Zahl der Lastwagen steigt massiv

Laster belegen die rechte Spur der A9 bei Bayreuth. Foto: Andreas Harbach

Eine alltägliche Situation auf der Autobahn 9 bei Bayreuth: Auf der rechten Spur hängt ein Lastwagen am anderen, für Autos ist da kaum mehr Platz. Der Schwerlastverkehr nahm in den vergangenen Jahren massiv zu. Die Alternative, der Gütertransport auf der Schiene, ist zwar umweltfreundlicher, aber offenbar nicht konkurrenzfähig.  

Laut der letzten Verkehrszählung 2015 sind durchschnittlich 10.900 Lastwagen zwischen den Anschlussstellen Bayreuth-Süd und -Nord unterwegs – in 24 Stunden. Im Vergleich zum Jahr 2000 legte der Schwerlastverkehr damit um gut 16 Prozent zu, berichtet die Autobahndirektion Nordbayern in Nürnberg.

Minderung ist nicht in Sicht

„Wir gehen davon aus, dass sich der Trend in den nächsten Jahren fortsetzen wird“, sagt Pressesprecherin Edith Kolarik. Eine Minderung ist nicht in Sicht: Laut einer Prognose des Bundes soll das Transportaufkommen im Straßengüterverkehr zwischen 2011 und 2030 um 17 Prozent wachsen. Die Verkehrsleistungen sollen sogar um 39 Prozent steigen.

Als Ursache für die steigenden Lastwagenzahlen nennt die Autobahndirektion das Wirtschaftswachstum und das Wachstum des Außenhandels. Der zunehmende Verkehr belastet den Zustand der Autobahnen: „Die Beanspruchung einer Straße durch eine Lastwagenachse  entspricht in etwa der Beanspruchung durch 160.000 Autoachsen“, rechnet Kolarik vor.        

Könnte die Schiene Entlastung bringen?  DB Cargo, die Güterverkehrstochter der Deutschen Bahn, konnte seine Transportleistung in den vergangenen Jahren bundesweit steigern, sagt eine Bahnsprecherin in München, ohne Zahlen zu nennen. „Es ist das klare Ziel der DB Cargo AG, das Transportvolumen in den nächsten Jahren auszubauen“, versichert sie.

Güterzug wesentlich umweltfreundlicher

Mit dem Transport auf der Schiene leiste man einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz: Gegenüber dem Lastwagen verringere sich der CO2-Ausstoß der Bahn um durchschnittlich etwa 76 Prozent je Tonnenkilometer (19,5 Gramm statt 82 Gramm). Und: Lastwagen blasen je Tonnenkilometer fünfmal so viel Feinstaub in die Luft wie die Bahn, besagen Daten des Umweltbundesamtes.

Das Transportaufkommen der Bahn im Bereich Bayreuth „hält sich sehr in Grenzen“, rügt der Fahrgastverband „Pro Bahn“. Regelmäßig verkehren nur die Müllzüge in der Region, sagt Pressesprecher Lukas Iffländer.

Güter von Nürnberg Richtung Berlin laufen in kleinerem Volumen über den Frankenwald (Lichtenfels/Kronach). Dort sei aber aufgrund der Steigungen nur Verkehr mit geringem Zuggewicht möglich oder mit Schiebeloks, was die Kosten erhöhe. Auch die Neubaustrecke Bamberg-Erfurt sei eher für den ICE-Verkehr ausgelegt, kann also nur leichte Güterzüge aufnehmen.

„Von der Kapazität her könnten deutlich mehr Güter auf die Bahn, sie ist aber nicht wettbewerbsfähig“, betont Iffländer. Es fehlt die Elektrifizierung der Strecken Nürnberg-Hof und Regensburg-Hof. „Ohne Elektrifizierung kann die Bahn gegen den Lastwagen nicht glänzen, da die Kosten oft zu hoch sind“, lautet seine Aussage.

Knackpunkt Trassenpreise

Der Dieselkraftstoff wird für Bahn und Lastwagen gleich hoch besteuert. Kostenfaktor Nummer eins sind die Trassenpreise der Bahn. Ein normaler Güterzug zahlt laut Iffländer 2,83 Euro pro Kilometer, ein moderner Lastwagen der Schadstoffklasse Euro-6 bis zu drei Achsen nur 12,5 Cent Maut pro Kilometer. „Wir brauchen gerechte Preise für die Infrastrukturnutzung“, fordert der Verband.

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