Bald Juragruppen-Wasser für Leups

Der Pegnitzer Verbandsrat Günther Bauer sprach das Thema an, wie es denn nun um die Wasserversorgung des Ortes bestellt sei. Wie mehrfach berichtet, will sich ein Landwirt von der Wasserlieferung durch die Juragruppe abnabeln, will einen Brunnen bohren und sich selbst versorgen. Die Juragruppe verweigerte ihm die nötige Befreiung, der Landwirt klagte dagegen vor dem Verwaltungsgericht – und bekam recht.

Erst Befreiung, dann Brunnenbau

„Wir erarbeiten gerade den Befreiungsbescheid“, sagte Hans Hümmer, Geschäftsführer der Juragruppe, gestern. Damit habe sich dann die eigene Wasserversorgung für Leups erledigt. Nicht nur, weil das Quellwasser immer wieder mit Keimen belastet ist. Sondern vor allem, weil der Landwirt ein wichtiger Abnehmer war und jetzt trotz der lokalen Brauerei deutlich weniger Wasser verbraucht werde. Dadurch drohe mangels Durchfluss stehendes Wasser in den Leitungen – wodurch wiederum die Verkeimungsgefahr in nicht hinnehmbarer Weise steige.

Es bleibt nur der Anschluss ans Zentralnetz

Bleibe als Alternative also nur der Anschluss von Leups an das Zentralnetz der Juragruppe. Dieser erfolge durch den Bau einer Leitung nach Bodendorf. Dieser Schritt sei mit enormen Vorteilen verbunden. Denn: Der dortige Wasserbehälter liege auf 611 Meter Höhe. Mit der Konsequenz, „dass wir das Wasser etwa nach Troschenreuth nicht mehr hochpumpen müssen, das fließt dann im freien Gefälle“. Und zwar bis nach Auerbach, das zum Teil über eine neue Leitung von Troschenreuth aus versorgt werden soll.

Pumpwerk dann überflüssig

Am Ende stehe eine Ringleitung, die auch das Pumpwerk in Zips überflüssig macht. Das wolle die Juragruppe aber erhalten, um für Notfälle gewappnet zu sein. Zum Beispiel bei einem Rohrbruch in der großen Leitung unter der Autobahn: „Dann wären nämlich Bereiche von Pegnitz abgeschnitten, so können wir eine Versorgung über Zips sicherstellen, das ist dann unser zweites Standbein“, betonte Hümmer.

Gibt es einen Zuschuss?

Offen ist noch die Frage, ob für den Leupser Leitungsbau Zuschussmittel aus München fließen. Die Planungen seien abgeschlossen, die Förderanträge gestellt, so Hümmer. Auch Gespräche zu diesem Thema im Umweltministerium verliefen positiv. Doch dort müsse man jetzt prüfen, ob im Topf des Ende September auslaufenden Förderprogramms für Errichtung von „zweiten Standbeinen“ überhaupt noch Mittel vorhanden sind.

Es muss schnell gehen jetzt

So oder so muss es schnell gehen in Leups – damit der Brauerei Gradl, wenn der Landwirt als Abnehmer wegfällt, hochwertiges Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Während die Leupser Quelle erst vor dem Aus steht, hat sich die in Zips bereits verabschiedet. Wie berichtet, reicht die Schüttung nach Trockenperioden nicht mehr aus. Für den Ort selbst war rasch eine Lösung gefunden, da eine Fernleitung der Juragruppe durch das Dorf führt. Turbulenzen gab es jedoch bei den von hier aus versorgten Schnabelwaider Ortsteilen Schönfeld und Preunersfeld. Das Landratsamt ordnete eine Notversorgung an.

Adieu für Zipser Quelle

Dem Bau einer neuen Leitung verschlossen sich bisher Bürgermeister und Gemeinderat von Schnabelwaid. Dort will man kein Wasser von der Juragruppe, liebäugelt eher mit einem Anschluss an die Creußener Gruppe. Die Juragruppe sehe jedenfalls keinen Handlungsbedarf, „wie es weitergeht, ist ausschließlich Sache der Marktgemeinde Schnabelwaid“. Der Zweckverband beschäftige sich lieber mit dem anstehenden Bau einer neuen Leitung von Zips nach Langenreuth, für den fast alle Grundstücksverhandlungen bereits abgeschlossen seien.

Am Dianafelsen 3, 91257 Pegnitz

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