Winterdienst: Ab in den Keller!

Alexander Becker (links) und Harald Reichstein sind zwei der Straßenkehrer, die im Keller der Graserschule ihren Stützpunkt haben. Gemeinsam mit Kollegen des Stadtgartenamtes sind die Mitarbeiter des Bauhofs auch für den Winterdienst in den Innenstadt zuständig. Foto: Andreas Harbach

Der Stützpunkt der Straßenkehrer in der Innenstadt wird renoviert. Der Bauausschuss hat einstimmig ein Vorhaben genehmigt, das die Stadt rund 350.000 Euro kosten wird. Zufrieden ist damit längst nicht jeder.

Die Straßenkehrer sind im Keller der Graserschule untergebracht. Dort lagern die Geräte, dort machen im Sommer sechs und im Winter acht Mitarbeiter von Bauhof und Stadtgartenamt Pause, dort ziehen sie sich um. Seit den 80er Jahren ist das schon so, entsprechend in die Jahre gekommen sind die Räume. Feuchtigkeit macht sich breit und eine nach Geschlechtern getrennte Toilette sucht man vergebens. Der Arbeitsstättenrichtlinie wird die Stadt dort schon lange nicht mehr gerecht.

Die Straßenkehrer aus der Graserschule sind aber nicht die einzigen, die eher schlecht als recht untergebracht sind. Ihre Kollegen, die früher am Stützpunkt Stadthalle untergebracht waren, mussten bereits umziehen. Weil die Stadthalle saniert wird, haben die sechs Mitarbeiter dort Quartier im Alten Stadtbauhof bezogen. Ein Gebäude, das ebenfalls stark sanierungsbedürftig ist und teilweise bereits mit Holzbalken vor dem Einsturz bewahrt wird.

Aus zwei mach eins

Ist der Keller bis ins Jahr 2019 renoviert, soll die Graserschule daher zum Quartier für alle Straßenkehrer der Innenstadt werden. Sehr viel schneller wird es nicht gehen, sagt Stadtbaureferentin Urte Kelm. Weil nämlich zeitgleich mit dem Keller auch der Rest der Schule saniert wird. Das haben die Bürger im Frühjahr 2016 so entschieden. Die Trockenlegung des Kellers könne aber nicht geschehen, solange rund um das Haus herum Baugerüste aufgestellt seien, so Kelm.

Und selbst wenn die Kellerräume eines Tages in einem ordentlichen Zustand sind: So recht überzeugt davon, dass die Straßenkehrer dort richtig aufgehoben sind, ist längst nicht jede Fraktion im Bayreuther Stadtrat. Allenvoran die Mitglieder der CSU stimmen den Plänen von Stadtbaureferentin Urte Kelm nur „mit Bauchschmerzen“ zu. Das Quartier, in das kaum Tageslicht eindringe, liege an der Grenze des Zumutbaren, sagt Fraktionschef Stefan Specht. Und auch Ernst-Rüdiger Kettel (Bayreuther Gemeinschaft) nennt den Stützpunkt einen schlechten, dessen einziger Vorteil es sei, dass er so zentral liege. Nur: Eine bessere Idee mag niemanden einfallen. Wie zum Beweis müssen die Mitarbeiter des sanierungsbedürftigen Stützpunktes Graserschule während der Bauarbeiten erst einmal umziehen. Dorthin, wo ihre Kollegen bereits warten: in den sanierungsbedürftigen Alten Bauhof.

Erster Stock statt Keller, aber nur auf Zeit

Dort immerhin nicht in den Keller, sondern in den ersten Stock. Elisabeth Zagel, Stadträtin der SPD und Pflegerin für den Bauhof, findet das problematisch. Alleine schon wegen der Geräte, die die Mitarbeiter unterbringen müssten. Zagel sagt, sie hätte sich auch einen besseren Stützpunkt als die Graserschule für die Straßenkehrer gewünscht. Notfalls auch in einem Gebäude, das nicht der Stadt gehöre. Die Mitarbeiter des Bauhofs hätten sich mit den Plänen aber einverstanden erklärt. Wenn der Keller der Graserschule in zwei Jahren saniert ist, seien schließlich auch die Mitarbeiter des Stützpunktes Stadthalle besser untergebracht als zuvor.

Der Leiter des Bauhofs, Bernd Sellheim, war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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