Auerbacher beklagen fragwürdige Pfiffe

Die Kirchzeller zeigten vom Anpfiff an, dass es für sie um den Klassenerhalt geht, kämpften mit Haken, Ösen und Ellenbogen. Zudem hatten sie in Hanno Vöhringer den nötigen starken Rückhalt zwischen den Pfosten stehen. Doch Auerbach hielt körperlich dagegen, arbeitete konzentriert in der Abwehr, konterte die schnelle 2:0-Führung der Unterfranken durch drei eigene Tore und übernahm in der achten Minute in Unterzahl vorläufig das Kommando.

Danach wechselte die Führung, bis es in der 20. Minute zu einem ersten kleinen Bruch im Spiel der Gäste kam. Matthias Schnödt musste wegen einer Nichtigkeit das Spielfeld für zwei Minuten verlassen. Zudem taten sich die Gäste in der Offensive schwer, mehrere Bälle wurden teils leichtfertig vergeben. Die Hausherren zogen ohne größere Gegenwehr ihr Spiel auf und erzielten vier schnelle Tore. In der 26. Minute musste Schnödt beim Stand von 11:8 erneut auf die Bank, eine Minute später folgte ihm mit Dino Corak ein Spieler des TV Kirchzell. Zu diesem Zeitpunkt hatte man noch den Eindruck, die Schiedsrichter würden das Spiel ausgeglichen leiten wollen.

Fragwürdige dritte Strafe für Schnödt

Mit einem 12:10 für den TV ging es in die Halbzeitpause – und gleich nach Wiederanpfiff verkürzte Maximilian Lux auf 12:11. Doch Kirchzell nutzte nun geschickt die Möglichkeiten, die ihnen einige unglückliche Pfiffe des Schiedsrichtergespanns boten, und baute den Vorsprung wieder aus. Erst sieben Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da stand wieder Schnödt im Mittelpunkt. Zur Verwunderung der Blau-Weißen erhielt er wegen einer Nichtigkeit seine dritte Zeitstrafe – die Partie war für ihn beendet. Als drei Minuten später auch Philipp Schöttner wegen eines harmlosen Fouls zum zweiten Mal auf der Bank Platz nehmen musste, war der Ärger im Auerbacher Lager groß.

Der TV Kirchzell nutze seine numerischer Überlegenheit aus und zog bis zur 45. Minute vorentscheidend auf 19:13 davon. Die Gäste mühten sich redlich, konnten aber nur noch Ergebniskosmetik betreiben. Dabei mussten sie ab der 55. Minute zeitweise sogar nur mit drei Feldspielern versuchen, den Ball im gegnerischen Netz unterzubringen. Ein Unterfangen, das zumindest in doppelter Unterzahl sogar einmal gelang. In der Schlussphase gestaltete der SV 08 den zwischenzeitlichen 18:25-Rückstand (56.) noch etwas freundlicher.

Lob vom gegnerischen Trainer

Lob gab es für den couragierten Auerbacher Auftritt vom gegnerischen Trainer Gottfried Kunz: „Ich hatte nicht erwartet, dass Auerbach uns noch so stark fordern würde. Ich hatte gedacht, nachdem sie die Klasse schon sicher und ihren Rückzug aus der 3. Liga bekannt gegeben haben, würden sie es uns etwas leichter machen.“

Info: Am kommenden Samstag erwartet das Auerbacher Team um Spielertrainer Tobias Wannenmacher zu seinem letzten Drittliga-Auftritt in der Helmut-Ott-Halle den ehemaligen Europapokalsieger TV Großwallstadt. Die Zuschauer werden gebeten, in den Vereinsfarben Blau und Weiß zu erscheinen.

Statistik

TV Kirchzell: Friedrich, Vöhringer – Baier, Klimmer (5), Bauer (1), Gläser (2), Stark (3), Kunz (6/3), Haufglöckner, Orlovsky, Corak (3), Liebald (1), Göpfert (5), Jörg.

SV 08 Auerbach: Bayerschmidt, Goebel – Tannenberger (1), Weiss, Neuß (1), Lux (5/1), Laugner (1), Schnödt (2), Klima, Büttner (2), Schramm (1), Müller (5), Wolf (3), Schöttner (1).

SR: Jäckel/Steszak (Alsweiler); Strafminuten: Kirchzell 6, Auerbach 16, einschl. Rote Karte für Schnödt (37./3. Zeitstrafe); Zuschauer: 610.

Stationen: 2:0 (5.), 2:3 (8.), 6:7 (19.), 10:7 (25.), 12:8 (28.), 12:10 (Halbzeit), 12:11 (31.), 14:11 (34.), 14:13 (37.), 19:13 (45.), 25:18 (56.) 26:22 (Ende).

Nicht bewertet

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