Winterdienst Das Schild ist dran, das Salz ist drin

BAYREUTH. Jetzt kommt er also, der Winter. Für die Nacht zum Freitag sind nach den aktuellen Prognose auch für Bayreuth starke Schneefälle vorhergesagt. Der Stadtbauhof ist gerüstet. Am Mittwochmorgen hat die Leitung des Stadtbauhofs festgelegt, die Bereitschaft schon auf 3 Uhr nachts vor zu verlegen. Ab dem Zeitpunkt können die zehn großen Winterdienstfahrzeuge ausrücken, um auf einer ersten etwa 40 Kilometer langen Runde die wichtigsten Straßen Bayreuths zu räumen.

„Die Lager sind gefüllt, wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Lothar Ziegler, Leiter des Stadtbauhofs, am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung. Im Bedarfsfall geht es schnell wie am Mittwochvormittag, als „die ersten Schnee-Stauberer“, wie der Winterdienstleiter des Stadtbauhofs, Horst Zöllner, sie nennt, die Stadt und damit auch die Straßen weiß angezuckert haben.

„Dann kamen auch gleich die ersten Anrufe“, sagt Zöllner. Aus den höher gelegenen Gebieten Bayreuths, wo Busfahrer Sorge hatten, am Berg wegen der Schneeauflage ins Rutschen zu kommen. „Am 17. Dezember haben wir mit dem Winterdienst angefangen, jetzt gab es zum ersten Mal Schnee“, sagt Zöllner. „Uns wäre es fast lieber, es gäbe einen gescheiten Einsatz. Der Frost- und Tauwechsel, den wir bis jetzt hatten, ist immer schwer abschätzbar“, sagt Ziegler.

175 Meter Höhenunterschied in Bayreuth

Der mache es gerade bei der Bayreuther Kessellage nicht einfach: „Wir haben einen Höhenunterschied von 350 auf 525 Meter. Da kann in der Stadt gar nichts sein und oben friert es. Deshalb muss der Bereitschaftsdienst sich vorher schon auf der Höhe umsehen“, sagt Ziegler.

Bevor der Bereitschaftsdienstler, der den Winterdienst ab 3 Uhr nachts koordiniert, im Bauhof ankommt, muss er beispielsweise am Klinikum, am Saaser Berg oder am Schlehenberg die Lage sondieren. „Die Bereitschaftsdienstler gehen zwischen 1.45 und 2 Uhr aus dem Haus und fahren die Stellen ab“, sagt Zöllner.

167 Mitarbeiter machen Winterdienst

Insgesamt 167 Mitarbeiter sind für den Winterdienst in der Stadt Bayreuth eingeteilt. „Davon sind 135 Mann im Einsatz, 32 sind Ersatz für Doppelschichten“, sagt Zöllner. 13 Mitarbeiter sind auf den zehn großen Schneepflügen unterwegs, drei davon müssen mit Beifahrer besetzt sein, weil sie ein 4,40 Meter breites Klappschild haben, das „vor allem am Ring, auf den Ausfall- und auf den Bundesstraßen durch Bayreuth zum Einsatz kommt“.

Drei bis dreieinhalb Stunden dauert die jeweils 30 bis 40 Kilometer lange Runde für jedes Fahrzeug. In der Priorität eins sind die Hauptverkehrsstraßen, die Straßen zum Klinikum, die Eubener Straße, der Saaser Berg, der Schlehenberg, Seulbitz. „Wir räumen alle Straßen, auch im Wohngebiet. Ebenso wie die Buslinien am Ahornweg und am Lindenweg“, sagt Zöllner.

In Wohngebieten wird ab fünf Zentimeter Schnee geräumt

In der Priorität zwei kommen „die Wohnsammelstraßen aus den Wohngebieten, die auf der Tour gleich mitgefahren werden“, sagt Zöllner. Auf den Strecken werde geräumt und gestreut, in den Wohngebieten selber – der Priorität drei – werde ab einer Schneeauflage von fünf Zentimetern nur geräumt „und der Umwelt zuliebe nicht gestreut. Nicht nur wegen des Begleitgrüns, sondern auch um die Gewässer zu schonen. Denn das Salz geht durch, das kann in der Kläranlage nicht abgebaut werden“, sagt Ziegler.

1000 Tonnen Salz sind im Lager

1000 Tonnen Salz hat der Stadtbauhof gebunkert, dazu 500 Tonnen Splitt. Im vergangenen Winter hat die Menge knapp gereicht: „Wir haben 1050 Tonnen Salz und 395 Tonnen Splitt gebraucht“, sagt Ziegler. In extremen Wintern geht deutlich mehr: „2009/2010 waren es 2000 Tonnen Salz.“ Der Winter damals war auch der Grund, warum der Stadtbauhof das Salzlager erweitert hat. Pro Tour bringen die großen Winterdienst-Fahrzeuge rund 25 Tonnen Salz und Sole auf die Straßen. „Wir fahren mit 30-prozentiger Sole, die direkt am Streuteller beigemischt wird, damit das Salz besser haftet“, sagt Zöllner.


Winterdienst-Fakten

345 Kilometer Straßen: Wenn es schneit in Bayreuth, dann warten auf die Mitarbeiter in den zehn großen und den neun kleinen Winterdienstfahrzeugen sowie die rund 100 Handstreuer, die mit Räumschild und Splitteimer zu Fuß unterwegs sind, viele Kilometer Strecke: 345 Kilometer Straßen und 215 Kilometer Geh- und Radwege, die von Schnee und Eis zu befreien sind, wie Horst Zöllner, der Winterdienstleiter des Bauhofs, im Gespräch mit unserer Zeitung sagt.

Winterdienst geht um 3 Uhr los: Die großen Fahrzeuge starten im Bedarfsfall um 3 Uhr nachts, „kommen gegen 6.30 Uhr rein zum Laden, machen dann eine Pause und fahren gegen 7.30 Uhr wieder raus“, sagt Zöllner. Die zweite Schicht startet von 12.30 Uhr bis 21 Uhr zu den nächsten Touren. Der Winterdienst auf den Geh- und Radwegen beginnt um 6 Uhr und endet um 14.30 Uhr.

Kompletter Bauhof macht den Dienst: „Die insgesamt 167 Winterdienstler speisen wir aus den Mitarbeitern des gesamten Bauhofs und seinen Abteilungen und dem Stadtgartenamt. Werden sie nicht für den Winterdienst gebraucht, gehen sie ihrer normalen Tätigkeit nach“, sagt Lothar Ziegler, der zusammen mit Bernd Sellheim den Stadtbauhof leitet.

Gasse für die Räumfahrzeuge bilden: Wichtig sei, sagen Zöllner und Ziegler, dass die Autofahrer den Winterdienst-Fahrzeugen nach Möglichkeit Gassen frei machen, damit die Räumfahrzeuge nicht im Verkehr stecken bleiben.

 

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