Güterverkehr Lastwagen bleiben unverzichtbar

  Foto: picture alliance/dpa/Patrick Pleul

Eine Verlagerung der Logistik auf die Schiene hätte vor allem für die Umwelt Vorteile. Doch daraus wird wohl vorerst nichts, denn auch im Landkreis Kulmbach wurden zuletzt mehr Nutzfahrzeuge zugelassen.

 
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Güter auf die Schiene? Wenn’s geht, prima. Das Rückgrat der Logistik wird aber aus Sicht von Verkehrsminister Volker Wissing in den nächsten Jahren auf den Rädern von Sprintern bis 40-Tonnern liegen. Der aktuelle Stand? Ein neuer Rekord: 3,64 Millionen schwere, vor allem aber leichte Nutzfahrzeuge hat das Kraftfahrt-Bundesamt bundesweit in seiner Bestandsanalyse gezählt (Vorjahr: 3,55 Millionen).

Im Kreis Kulmbach gehören 3570 Fahrzeuge aller Gewichtsklassen zu dieser Versorgungsflotte. Das sind 123 mehr als im Vorjahr. Das freut nicht alle: Aber wer von weniger Autos in der Stadt träumt, kommt an der Logistikkette nicht vorbei. Vor allem in Städten würde ohne Lieferkette nicht nur die Versorgungslage bei den Gütern des täglichen Bedarfs heikel. Denn ohne Lieferkette geht es nicht nur nicht für Firmen, die Vorprodukte brauchen, sondern auch für Privathaushalte können nur kaufen, was die Geschäfte selbst vorher geliefert bekommen haben.

„Logistik“ ist das Zauberwort, auf dem das ganze Leben beruht: Die reicht von der Stromversorgung über die Wasserleitung bis zu den Warenströmen. Logistik, so definiert es die Wissenschaft, ist demnach „die Sicherung der Verfügbarkeit des richtigen Gutes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für den richtigen Kunden und zu den richtigen Kosten“. Diese Aufzählung stammt aus den 1960er Jahren, wird Edward Grosvenor Plowman zugeschrieben, der an der Universität Standford lehrte, und war nie wertvoller als heute.

Denn nach den Erfahrungen aus Corona wissen wir: Es nutzt nichts, wenn irgendwo Klopapier produziert wird, Eier gelegt werden, oder Handys vom Band laufen. Jedes Produkt muss die obigen Schritte durchlaufen, damit die Leute was davon haben. Dass die Langstreckenversorgung am Laster hängt, merken alle, die wochentags auf Autobahnen oder Bundesstraßen unterwegs sind: Von dieser Logistikflotte auf der Straße hatten zum Zeitpunkt der Analyse 295 Lkw über zwölf Tonnen ihren Hafen im Kreis Kulmbach. Aber zahlenmäßig sind die schweren Lkw ein Klacks im Vergleich zu dem, was unter zwölf Tonnen und speziell unter 3,5 Tonnen unterwegs beziehungsweise bei uns stationiert ist: Denn die schweren Lkw und Lastzüge machen gerade mal 8,3 Prozent des hiesigen Nutzfahrzeugbestandes aus. Die 3274 Nutzfahrzeuge der kleinen Klassen bis zwölf Tonnen, die das Rückgrat unserer Nahversorgung sind oder als Handwerkerfahrzeuge Mensch und Material zu Baustellen und Reparatureinsätzen karren, sind da eine ganz andere Nummer. Im Kreis Kulmbach machen in dieser Gruppe die 3031 Nutzfahrzeuge von unter 2,8 bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht rund 84,9 Prozent des Nutzfahrzeugbestandes aus. Die Fahrzeugmodelle über 3,5 Tonnen und bis 12 Tonnen stellen mit 243 Fahrzeugen 6,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Fahrzeuge in der Klasse bis 3,5 to um 124 oder 4,3 Prozent. Bei den Fahrzeugtypen zwischen 3,5 Tonnen und zwölf Tonnen sank die Zahl um 3,2 Prozent.

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