Zukunft im Blick "Wir müssen die richtigen Schlüsse ziehen"

Gesprächsbedarf: Im Dialog mit Trainer Raoul Korner (links) will Geschäftsführer Björn Albrecht (rechts) nach dem letzten Spiel die Lehren aus dem nicht immer wunschgemäßen Saisonverlauf erarbeiten. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Viele Anhänger von Medi Bayreuth haben sich nach zwei Jahren offenbar schon daran gewöhnt, dass ihre Mannschaft in den Playoffs um die Deutsche Meisterschaft vertreten ist. Dafür spricht die Resonanz auf die jüngsten Ergebnisse, die berechtigte Zweifel an der erneuten Qualifikation aufkommen ließen – Kommentare in sozialen Medien ebenso, wie ungewohnte Pfiffe und Buh-Rufe in der Halle. Umso wichtiger ist es Geschäftsführer Björn Albrecht, die sportliche Situation relativ gelassen einzuordnen: „Das Verpassen der Playoffs wäre nicht gleich ein Beinbruch.“

Man müsse sich bewusst sein, dass man an einem Bundesliga-Standort von der Größe Bayreuths immer „wie unser Trainer so gern sagt: überperformen“ müsse, um die Endrunde zu erreichen: „Natürlich wäre es ärgerlich, wenn es nicht gelingt, und sozusagen ein Schritt zur Seite statt nach vorn. Aber das bietet eventuell auch eine Chance, Weichen zu stellen, um in der Zukunft wieder voll angreifen zu können. Wir müssen nur aus den Fehlern lernen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.“ Ein nachhaltiger Rückschritt sei jedenfalls unter keinen Umständen zu befürchten: „Selbst wenn es finanzielle Einschnitte geben sollte ohne internationale Spiele, sind wir als Organisation so stabil aufgestellt, dass wir positiv in die Zukunft blicken können.“

Dabei betont Albrecht ausdrücklich sein Verständnis für den Unmut: „Die letzten beiden Jahre sind nun mal sportlich extrem erfolgreich gelaufen und haben gewisse Begehrlichkeiten und eine gewisse Anspruchshaltung geweckt.“ Das gelte keineswegs nur für das Umfeld, sondern auch intern: „Team und Trainerstab und Organisation haben ebenso hohe Ziele.“ Mangelnde Einstellung könne man im sportlichen Bereich niemandem vorwerfen: „Jeder, der mit dem Team unterwegs ist, kann bestätigen: Die Spieler hängen sich wirklich rein!“ Unbestreitbar sei jedoch die aktuelle Verunsicherung, weil sich die Leistungen aus dem Training oft nicht im Spiel widerspiegeln: „Die junge Mannschaft tut sich offenbar schwer, gerade im Saisonendspurt mit dem Erwartungsdruck umzugehen. Wenn es dann immer heißt: Wir müssen in Crailsheim gewinnen, wir müssen gegen Frankfurt gewinnen – da verkrampfen wir.“

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Daher werde intern derzeit nicht mehr über die Playoffs gesprochen: „Wir haben hundertprozentiges Vertrauen in den Trainerstab, dass sie trotzdem das Bestmögliche aus allen verbleibenden Spielen herausholen. Ob das dann für die Playoffs reicht, wird man sehen.“ In jedem Fall sei es noch zu früh für konkrete Konsequenzen aus der Talfahrt mit zehn Niederlagen in den letzten 13 BBL-Spielen: „Da müssen wir das Ende der Saison abwarten und dann alles umfassend analysieren. Wir haben ja schon nachjustiert, zunächst verletzungsbedingt, dann aber auch im Bemühen um mehr Stabilität auf der Aufbauposition.“

"Man vertraut uns, dass wir Spieler entwickeln"

Dabei verhehlt der Geschäftsführer nicht, dass die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb bei der Zusammenstellung des künftigen Kaders eine Rolle spielt (was zumindest im Fiba-Europe-Cup sogar ohne Playoff-Qualifikation möglich wäre): Bekommt man ohne dieses Prädikat noch Spieler, die sich auf europäischer Ebene präsentieren wollen? Kann man sich andererseits auf weniger Spieler fokussieren, wenn man die Zusatzbelastung nicht hat? „Das gehört zu den vielen Facetten, die man berücksichtigen muss“, bestätigt Albrecht. „Ich sehe es aber als eine Stärke unserer Organisation im sportlichen Bereich, dass sie für jede Situation die richtigen Spieler findet.“ Dazu habe auch der Erfolg der vergangenen Jahre entscheidend beigetragen: „Wir haben uns da ein Standing auf dem Markt erarbeitet, das man nicht von heute auf morgen verliert. Man vertraut uns, dass wir hier Spieler entwickeln können.“ Andererseits müsse man berücksichtigen, dass die nationale Konkurrenz künftig eher noch stärker werden dürfte: „Man sieht schon, dass die Mitte der Liga zusammenrückt. Und wenn ab der Saison 19/20 ein Mindestetat von drei Millionen Euro verlangt wird, werden sich auch die Teams von unten weiter annähern.“

Korner-Vertrag kein aktuelles Thema

Keinen aktuellen Anlass sieht Björn Albrecht, über den Trainerposten zu diskutieren, auch wenn der noch bis 2020 gültige Vertrag von Raoul Korner eine beiderseitige Option zum Ausstieg vorsieht: „Beide Seiten gehen weiterhin davon aus, diesen Vertrag bis zum Ende zu erfüllen.“

 

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