Wirsberg beerdigt Hochzeitskulturprojekt

Viele Spenden gingen in den vergangenen Jahren ein, die einmal das Hochzeitsmuseum in Wirsberg bereichern sollten. Weil es nicht finanzierbar ist, legte die Gemeinde das Vorhaben jetzt endgültig auf Eis. Foto: Archiv

Nach neun Jahren ist jetzt endgültig Schluss: Das Wirsberger Hochzeitsmuseum, aus dem später ein Hochzeitskulturprojekt wurde, ist Geschichte.

Der Gemeinderat verabschiedete sich am Dienstagabend einstimmig von dem Vorhaben, das einst als Prestigeobjekt gegolten hat. "Wir wollen keinen Leichenschmaus, aber eine würdige Beerdigung", sagte Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) in der Sitzung im Rathaus.

Das Hochzeitskulturprojekt wäre in ganz Deutschland, ja europaweit "einzigartig" gewesen. Davon ist Anselstetter, einer der stärksten Verfechter des Vorhabens, nach wie vor überzeugt. Doch die laufenden Kosten waren für die Gemeinde einfach nicht zu stemmen.

Neuer Anlauf nach Bürgerentscheid

In einem Bürgerentscheid lehnte die Mehrheit der Wirsberger bereits 2010 das Hochzeitsmuseum ab. Nach zwei Jahren wagte die Gemeinde einen neuen Anlauf, nachdem Hoteliers, Gastronomen, Unternehmer und Handwerksbetriebe einen Antrag eingebracht hatten, den Faden wieder aufzunehmen. Das geplante Hochzeitskulturzentrum wäre jedoch ebenfalls defizitär gewesen, wie eine Machbarkeitsstudie ergeben hatte. Eine "kleine Lösung", ein Hochzeitsarchiv, wie von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen vorgeschlagen, erschien den Gemeinderat nicht attraktiv genug.

Daher stimmten nun alle Räte der SPD (3), der CSU (2), der Freien Wähler (5) und der Bürgermeister dafür, das Vorhaben "auf Eis zu legen". Karl Heinz Opel (FW) und Gilbert Ringsdorf (SPD) waren entschuldigt und nahmen nicht an der Abstimmung teil.

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