarter Weißenstadt: Hier hat seit den ersten zwei Monaten 2016 ein neues großes Haus eröffnet: das Gesundzeitressort Siebenquell mit 224 Hotelbetten. Das Haus scheint ein durchschlagender Erfolg zu sein: Die Zahl der Weißenstädter Urlauber hat sich nämlich im Januar und Februar 2017 binnen Jahresfrist fast verdreifacht (Steigerung: 174 Prozent). Und die Zahl der Übernachtungen ist immer noch um knapp 64 Prozent gestiegen. Die Diskrepanz rührt daher, dass Wellnessaufenthalte im Siebenquell in der Tendenz kürzer sind als die ein- oder mehrwöchigen Aufenthalte im Kurzentrum Weißenstadt am See.

Und das neue Haus geht nicht auf Kosten des bestehenden: „Im Kurzentrum hatten wir 2016 unser bestes Jahr, und aktuell liegt die Auslastung unserer 200 Betten bei über 90 Prozent“, so Silke Stich, Marketingleiterin der Gesell GmbH. Zwischen den Gästen im Kurzentrum und denen im neuen Gesundzeitressort Siebenquell liege altersmäßig eine Generation. Die Gäste im Hotel des Siebenquell blieben in der Regel zwischen zwei und vier Nächte. Sie kommen vorwiegend aus Bayern, Sachsen und Thüringen.

Im Februar waren die Betten des Siebenquell zu 70 Prozent ausgelastet. Im März und April schaffte man dank lukrativer Eröffnungsangebote sogar 100 Prozent: „Aktuell sind wir bis Ende des Monats ausgebucht“, so Stich. Insgesamt ein Erfolg, der auch auf andere Vermieter in Weißenstadt ausstrahlt. Auch Ferienwohnungsbesitzer berichteten von steigenden Belegungszahlen, so Stich.

Nicht bewertet

Anzeige

Kommentare

...traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast... (= Erfahrungswerte)
..... also die Zahlen für das Fichtelgebirge sind schon etwas seltsam.
Wenige Attraktionen und soviel Zuwachs, das glaubt doch niemand!!
Wer hat denn da an der Statistik gedreht??
Ich denke mal die Touristikmanager :-)

Realistisch sind die Zahlen für Weißenstadt!!