Zwei Bindlacher beim Fun Run vorn

Zum 15. Mal startete am Sonntag der Maisel’s Fun Run – mit einer Ausnahme trugen sich Läufer in die Siegerlisten ein, die bereits in den Vorjahren weit vorne platziert waren. Dabei dominierten auf der 10,6-Kilometer-Strecke die Studenten des Uni-Teams, während der Halbmarathon fest in Bindlacher Hand war.

„Aller guten Dinge sind drei“, sagte Jörg Schaller (Klinikum Bayreuth) und nahm einen großen Schluck aus dem drei Liter großen Weizenglas. Der Bindlacher war 2015 als Dritter über die Ziellinie gelaufen, 2016 als Zweiter und diesmal gewann er den Halbmarathon – und das mit fast sechs Minuten Abstand auf die Nächstplatzierten Sebastian Neef (Skinfit Racing Tri Team/1:20:17) und Daniel Lunkenheimer (Team Icehouse/1:20:24).

Viele Überholvorgänge

„Die ersten drei Kilometer waren wir zu zweit an der Spitze“, sagte Schaller. „Dann habe ich kurz das Tempo angezogen und war von da an alleine unterwegs.“

Das Kopfsteinpflaster und Überholvorgänge bereiteten ihm zwar einige Probleme, doch bei Halbzeit lag er mit 37 Minuten voll in seinem persönlichen Soll. „Ich habe sogar kurzzeitig auf eine 1:13 als Zielzeit gehofft“, sagte Schaller. Es wurden 1:14:22 Stunden. „Dann eben nächstes Jahr unter 1:14“, nimmt sich der 32-Jährige vor.

Denn wiederkommen will der ambitionierte Hobbyläufer – so nennt er sich selbst – auf jeden Fall. Die Stimmung sei einfach genial und die Läufer gingen sehr fair miteinander um, unterstützen sich gegenseitig auf der Strecke und feuern sich ständig an.

Konkurrentinnen liegen sich in den Armen

Wie fair, das zeigte kurz darauf Elvira Flurschütz (SC Kemmern). Die Vorjahresgewinnerin aus Bindlach war ihrer Favoritenrolle gerecht geworden und hatte den Halbmarathon in 1:24:04 Stunden als schnellste Frau beendet. Als sie das Siegerinterview gab, hatte die 28-Jährige immer einen Blick auf die Strecke. Als die Drittplatzierte Kristina Sendel (MaliCrew/1:29:32) in Sichtweite war, schrie sie: „Auf geht’s, gib nochmal alles. Hopp!“ Kurz darauf lagen sich Flurschütz und Sendel in den Armen, grinsten und gratulierten sich zu ihren Podestplätzen.

Der Drittplatzierten war dabei die Anstrengung deutlich mehr anzusehen als der Gewinnerin. Denn Flurschütz hatte sich bis zum Wendepunkt einen deutlichen Vorsprung auf die spätere Zweitplatzierte, Margarita Vakulenko (Bayreuther Turnerschaft/1:28:04), herausgelaufen.

„Ab da bin ich auf Platz gelaufen“, sagte Flurschütz. „Die Zeit war mir nicht so wichtig, da ich dieses Jahr eher auf längere Distanzen setze und den Fun Run als Training gesehen habe.“ Sie war trotzdem 2:33 Minuten schneller als bei ihrem Sieg im Vorjahr. Dennoch hatte sie Zeit, die Stimmung aufzusaugen. „Man sieht unter den Zuschauern immer wieder Freunde und Bekannte, der Fun Run macht einfach Spaß“, sagte Flurschütz.

Uni-Team dominiert kürzere Strecke

So viel Spaß, dass sich auch auswärtige Läufer mittlerweile heimisch fühlen. „Der Fun-Run-Termin ist bei meiner Trainingsplanung immer etwas schwierig“, sagte der ambitionierte 1500-Meter-Läufer Dennis Gerhard aus der Nähe von Köln. „Aber ich wollte bei diesem coolen Lauf unbedingt wieder dabei sein.“

Und der Erfolg gibt dem Studenten recht: Wie in den vergangenen beiden Jahre stand er auf dem Podest – zum zweiten Mal ganz oben. 37:09 Minuten benötigte er für die 10,6 km und war somit Erster der etwa 1650 Läufer, die sich für die kürzere Distanz entscheiden hatten.

Sieben Kilometer bestimmte er an der Seite seiner Teamkollegen von der Uni Bayreuth das Tempo, dann beschleunigte er und hatte in der Endphase die größten Reserven. Gerhard gewann vor Alexander Barth (Uni Bayreuth/37:37) und Florian Genser (WSV Oberwarmensteinach/38:22).

Debütantin auf Platz eins

Deutlicher war der Vorsprung der gebürtigen Frankfurterin Delphine Halberstadt (Uni Bayreuth) im Frauenrennen über 10,6 Kilometer. Die Fun-Run-Debütantin siegte in 41:18 Minuten vor Hannah Kadner (Uni Bayreuth/42:35) und Anneka Döhla (ASV Stockenroth/43:14).

Halberstadt studiert seit Oktober in Bayreuth und nahm den Fun Run als Tempolauf für ihr Triathlontraining. Ihr Urteil fiel sehr positiv aus: „Es hat Spaß gemacht, die Strecke war abwechslungsreich – es hat alles gepasst.“

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