Bürgerbegehren schockt Gemeinderäte

Gehörig schlucken mussten die Räte auch, als sie vom Architekten Norbert Kastl die geschätzten Kosten für den Rathaus-Neubau vernahmen: Einschließlich der Außenanlagen etwa drei Millionen Euro. Kastl stellte die neue, abgespeckte Entwurfsplanung vor, die mit dem Rathaus-Arbeitskreis abgesprochen worden ist.

Gemeinde hat vier Wochen Zeit

Doch zuerst zum Bürgerbegehren: Die Gemeinde hat nun vier Wochen Zeit, den Antrag und dessen Zulässigkeit zu prüfen, so der Bürgermeister. Falls es keine Einwände gibt, müsse der Antrag dann innerhalb von drei Monaten umgesetzt werden. Die Sache hat einen Haken, der sich auf die laufende Planung für ein neues Rathaus auswirkt: Bis das Ergebnis des Bürgerbegehrens endgültig feststeht, muss die Arbeit am Neubau-Projekt auf Eis gelegt werden. Es dürfen keine neuen Beschlüsse gefasst werden. Hofmann kündigte an, dass er sich wegen der Thematik im Landratsamt informieren wird.

Höhere Kosten für die Kommune

Viele Gemeinderäte meldeten sich nach der Bekanntgabe zu Wort. Einig war man sich darin, dass ein Bürgerbegehren zum jetzigen Zeitpunkt nicht gut für die Kommune sei. Die Planung für den Neubau sei doch schon recht weit fortgeschritten. Johannes Knauer fragte beispielsweise, ob sich der Antragsteller bewusst sei, dass er nicht zum Wohl der Gemeinde handle. Schließlich entstehe durch die verursachte Verzögerung höhere Kosten für die Kommune, was Bürgermeister Hofmann bestätigte. Marcel Dielesen war außer sich: „Sind wir als Gemeinderäte bald überflüssig?“, fragte er. „Wenn unsere Arbeit auf diese Weise torpediert wird, können wir es lassen. Lassen wir doch die Bürger bei allen Fragen entscheiden.“

Dorfgemeindehaus in Weiher

Bis es so weit kommt, wird erst noch die Planung im Gemeinderat besprochen, der am Donnerstag im Dorfgemeindehaus in Weiher tagte. Der Rathaus-Neubau wird, so der aktuelle Planungsstand, etwa 1,5 Meter kürzer als bisher vorgesehen. Das geht auf Kosten des künftigen Sitzungssaales (ein Meter schmäler) und des Treppenhauses. Im Keller werden unter anderem der Technikraum, die Heizung und die Toiletten zu finden sein. Im Obergeschoss die Räume für den Bürgermeister, den Verwaltungsleiter und die Kasse.

Treppenbereich großzügiger

Die Büroräume werden durch eine Zwischentür vom öffentlich-zugänglichen Bereich abgetrennt. Über die Fassadengestaltung wurde zwar schon gesprochen, es wurde aber noch keine Entscheidung getroffen. Einig war sich Kastl mit dem Bürgermeister und den Mitgliedern des Arbeitskreises, dass der Treppenbereich vor dem Haupteingang großzügiger gestaltet werden soll. Die Treppen werden abgerundet. „Hier kann man sich künftig,“ so der Bürgermeister, „beispielsweise nach Hochzeiten treffen und Fotos machen.“ Alle Räte waren mit der Entwurfsplanung einverstanden. Thomas Nägel sprach aus, was wohl die anderen dachten: „Ich würde mich freuen, wenn das Projekt so realisiert wird. Das Ganze ist zukunftsorientiert, der Ortskern von Kirchahorn würde davon profitieren.“

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Kommentare

Arbeitsräume im Obergeschoss und die Toiletten im
Keller. Was soll das denn ?
Barrierefrei mit Aufzug ??
Ich glaub mal dass hier eine eigenmächtige Planung
einiger Gemeinderäte stattgefunden hat.
Richtig so das Volksbegehren. Erst mal fragen und dann planen.