Winterdienst 1200 Tonnen Salz allein für Kulmbach

KULMBACH. Auch wenn man sie in diesem Jahr bisher nur selten gesehen hat, ihre Spuren finden sich überall: Geräumte und mit Splitt gestreute Gehwege, trotz Schnee befahrbare Straßen, ein Salzfilm auf den Windschutzscheiben eines jeden Autos. Allein im Kulmbacher Stadtgebiet sind drei Fahrzeuge des Winterdienstes rund um die Uhr einsatzbereit.

Gut gerüstet: Schon seit November warten die Mitarbeiter des Kulmbacher Bauhofs auf Schnee. Seither sind die 13 Fahrzeuge für den Winterdienst mit Salzstreuer und Pflug ausgerüstet. Drei Fahrzeuge sind rund um die Uhr einsatzbereit, um neuralgische Punkte im Stadtgebiet im Notfall sofort räumen und streuen zu können. Zu diesen Orten zählt beispielsweise der Krankenhausberg oder auch die Hauptstraßen. Die übrigen sieben Straßen- und drei Gehwegfahrzeuge rücken zwischen 4 und 20 Uhr aus.

Rufbereitschaft: Während des Winters haben die Mitarbeiter des Bauhofes Rufbereitschaft, um bei Schnee oder Glätte sofort ausrücken zu können. „Die Einsatzleiter legen fest, wann eine Rufbereitschaft Sinn macht“, sagt Michael Dörsch, stellvertretender Leiter des Bauhofes. Denn für jeden Tag Rufbereitschaft muss die Stadt den Mitarbeiter bezahlen. „Wenn jeder Mitarbeiter während des ganzen Winters Rufbereitschaft hätte, könnte man das gar nicht finanzieren“, sagt Dörsch.

Einsatzleiter entscheidet: Sobald der Wetterdienst Schnee oder schlechte Witterungsbedingungen vorhersagt, fährt der Einsatzleiter nachts einige Straßen ab, an denen es meistens glatt ist. Und dann entscheidet er, ob seine Kollegen losfahren müssen. Das frühe Aufstehen stört Dörsch nicht. „Es ist wirklich schön, wenn man nachts durch die Straßen fährt und alles ist zugeschneit“, sagt er.

Handstreudienst: Zusätzlich zu den Räumfahrzeugen sind in Kulmbach noch 40 Mitarbeiter im Handstreudienst zwischen 5 und 16 Uhr unterwegs. Sie sind immer dort im Einsatz, wo die Fahrzeuge nicht hinkommen. Die Mitarbeiter werden meist mit einem Transporter zu einer Kreuzung gefahren, von dort aus gehen sie selbst mit Schneeschippe und Splitteimer los. Sobald die Gehwege freigeräumt sind, streuen sie die Wege mit dem grauen Bruchstein. Die Mitarbeiter, die in der Innenstadt räumen und streuen, haben einen eigenen Pausenraum, von der aus sie mit einer Schubkarre bewaffnet ihre Route starten. „Die Einsatzorte liegen meist zu nah zusammen, da lohnt es sich nicht, mit dem Auto hinzufahren.“

Salzkauf: Im Sommer, meist zwischen Juni und Juli, kaufen die Bauhofmitarbeiter das Streusalz. „Da denken die meisten Leute noch gar nicht an den Salzeinkauf“, sagt Dörsch. 1200 Tonnen hat das Unternehmen Schott in diesem Jahr für den Bauhof beschafft. 300 Tonnen lagern davon ständig im Bauhof in zwei Silos und auf einem großen Salzhaufen. Der Rest liegt bei der Firma und wartet auf den Einsatz. Das Salz, das übrigens laut Dörsch sogar Nahrungsmittelqualität hat, stammt aus Bernburg aus Sachsen-Anhalt. Es darf keinen zu hohen Steingehalt haben und darf auch bei längerer Lagerung im Freien nicht klumpen. „Wir geben die Qualität des Salzes vor, und ein Unternehmen aus der Region beschafft es für uns“, sagt der stellvertretende Bauhofsleiter.

Sollte von den 1200 Tonnen Salz, die derzeit in Kulmbach eingelagert sind, im Frühjahr noch etwas übrig bleiben, heben die Bauhofmitarbeiter das für das nächste Jahr auf. „Das Salz wird ja nicht schlecht“, sagt Dörsch. Es bilde sich lediglich eine dünne Kruste auf dem Salzberg.

Einsatzbereit: In diesem Winter hatten die Mitarbeiter des Bauhofes bereits mehrere kleine Einsätze. „Da hat sich gezeigt, dass alles wie geplant funktioniert“, sagt Dörsch. Und sollte es – wie vom Wetterdienst vorhergesagt – in den nächsten Tagen schneien, ist der Bauhof gut gerüstet. „Wir können sofort loslegen“, sagt Dörsch.

Parkende Autos: Das größte Hindernis für die Streufahrzeuge sind meist nicht Autos, die sie überholen, sondern solche, die am Straßenrand parken. „Wir haben aber auch einige Anwohner, die den Schnee einfach wieder zurück auf die Straße schieben“, sagt Dörsch.

Der Landkreis: Auch der Landkreis Kulmbach ist gut für den Wintereinbruch gerüstet, wie Kreisbaumeister Andreas Schülein sagt. Wie auch in den vergangenen Jahren hat der Kreisbauhof 1500 Tonnen Steusalz eingekauft. Mit diesem versorgen sie ein 250 Kilometer langes Streckennetz, davon sind etwa 196 Kilometer Kreisstraßen. Auf rund 50 Kilometern übernimmt die Straßenmeisterei Streudienste für Landkreisgemeinden. Auch wenn der Winter bisher milder und schneeärmer im Vergleich zu den Vorjahren war – gestreut wurde trotzdem bei Temperaturen um dem Gefrierpunkt. „Wir gehen davon aus, dass das vorhandene Salz ausreichen wird“, sagt Schülein. In der Wintersaison 2017/18 wurden etwa 1400 Tonnen Streusalz verbraucht. Jedes der sieben Fahrzeuge bringt pro Tour etwa 1,5 bis 2 Tonnen Salz auf die Straße. Elf Mitarbeiter sind dabei ständig im Einsatz. Allein 75 Mal rückten sie in diesem Winter schon aus – 50 Einsätze waren im Kulmbacher Oberland.


Info: Unter dem Begriff Winterdienst versteht man die Pflicht, Schnee zu räumen und bei Schnee- und Eisglätte zu streuen. Öffentliche Gehwege vor Häusern müssen von den Anwohnern geräumt und gestreut werden. Gehwege, die an städtische Grünflächen und Gebäude grenzen, werden von den Mitarbeitern des Bauhofes geräumt und gestreut. Auf Gehwehen streut der Bauhof mit Splitt statt Salz. Das hat zwei Gründe, wie Michael Dörsch, der stellvertretende Bauhofleiter erklärt: Zum einen schont es die Umwelt, zum anderen ist es aber auch besser für gassigehende Hunde.

 

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