Winterfrust in Fleckl

Saison in Fleckl. Dieses Bild vom Bereich des Miniliftes an der Talstation hat Peter Hottenroth gemacht und verschickt. Er ärgert sich, dass in Fleckl weder die Seilbahn läuft, noch der Minilift, während man in Bischofsgrün schon Ski fahren kann.

Alle Jahre wieder: In Bischofsgrün beginnt die Skisaison, und auf der anderen Seite des Ochsenkopfes, in Fleckl, regt sich Unmut über die angebliche oder tatsächliche Benachteiligung gegenüber Bischofsgrün. Was ist diesmal dran an den Vorwürfen?

Dass auf der Nordpiste dank künstlicher Beschneiung Skifahren möglich ist, während die Südpiste auf Naturschnee angewiesen ist, ist nichts Neues. Doch dass vergangenes Wochenende nicht mal die Südbahn lief und auch die Kälteperiode nicht für das künstliche Beschneien am Anfängerlift genutzt worden sei, erregt den Unmut von Peter Hottenroth. Er hat seinem Ärger in einer Rundmail Luft gemacht: "Die Seilbahn auf der Südseite soll erst ab Weihnachten laufen, also haben wir auch keinen Zubringer und können zur Zeit nichts anbieten, was die Gäste hierher anlocken könnte. Also: kein Tagesgast bei der neueröffneten Schänke und dem auch geöffneten Skiverleih und die Skischule, die bereits auch schon ihren Betrieb aufgenommen hat, musste in die anderen Orte ausweichen. So wird der ehemals beste Wintersportstandort in der Erlebnisregion Ochsenkopf niedergemacht."

Dass die Südbahn erst ab Weihnachten laufen soll, ist neu für Andreas Munder, den Tourismusmanager der Erlebnisregion Ochsenkopf: "Bisher bin ich vom Start am 16. Dezember ausgegangen. Und das würde ich auch für nötig erachten." Doch das wird nicht passieren: "Der 16. Dezember sollte ursprünglich eingehalten werden. Dies ist aber nicht möglich, da die Wartungsarbeiten umfangreicher als erwartet sind", so Michael Benz, Pressesprecher des Landratsamtes, wo der Seilbahnzweckverband angesiedelt ist.

Wolfgang Biedermann hat vor einigen Jahren die Skischule Hottenroth in Fleckl übernommen. Er hat am Wochenende schon die ersten Skikurse gehalten. An der Bleamlalm in Neubau. "Wir machen was, wenn es geht", sagt Biedermann. Da, wo es geht. Doch Biedermann fürchtet, dass sich langfristig Kunden und Gäste dauerhaft dorthin orientieren, wo die Schneesicherheit größer ist.

Schon in vergangenen Jahren war das künstliche Schneien am Minilift Fleckl ein Glückspiel. Wenn es nicht kalt genug war, kam zu warmes Wasser bei den Schneekanonen an. War es zu kalt, froren die oberflächlichen Leitungen ein. Dem soll für die Zukunft abgeholfen sein mit unterirdischen Leitungen und einer Kühlung für das Wasser. Doch warum wurde in der jüngsten Frostperiode nicht am Anfängerlift in Fleckl durchgehend geschneit, wo inzwischen vier Schneekanonen stehen? Dazu sagt Betriebsleiter Andreas Schreyer, dass die Leitungen inzwischen verlegt sind. Aber die Herstellerfirma für die Kühlung konnte ihre zeitlichen Zusagen nicht einhalten, aktuell läuft die Kühlung immer noch nicht. Favorit des Zweckverbands, das lässt Schreyer anklingen, wäre die Firma gewesen, die die Leitungen zeitgerecht verbaut hat, aber die Konkurrenzfirma hatte für die Kühlung ein minimal günstigeres Angebot abgegeben.

Wolfgang Biedermann kann das nicht befriedigen. Für ihn wiederholt sich die Geschichte: "Es ist immer ein anderer Grund, warum etwas nicht geht auf unserer Seite. Wir fallen immer hinten runter."

Und Peter Hottenroth fürchtet, dass es "auch heuer Weihnachten auf der Ochsenkopf-Südseite keinen Skibetrieb gibt, wenn es nicht noch entsprechend schneit." Dass er als Fleckler Beschwerdeführer wohlbekannt ist, ficht ihn nicht an. Er sagt: "Wenn es in einer Familie drei Kinder gibt, und es wird immer eines bevorzugt, dann gibt es halt irgendwann Ärger."

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