Zu Gast in Bonn Medi-Team will zweiten Sieg bei den Telekom Baskets

Seine gewaltige Sprungkraft zeigte Ra’Shad James (Mitte) im Champions-League-Spiel auf Teneriffa. Hier dunkt der nur 1,88 Meter große Bonner Neuzugang über 2,13-Meter-Center Colton Iverson. Foto: Basketball Champions League

BASKETBALL. „Bonn ist nach wie vor Bonn, nur mit anderen Gesichtern“, beschreibt Medi-Trainer Raoul Korner den kommenden Bundesligagegner. Am Sonntag um 18 Uhr gastieren die Bayreuther zum zweiten Saisonspiel in der ehemaligen Bundeshauptstadt, in der es seit dem Aufstieg 2010 in acht Duellen nur einmal einen Sieg zu holen gab.

Zuversichtlich stimmt Korner trotz des Pokal-Aus bei Alba Berlin und der Niederlage in der Champions League gegen Besiktas Istanbul die Entwicklung seiner Mannschaft. „Trotz der schwierigen Situation ist uns ein guter Start gelungen. Wenn wir weiter in die richtige Richtung gehen, ist diesmal in Bonn ein Sieg möglich.“

Im Gegensatz zu den Bayreuthern hatten die Rheinländer in der Vorbereitung keine Ausfälle zu verkraften, allerdings stießen die US-Amerikaner James Webb III und vor allem Shane Gibson erst spät zum Team. „Mittlerweile haben sie ein paar Spiele zusammen gemacht“, sieht Korner darin keinen Nachteil für die Bonner. Als größte Stärke des Gegners nennt er nach wie vor die Offensive, aus der bislang Ra’Shad James hervorsticht. Der 28-jährige Neuzugang aus der ersten türkischen Liga war sowohl beim 86:79-Erfolg in Göttingen (17 Punkte) als auch beim 75:69 gegen Braunschweig, als der Shooting Guard 28 Zähler erzielte, und dann im Achtelfinale des BBL-Pokals (89:69 in Bremerhaven) mit 18 Punkten Topscorer seines Teams. Vor allem gegen Braunschweig stellte er seine Klasse von der Dreierlinie (5/8) unter Beweis. „Er ist ein starker Scorer aus allen Lagen und ein sehr spektakulärer Spieler“, urteilt Raoul Korner.

Nach dem relativ dankbaren Auftaktprogramm präsentierte sich aber auch James bei der 68:87-Niederlage auf Teneriffa zum Start der Champions League nicht in Bestform und traf nur vier seiner 16 Versuche aus dem Feld. Gegen den Titelträger von 2017 habe man auch die Schwächen der Bonner gesehen. „In der Defensive sind sie verwundbar“, weiß Korner. „Allerdings ist Teneriffa ein anderes Kaliber als Bremerhaven, genauso wie bei uns Besiktas als Vechta. Auch wir können uns nicht mit Teneriffa vergleichen.“

Ex-NBA-Spieler enttäuscht bisher

Ein weiterer Punkt, der in Bonn im Vergleich zur vergangenen Saison gleich geblieben zu sein scheint, ist die schwache Freiwurfquote von derzeit 66,7 Prozent. Vor allem der neue Center Charles Jackson (3/9) steht seinem Vorgänger Julian Gamble hierbei kein bisschen nach. Richtig überzeugen konnte er nur im ersten Spiel, in dem ihm mit 17 Punkten und 13 Rebounds gleich ein Double-Double gelang. Arg enttäuscht – mit Ausnahme der zwölf Rebounds gegen Bremerhaven – hat bisher Ex-NBA-Spieler James Webb III. Die positive Überraschung auf Bonner Seite ist dafür der vom Zweitligisten Karlsruhe gekommene Jarelle Reischel. „Er wächst mit den Aufgaben und macht einen guten Job. Mit ihm und DiLeo ist Bonn auf den deutschen Positionen tief besetzt“, sagt Korner. Wie seine Mannschaft sind auch die Baskets insgesamt athletischer geworden. Zudem sei es immer schwierig, in Bonn zu spielen, weil „das Publikum sehr stark dabei ist. Die Mannschaft spielt mit viel Energie, teilweise an der Grenze zum Wilden.“

Während in Bonn vor der Saison einige Spieler schon von der Meisterschaft sprachen, gaben die Verantwortlichen als realistisches Ziel das erneute Erreichen der Playoffs aus. In diesem Fall würde sich der Vertrag des auch in Bayreuth bestens bekannten Trainers Predrag Krunic automatisch um ein weiteres Jahr verlängern. In 22 Spielzeiten haben die Telekom Baskets lediglich dreimal den Einzug verpasst. Die Fans würden sich sicher mal wieder über das Halbfinale freuen, nachdem für den fünfmaligen Vizemeister (zuletzt 2009) bei den letzten sieben Playoff-Teilnahmen immer schon in der ersten Runde Schluss war.

Sollte auf Bayreuther Seite De’Mon Brooks (Gehirnerschütterung) weiter ausfallen, wäre laut Korner auch Hassan Martin eine Option auf der Vier. Lukas Meisner habe gegen Besiktas aber einen ausgezeichneten Job gemacht, und Steve Wachalski sei bei seinem Ex-Klub traditionell motiviert.

 

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