Aus für "St. Georgen swingt"

Brannaburger, so nennen die Bayreuther die Brandenburger Straße, das Rückgrat der markgräflichen Planstadt St. Georgen. Drei Tage im Jahr verwandelte sich der Brannaburger mit seinen Hinterhöfen in das Gelände für ein besonderes Festival, das Tausende von Besuchern anzog. Ein Festival, nicht so speziell und ausgesucht wie das Jazzforum, doch spezieller und ausgesuchter als das Bürgerfest. Zwei Dutzend Bands unterschiedlichster Richtungen spielten bei der jüngsten, der siebten Auflage auf. Und einige von ihnen hatten sich schon für 2018 vormerken lassen. Für die achte Auflage von „St Georgen swingt“, die nun nicht mehr kommen wird.

Der Grund: personelle Auszehrung. Es fehle schlicht an Mitstreitern, um die viele Arbeit für ein Festival dieser Größe zu bewältigen, sagt Regine Gareis auf Nachfrage. Hilfskräfte dirigieren, auf- und abbauen, an der Kasse sitzen, Ausschank organisieren, Bands einladen: Von 22 „Ämtern“ spricht Gareis, die schon dieses Jahr auf nur noch 16 Mitstreiter aufgeteilt worden seien. Sechs von diesen Helfern haben sich nun zurückgezogen, zwei weitere seien gesundheitlich nicht in der Lage, die Arbeit für ein solches Großereignis von drei Tagen Dauer mitzutragen.

Zu wenige Helfer

"Was für die Gäste Unterhaltung und Vergnügen ist, ist für die Mitglieder und die anderen ehrenamtlichen Helfer viel Arbeit mit einer großen Verantwortung", heißt es in einer Pressemitteilung, die der Verein gestern Nachmittag veröffentlichte.

2017 wurde das Festival gerade einmal von der Hälfte der für einen reibungslosen Ablauf benötigten Mitglieder organisiert. Von den mitwirkenden Vereinen kamen zwar in all den Jahren Helfer für den Auf- und Abbau, aber auch hier „wird der Mangel an ehrenamtlichen Hilfskräften immer deutlicher“, so ließ sich Regine Gareis in der Pressmitteilung zitieren. "Die Ansprüche in allen Bereichen steigen, und das kann der Verein alleine nicht mehr stemmen." Weil sich nicht mehr genügend Mitarbeiter gefunden hätten, die diese Verantwortung mittragen wollten und konnten, habe der Verein auf seiner Mitgliederversammlung beschlossen, sich zum 31. März kommenden Jahres hin aufzulösen.

"Was bleibt, ist die Erinnerung an sieben tolle Wochenenden im Juli in den Jahren 2011 bis 2017", teilt der Verein weiter mit. In derselben Mitteilung danken Gareis und ihre Mitarbeiter "den langjährigen Unterstützern, Sponsoren, Vereinen und Gastronomen" und "den Menschen, die dieses Festival zu dem machten, was es war: ein Kulturerlebnis auf hohem Niveau".

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Kommentare

Das ist aber extremst schade und maxht BT ein ganzes Stück ärmer!!!
Vielleicht gäbe es die Möglichkeit, dass es ein prof. Veranstalter übernimmt?
Ich würde gerne auch 10 € / Tag mehr Eintritt zahlen, wenn es dafür in entsprechender Qualität weitergeführt werden könnte!
Ich kenne leider nicht die Organisationsform für "St. Georgen swingt". Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass es für private Organisatoren sehr schwierig ist, den großen Arbeitsaufwand zu schultern, auch das finanzielle Risiko. Meiner Meinung nach geht es für solche Großveranstaltungen nicht auf Dauer, dies ohne reale Mitwirkung der kommunalen Stadtverwaltung durchzuführen. Schließlich handelt es sich um eine Veranstaltung für alle Bürger.
Bei einem Festival mit so viel Flair und Strahlkraft wäre es toll, wenn Stadt oder BMTG sich um Lösungen bemühen könnten und St. Georgen Swingt auf ein stabiles Fundament stellen könnten - vielleicht mit Sponsoren, vielleicht alle 2 Jahre - hauptsache es bleibt der Stadt erhalten ...
Der Verein hat doch 7 Jahre gezeigt, dass so ein Konzept erfolgreich durchgeführt werden kann. Das heißt doch, dass die Stadt oder BMTG ein überschaubares Risiko eingeht, wenn sie sich ab jetzt an der Organisation mit beteiligen und sie übernehmen. Vielleicht können dadurch manche bisherigen ehrenamtlich Mitwirkenden dazu motiviert werden, weiter mitzumachen. Da auch viele Vereine diese Aufgaben nicht mehr schultern können oder wollen, ist diese Art der Zusammenarbeit zwischen Kommunalpersonal und Mitbürgern vielleicht die einzige Möglichkeit, in Zukunft größere Veranstaltungen ohne kommerzielle Veranstalter abzuwickeln.
Ein Konzept, was sich durch den Einsatz ehrenamtlicher Helfer gerade so trägt, kann durch den dann notwendigen Einsatz zu entlohnender Kräfte ganz schnell zum Draufzahlgeschäft werden.
Zudem liegt das durch die Stadt veranstaltete Sommernachtsfest - ebenfalls nicht durch gigantische Mehreinnahmen bekannt - zeitlich sehr eng an SGS. Das müsste zudem entzerrt werden, nur wohin?
Ja, da haben wir bei unserem Fest immer darüber diskutiert, ob man bei einem Bürgerfest Eintritt verlangen soll, oder die Unkosten über den Verkauf von Getränken und Essen versucht zu begleichen.
Wie macht es denn Bamberg mit seinem Straßenfest "Bamberg zaubert"?
Noch dazu sind die Eintrittspreise von St.-Georgen swingt sehr niedrig für das Gebotene.
Man könnte das mit Sicherheit kostendeckend bekommen. Müsste man aber gar nicht - solche Veranstaltungen - wie auch das Eremitagefest - sind so oder so ein Gewinn für die Stadt (weicher Standortfaktor, Lebensqualität, Außenwirkung/Image ...) - vorausgesetzt man macht es richtig und vermarktet es bei geschärftem Profil sinnvoll (Von BA zaubert findet man z.B. selbst in Nürnberg Plakatwerbung)