Barrierefreie Wohnungen im Bürgerspital

Der Stadtrat stimmte einmütig zu. Über die Kosten konnte allerdings noch nichts gesagt werden, weil der Statiker erst Anfang nächster Woche kommt. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen haben jedoch Einfluss auf die Detailplanung und damit auch auf die Kosten. Im Erdgeschoss und im ersten Stock sind je vier Wohnungen geplant, die zwischen 57 und 65 Quadratmeter groß sein werden.

Für Rollstuhlfahrer

Zwei davon sind für Rollstuhlfahrer geeignet. Im zweiten Stock, der Dachschrägen hat, werden die vier Wohnungen zwischen 47 und 52 Quadratmeter groß. Wenn sie barrierefrei genutzt werden wollen, ist im Schlafzimmer nur Platz für ein Einzelbett. Vom bisherigen Bürgerspital bleibt das Treppenhaus erhalten.

Zugang zur Spitalkirche

Es bietet im Erdgeschoss einen rollstuhlgerechten Zugang zur Spitalkirche, der auch den Bewohnern des benachbarten Caritasheimes weiterhin zur Verfügung stehen soll. Mit dem Zugang vom Treppenhaus wird ein neuer Aufzug eingebaut. Rollstuhlfahrer erreichen diesen über einen Hintereingang, da der Haupteingang auch nach dem Umbau nicht ohne Treppen auskommen wird. Die Wände entlang der Flure bleiben aus statischen Gründen erhalten. Am Ende jedes Flurs wird ein durch eine Brandschutztür getrennter „sicherer Raum“ geschaffen.

Große Außentüren

Von diesem aus können die Bewohner im Brandfall über große Außentüren, die an der Giebelseite sind, von der Feuerwehr aus dem Haus geholt werden. Die jetzige Fluchttreppe an der Rückseite wird aus optischen Gründen abgebaut. Hier entstehen Balkone und Terrassen für jede hinten liegende Wohnung. Im Keller des Gebäudes werden Abstellplätze für die Mieter geschaffen. Auch die Haustechnik kommt im Untergeschoss unter.

Verbesserte Fassadengestaltung

Der Kellerausgang bleibt erhalten und führt zu den Mülltonnen. Nicht beplant wurde der Spitzboden. Der Einbau von Wohnungen wäre dort zwar möglich, aber kostenintensiv. Im Stadtrat fanden die Vorschläge des Architekten Zustimmung. Besonders die verbesserte Fassadengestaltung wurde gelobt. Herbert Appl (CSU) äußerte zunächst Bedenken, dass zwei rollstuhlgerechte Wohnungen nicht reichen könnten. Dr. Edmund Goß (SPD) erkundigte sich, ob der neue Aufzug für den Rettungsdienst ausreichen werde. Dies verneinte Architekt Meiller. Es habe ein Rollstuhlfahrer mit Begleitperson Platz.

Patiententransport

Der Fahrstuhl könnte jedoch größer, aber damit auch teurer, geplant werden. Im großzügigen Treppenhaus sei auch Platz für einen eventuellen Patiententransport, meinte der Rathauschef. Helmut Zerreis (CSU) vermisste Parkplätze für die zwölf Wohnungen. Diese Frage sei noch nicht abschließend besprochen, so Joachim Neuß. Bei der Sanierung der Unteren Vorstadt werde das Thema angegangen.

Lange Geschichte

Ein Kompliment für die gelungene Außenansicht kam von Holger Eckert (Freie Wähler). Die Entscheidung für die weitere Planung des Entwurfs erfolgte einstimmig. Das Bürgerspital hat eine lange Geschichte. Seit 1384 waren bedürftige Bürger im Haus willkommen. Das jetzige Gebäude war 1817 gebaut worden. Anfang 2004 wurde das Bürgerspital organisatorisch dem Caritasheim St. Hedwig angegliedert, der Pachtvertrag läuft zum Jahresende aus.

45 000 Euro für die Aufzugstechnik

Die Caritas hat den Vertrag gekündigt, weil das Gebäude nicht mehr wirtschaftlich als Pflegeheim betrieben werden kann. 2010 wurden 45 000 Euro in die Aufzugstechnik investiert Die Spitalstiftung hat in den vergangenen Jahren wieder Geld in das Gebäude gesteckt. Zum Beispiel wurde im Herbst 2010 für rund 45 000 Euro die Technik des Aufzugs, der vor 50 Jahren eingebaut worden war, modernisiert.

Auch ein Nottreppenhaus wurde hinter dem Haus angebaut. Dennoch müssten große Summen in einen zeitgemäßen Umbau als Pflegeheim investiert werden. Der Stadtrat hatte bereits im Januar die Planung für Generalsanierung und Umbau an das Amberger Büro em-architekten vergeben.

Nicht bewertet

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