Da brennt's bei der Feuerwehr

Diese Wünsche gab Herrmann dem SPD-Landtagsabgeordneten Christoph Rabenstein mit nach München. Rabenstein hatte die Freiwillige Feuerwehr Bayreuth im Gerätehaus in St. Johannis besucht, weil er wissen wollte, wo es bei den Helfern brennt.

Ausbildung nimmt viel Zeit in Anspruch

Notfalleinsätze müssen gründlich vorbereitet werden. Deshalb stehen regelmäßige Übungen und Schulungen für jeden Feuerwehrmann im Kalender. Den Zeitaufwand dafür beschreiben manche mit einem Begriff: Selbstausbeutung. Alleine die Grundausbildung dauert 70 Stunden. Wer eine Führungsposition anstrebt, muss Lehrgänge in einer der drei Feuerwehrschulen in Bayern besuchen. "Die Ausbildung zum Gruppenführer dauert eine Woche", sagt Abteilungsführer Alexander Hohl. Für diesen Lehrgang opfert der Aktive eine Woche seines Jahresurlaubs.

Die Feuerwehren haben sich in den vergangenen Jahrzenten sehr verändert. "Sie sind immer professioneller geworden", sagt Rabenstein. Gerade die Feuerwehren in der Nähe von Autobahnen werden oft zu schweren Verkehrsunfällen gerufen, bei denen Menschen in ihren Autos eingeklemmt sind. Für die Bergung ist eine besondere technische Ausrüstung erforderlich, die wiederum eine gesonderte Ausbildung voraussetzt. Diese Ausbildung kostet Zeit. Private Zeit, die der Aktive nicht mit der Familie verbringt oder für Hobbys nutzt.

Mehr Zuwachs wäre schön

"Die meisten haben einen Beruf und machen die Feuerwehr nebenbei", sagt Herrmann. Die Zeit für einen Sportverein kann man planen, die für die Feuerwehr nicht. Bei einem Ehrenamt springt nichts für die Ehrenamtlichen dabei raus, sagt er. "Deswegen wäre es schön, wenn etwas zurückkommen würde". Eine Anerkennung gibt es zumindest für die Feuerwehrler, die seit 40 Jahren aktiv Dienst tun: Sie und ihre Partnerin bekommen eine Woche Urlaub im Feuerwehrerholungsheim in Bayerisch Gmain.

Die Kinder und Jugendarbeit läuft gut in Bayreuth. Die Verantwortlichen würden sich aber über mehr Zuwachs freuen. Deswegen werben die Feuerwehren verstärkt und organisieren Schau-Einsätze. Lena Müller, Teamleiterin der Kinderfeuerwehr in Bayreuth, berichtet, dass die Ausbildung der Kinder spielerisch abläuft. Zum Beispiel mussten sie bei einer Art Schnitzeljagd im Rotmain-Center Notausgangsschilder finden. "Das hat ihnen viel Spaß gemacht", sagt Müller. Zusammen mit drei weiteren Frauen leitet Lena Müller die Kinderfeuerwehr in Bayreuth. Einmal im Monat, samstags, treffen sie sich für zwei Stunden in der Feuerwache. Momentan sind 16 Kinder dabei. Die Arbeit mit den Feuerzwergen macht Müller Spaß. Sie ist Erzieherin und hat seit einem Jahr die Grundausbildung in der Feuerwehr abgeschlossen. Zur Feuerwehr ist sie durch ihren Vater gekommen. "Meistens wird das Ehrenamt durch ein Familienmitglied vererbt", sagt Herrmann. Es sei auf jeden Fall problematisch, "Nachwuchs für Führungspositionen zu gewinnen", sagt der Stadtbrandrat.

Einsätze während der Arbeitszeit

Ein weiteres brisantes Thema sind Einsätze während der Arbeitszeit. Auch wenn beide Seiten für den Ausfall entschädigt werden, verwehren manche Arbeitgeber ihren Leuten die Freistellung für den Einsatz. "Wer in den Produktionsprozess eingebunden ist, kann auch nicht weg", sagt Abteilungsführer Hohl. Es komme immer auf die Situation an. "Es ist ein Geben und Nehmen", sagt Herrmann. Alles sei im bayerischen Feuerwehrgesetz geregelt.

Info: Die Freiwillige Feuerwehr Bayreuth besteht aus zwölf Abteilungen mit insgesamt 390 Aktiven. Die Freiwilligen Feuerwehren Laineck und Wolfsbach sind mit eingerechnet. Die Abteilung Ost besteht aus 48 Aktiven.

5 (1 vote)

Anzeige

Montag, 13. November 2017 - 11:06