Bekommt Pegnitz einen See?

Kilian Dettenhöfer, Einzelkämpfer für die Junge Liste im Gremium, steckt federführend hinter der Wiederbelebung dieses auf den ersten Blick utopisch anmutenden Vorhabens, das einst schon Altbürgermeister und Obervisionär Manfred Thümmler ins Spiel gebracht hatte. CSU, Freie Wähler und Pegnitzer Gemeinschaft unterstützen das Ganze, haben den Antrag ebenfalls unterschrieben. Einen Antrag, der kein fertiges Konzept enthält. Sondern den Vorschlag, sämtliche Möglichkeiten für ein solches Projekt untersuchen zu lassen. Und zwar unter dem Dach einer wissenschaftlichen Arbeit.

Hochschule als Partner

Dafür haben Dettenhöfer & Co auch schon einen Partner ausgemacht – die Fakultät für Landschaftsarchitektur der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Dort wurde das, was die Pegnitzer Räte da vorhaben, schon im März in einer „Freiraumplaner-Stadtplanerrunde“ vorgestellt. Mit Erfolg. Ende April erklärten zwei Professoren der Hochschule, diese Aufgabenstellung gemeinsam in Gestalt einer „Allgemeinen Bachelorarbeit“ anbieten zu wollen. Und zwar für das Sommersemester 2018.

Ortstermin im Herbst?

Um alle Anliegen der Pegnitzer Räte berücksichtigen zu können, schlug die Fakultät einen Ortstermin im September oder Oktober vor. „Hierbei sollen die wesentlichen Grundzüge und Belange dieses Projekts geklärt und aufgenommen werden“, heißt es in dem gestern behandelten Antrag.

Warum diese Initiative? Weil die Bevölkerung sich einen Natur- und Badesee mit angegliedertem Campingplatz und Wohnmobilstellplätzen wünsche. Auch wenn es sich letztlich um einen künstlichen See handle – indem man die Fichtenohe anstaut.

"Schwierig, aber umsetzbar"

Das Wasserwirtschaftsamt in Hof beurteile das Projekt nach Rücksprache mit anderen Einrichtungen und Behörden von der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt bis hin zum Landespflegeverband „als schwierig, aber umsetzbar“. Weil hier ja schon Renaturierungsmaßnahmen am Bachbett der Fichtenohe stattfanden.

Eine unschöne Brache

Der Standort ist aus Sicht der Antragsteller ideal. Weil die Fläche zwischen Guyancourtbrücke und dem Ganzjahresbad Cabriosol eine landschaftlich wie landwirtschaftlich eher „unschöne Überschwemmungsbrache“ sei. Und es habe ja schließlich seinen Grund, dass schon vor Jahren Pläne für die Gestaltung von Wasserflächen in diesem Bereich skizziert wurden.

Auch bei Isek ganz oben gelistet

Nicht zu vergessen: Diese Planspiele seien ja auch Bestandteil des kürzlich fertiggestellten Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Isek), sie seien dort mit „hoher Priorität“ eingestuft. Wobei natürlich immer der Schutz dieser Naturlandschaft „zur Sicherung unserer Umwelt- und Lebensqualität“ im Auge behalten werden müsse. Ein Ziel müsse es daher immer sein, neue Lebensräume für gefährdete Pflanzen- und Tierarten zu schaffen und bestehende zu erhalten.

Letztlich entscheidet der Stadtrat

Und, klar, eine Analyse des Machbaren müsse auch die Einbindung eines neuen Badesees in das Gelände des Freizeitparks berücksichtigen. All das mündete in den Beschlussvorschlag, mit der Hochschule in Weihenstephan zusammenzuarbeiten, um kommenden Jahr das Konzept für ein Naherholungsgebiet ausarbeiten zu lassen. Sollte dies Anklang finden, müsse es im Stadtrat abschließend diskutiert werden. Die Kosten sollte die Stadt im Vorfeld noch einmal mit der Hochschule ausloten und das Ergebnis ebenfalls dem Stadtrat vorlegen. Und: Die Kosten seien im Haushalt für 2018 unter dem Punkt „freie finanzielle Mittel“ einzustellen – wobei auch mögliche Fördermittel aus dem Isek-Programm zu berücksichtigen seien.

Einstimmig befürwortet

Dieser Beschlussvorschlag wurde dann auch einstimmig nach kurzer Debatte abgesegnet. Allerdings auf Wunsch von Bürgermeister Uwe Raab leicht abgeändert: Was auch immer da kommt, dürfe sich aus wirtschaftlicher Sicht nicht negativ auf das Cabriosol auswirken - das wollte er festgeschrieben haben. Dazu gab es keine Einwände.

4 (2 Stimmen)

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