Zum ersten Mal Narren schließen sich zum Rathaussturm zusammen

Bürgermeister Joachim Neuss bekommt am Sonntag wieder närrischen Besuch. Foto: Brigitte Grüner

AUERBACH/MICHELFELD. Erstmals verbünden sich die Auerbacher und Michelfelder Narren und stürmen am Sonntag, dem 11.11, gemeinsam das Rathaus in Auerbach. Die Stadtgarde Auerbach und die Michelfelder Faschingsgesellschaft haben sich das zum Rathaus umfunktionierte frühere Hotel Goldner Löwe als Ziel auserkoren.

Nachdem das Übergangsrathaus in Narrenhand ist, werden die Narren aus Auerbach und Michelfeld das Geheimnis lüften und die neuen Prinzenpaare der Öffentlichkeit vorstellen. Da der Sitzungssaal für die gemeinsame Narrenschar zu klein ist, wird sich diesmal alles vor dem kommissarischem Rathaus abspielen – einschließlich Schlüsselübergabe.

"All inclusive" im Goldnen Löwen

Dass die Michelfelder mit dem großen Nachbarn gemeinsame Sache machen, hänge mit der Prunksitzung der vergangenen Faschingssession zusammen, so Abteilungsleiter Manfred Kohl. Damals formulierten die Michelfelder das „närrische Gesetz“, dass das Michelfelder Prinzenpaar im Auerbacher Übergangsrathaus, das ehemalige Hotel „Goldner Löwe“, die Chance nutzt und „all inclusive“ bucht -- also Übernachtung mit Frühstück und allem, was dazu gehört.

Die drei Prunksitzungen in Auerbach gehen im kommenden Jahr wie gewohnt im Kolpingsaal über die Bühne, und zwar am 26. Januar, 2. Februar und 9. Februar. Beginn ist jeweils um 19.11 Uhr. Die Kindernachwuchssitzung findet am 27. Januar um 14.11 Uhr statt.

Herausragende Büttenredner und Sketche

Bekannt sind die Prunksitzungen für ihre hervorragenden Büttenredner und famosen Sketche. Zehn der 17 Nummern gehören in diese Kategorie. „Jeder ist für seine Rede verantwortlich. Die meisten schreiben selbst ihren Text. Es wird nichts abgekupfert“, sagt Faschingspräsident Daniel Schuster. Nur Karin Steiner schreibe eine Nummer für einen anderen. Im Hintergrund ist der frühere Präsident der Faschingsgesellschaft Auerbach, Werner Müller, als Ratgeber tätig. Er ist offen für alle, die Hilfe bei ihrem Manuskript benötigen.

Vor den Prunksitzungen gibt es in Auerbach eine Nummernabnahme, bei der sich Schuster alle Reden und Sketche anhört und anschaut. „Wir wollen Überschneidungen vermeiden. Politische Geschichten würden schon im Vorfeld abgesprochen. Ich greife selten ein“, sagt er. Rechtzeitig weist er darauf hin, dass keine Witze gemacht werden, die „unter die Gürtellinie gehen“. „Niemand soll sich so beleidigt fühlen, dass er den Saal verlässt.“ Die Redner wüssten meist selbst, wer wie viel einstecken kann.

Büttenrede nicht länger als zehn Minuten

Ab und zu kommt es vor, dass einem Text die richtige Würze fehlt. „Wenn bei der Abnahme eine Rede ein bisschen flach wirkt, dann raten wir dazu, sie aufzupeppen“, so Schuster. Dann ist wieder das Talent von Müller gefragt.

„Grundsätzlich sollte eine Büttenrede nicht länger dauern als zehn Minuten“, meint der Präsident. „Wenn es sich hinzieht, macht das die beste Nummer kaputt. Lieber kurz und knackig.“ Nur wenn ein Beitrag noch Gesangseinlagen enthält, könne er länger dauern. „Sobald im Saal Unruhe aufkommt, gerätst du als Redner aus dem Takt.“

Schautänze haben beinahe professionellen Charakter

Auch wenn in Auerbach die Reden eine große Rolle spielen, so sind doch die Tanz- und Balletteinlagen von ebenso hoher Qualität. Die Schautänze der Damen und Männer sind fast schon professionell choreografiert, und auch die Kostüme genügen höchsten Ansprüchen. Das Männerballett hat mit einem Schautanz schon die bayerische Meisterschaft gewonnen und überregional auf sich aufmerksam gemacht.

Das Thema der Prunksitzungen lautet „Manege frei“. „Das ist nicht mit Michelfeld abgestimmt“, sagt Schuster. Die Überlegungen, das Thema zu wechseln, wurde schnell beiseite gelegt, weil sich die Sitzungen diesmal kaum überschneiden.

Michelfelder Motto ähnlich

Gespannt sein, darf man, was sich die Faschingsgesellschaft des ASV Michelfeld alles ausgedacht hat. „Nix als Zirkus mit den Narren!“ lautet das Motto der sechs Michelfelder Prunksitzungen. Sie werden vom 8. bis 23. Februar jeweils freitags und samstags ab 19.11 Uhr im Schenksaal veranstaltet. Auch die Michelfelder haben sich in all den Jahren einen sehr guten Ruf erworben. Die Karten für die Prunksitzungen sind heiß begehrt.

Am Sonntag findet nach dem Rathaussturm in Auerbach um 17 Uhr im ASV-Sportheim die Inthronisierung des neuen Michelfelder Prinzenpaares statt. Stärken kann sich das Narrenvolk dabei mit fränkischem Bier und Oberpfälzer Brotzeit. Der Kartenvorverkauf zu den Michelfelder Prunksitzungen startet am Samstag, 1. Dezember, ab 9 Uhr im ASV-Sportheim.

 

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