Altstadt- und Bierfest: Längerer Ausschank

Huhn mahnte: Auch deren Bedürfnisse müssten berücksichtigt werden. Der Stadtrat folgte Huhns Worten nicht. Nur er war dagegen. Damit steht ein paar fröhlichen und verlängerten Nächten während des Altstadt- und des Bierfests nun nichts mehr im Wege.

37 Jahre Erfahrung mit den Feierwütigen

Dass sie feiern wollen, sei aus der Sicht junger Leute zu verstehen, räumte Siegmund Huhn ein. Sie seien nicht so lärmempfindlich, und sie hätten auch mehr Stehvermögen. Aber man müsse auch auf die Rücksicht nehmen, die nicht bis in die Nacht feiern wollen und sprach von unschönen Lautstärken, denen die Menschen ausgesetzt seien und von negativen Begleiterscheinungen wie dem Alkoholkonsum.

Als Innenstadtbewohner habe er davon nun schon eine 37-jährige Erfahrung. Mehrfach sei er in seiner Apotheke schon darauf angesprochen worden, er solle sich doch einsetzen, dass auch während der großen Kulmbacher Feste die Sperrzeiten nicht verkürzt werden sollen

Nagel: „Wir wollen doch junge Leute in unserer Stadt. Laden wir sie ein!“

Das sahen alle anderen Stadträte anders. Thomas Nagel (FDP) betonte, er freue sich darauf, dass von heute an die Menschen die Möglichkeit haben, drei Tage lang miteinander das Altstadtfest zu feiern. Mit Blick auf den Jubel übe die Ansiedlung einer Uni-Einrichtung sagte Nagel: „Wir wollen doch junge Leute in unserer Stadt. Laden wir sie ein!“

Jörg Kunstmann erinnerte daran, dass auch die Gastronomiebetriebe unter der Großbaustelle auf dem Zentralparkplatz zu leiden haben. „Das ist keine einfache Situation, und mit der Verkürzung der Sperrzeit haben wir die Möglichkeit, etwas zur Verbesserung beizutragen.“ So sah das auch Wolfram Brehm von der CSU. „Wir wollen Kulmbach beleben. Wenn wir nicht mehr in der Lage sind, einmal für eine ganz kurze Zeit zu feiern, dann können wir die Stadt zusperren.“

Humor prallt an Huhn ab

Beifall erntete Stadtrat Dr. Dieter Hägele. Der ehemalige Chefarzt am Kulmbacher Klinikum gab seinem Stadtratskollegen Huhn einen „Rat aus ärztlicher Sicht“: Es sei wissenschaftlich belegt, dass Senioren einen verringerten Schlafbedarf haben, sagte Dr. Hägele mit einem Augenzwinkern.

Sein Versuch, Siegmund Huhn bierernste Miene etwas aufzuheitern, schlug fehl. Aber Dieter Hägele wurde für seinen Versuch, etwas Humor in die Debatte zu bringen und eine Lanze für die Feierlaune zu brechen, mit dem strahlenden Lächeln ausnahmslos all seiner Stadtratskollegen belohnt.

Stadtrat hofft auf verlängerte Zeiten für Pendelbus

Montags bis donnerstags und am Sonntag darf während der Bierwoche bis 1.30 Uhr ausgeschenkt werden, freitags und samstags bis 2.30 Uhr. Am Altstadtfestfreitag und am Samstag sind Ausschank- und Musikspielzeiten bis 2 Uhr erlaubt und am Sonntag darf die Musik bis 23 Uhr spielen, Ausschank ist bis 24 Uhr.

Nachdem auch Ingo Lehmann (SPD) sich auf die Seite der Mehrheit stellte, kam zur Sprache, dass die Brauerei den versprochenen Buspendelverkehr zwischen dem Brauereigelände und der Innenstadt während des Bierfests nur bis 18 betreiben will. Das finden alle Stadträte, bis auf Siegmund Huhn, zu kurz. Oberbürgermeister Henry Schramm wurde vom Stadtrat bei nur einer Gegenstimme gebeten, sich nochmals mit der Brauerei zusammenzusetzen und die Möglichkeit der Verlängerung des Buspendels, im Idealfall bis 23 Uhr, zu prüfen.

1 (1 vote)

Anzeige

Kommentare

Das Foto ist verfehlt. Es geht doch nicht um das Bierzelt, sondern um die Kneipen!
Da kommt wieder mal die oberflächliche Berichterstattung des Kuriers durch. Infos werden gegeben, aber eben zu ungenau. Hier: Der Unterschied zwischen Bierzeltausschank und Innenstadtgastronomie wird nicht herausgestellt