Wovon lebt der Gärtner im Februar?

Der Gößweinsteiner Gärtnermeister Konrad Schrüfer bereitet sich auf den Frühling vor. Die Calendula, besser bekannt als Ringelblume, wurde zur Pflanze des Jahres gekürt. Foto: Ralf Münch

Im März beginnt die Saison der Gärtner wieder. Jetzt im Februar stehen das Vermehren, das Topfen und die Vorbereitung auf den Frühling auf der Tagesordnung. Der Valentinstag, auch im Februar, spielte dabei keine tragende Rolle sind sich die Gärtner der Region einig.

Eher die Blumenhändler, nicht die produzierenden Gärtnereien, machen am Valentinstag den Umsatz, so Willi Vizethum von der Gärtnerei Hoffmann in Pegnitz. Vizethum bietet den sensiblen Pflanzen, als besonderen Service in der kalten Jahreszeit, ein frostfreies Winterquartier und die notwendigen Lichtverhältnisse. Mediterrane Pflanzen, wie zum Beispiel Kamelien, Oliven-, Orangen- oder Zitronenbäume kommen hierfür besonders in Frage. Hochzeits- und Beerdigungsschmuck sind das ganze Jahr gefragt. Die umsatzschwache Phase beginnt nach Allerheiligen im November und dauert bis Februar.  Die Baumärkte stellen für den Gärtnereibetrieb keine allzu große Konkurrenz dar. „Sie können weder Hochzeits- beziehungsweise Beerdigungsschmuck noch Überwinterung anbieten.“, sagt Vizethum, der Chef des Pegnitzer Sechs-Mann-Betriebs. Er gibt den Gartentipp, die Erde im Frühjahr entsprechend anzudüngen, da die Erde und somit viele Salze, im Winter ausgewaschen wurden.

Baumärkte keine große Konkurrenz für Gärtnereien

"Am Valentinstag hat die Frau früher traditionell einen Strauß Rosen bekommen. Heute gibt es mehr Möglichkeiten: Man geht zum Beispiel Essen oder ins Kino.“, so Konrad Schrüfer von der gleichnamigen Gärtnerei in Gößweinstein. Im Gegensatz zu seinem Pegnitzer Kollegen macht Überwinterung nur noch wenig bei Schrüfer aus, der sieben Personen im Familienbetrieb beschäftigt. In den kalten Monaten ist zwar nicht viel Kundschaft im Laden, jedoch gibt es immer etwas zu tun. Baumärkte sieht Schrüfer eher als eine Art Mitbewerber mit höherem Preis, aber schlechterer Qualität. Sie haben nur mehr Geld für Werbung. Er ist aber froh, keinen Baumarkt in der Nähe zu haben, weshalb die Kunden doch noch öfter auf den Fachbetrieb zurückkommen.

Petunien in den Farben rosa und blau mit weißen Punkten im Trend

Die Calendula, die zur Pflanze des Jahres 2018 gekürt wurde, wird in diesem Jahr neben dem klassischen Sortiment im Trend sein, sagt Schrüfer. Die bisher typische gelbe Farbe der Calendula wird im kommenden Sommer von einem frischen Orange abgelöst. Besonders die Hängepetunien für den Balkon sind nach wie vor sehr gefragt, in dieser Saison in den Trendfarben rosa und blau mit weißen Punkten. Einen Gartentipp hat der Gößweinsteiner Gärtnermeister parat: "Viele Fehler passieren schon beim Gießen der Pflanzen. Gießt man die Pflanze regelmäßig und nach einem bestimmten Rhythmus, macht man schon den ersten Fehler." Sinnvoller sei es zu beobachten, wie die Pflanzen das Wasser verarbeiten. Hierbei sei auch immer auf das Wetter zu achten und dementsprechend viel oder wenig Wasser zu geben.

Künstliche Blumen erfreuen sich großer Beliebtheit

In der Auerbacher Gärtnerei Rossbach sind die Vorbereitungen für den Osterschmuck bereits in vollem Gange. Künstliche Blumen seien zurzeit besonders beliebt, so Mitarbeiterin Yvonne Metzner. Die künstlichen Blumen machen den Kunden weniger Arbeit und halten länger. „Lebensecht erscheinen die Blumen, indem wir das ein oder andere Element einbauen, wie zum Beispiel kleine Äste“, sagt die Mitarbeiterin der Gärtnerei. Aufgabe der Gärtner ist es außerdem bereits Stecklinge zu setzen und im Bereich der Landschaftsgärtnerei Hecken zu schneiden. Yvonne Metzner gibt den Tipp, sich über die Herkunft der Pflanze zu erkundigen und sie dementsprechend zu pflegen. Die tropische Orchidee zum Beispiel braucht manchmal etwas mehr Luftfeuchtigkeit. Hilfreich sei es deshalb, sie manchmal mit etwas Wasser zu besprühen. In dem oft rauen Klima hierzulande ist es auch nicht sinnvoll, Pflanzen aus wärmeren Regionen jede Woche zu gießen.

Der umsatzstärkste Monat ist übrigens der Mai, der bis zu 70 Prozent des Jahresumsatzes ausmacht, da sind sich die Gärtnereien einig.

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