Wieso Fahren ohne Fahrerlaubnis für einen Mann aus dem Landkreis zum Fass ohne Boden wird Knast für eine Fahrt ohne Führerschein

Foto: Jens Wolf dpa-Archiv

60 Jahre und kein bisschen weise. Ein Mann aus dem Landkreis hat seit einer gefühlten Ewigkeit keinen Führerschein mehr. Aber noch einen alten Golf herumstehen. Warum er nicht widerstehen konnte und nun ein halbes Jahr in den Knast muss.

Man merkt es Amtsrichterin Christiane Breunig an: Dieser Prozess tut ihr weh. Sie hat Mitgefühl für Adi S. "Warum nur? Warum?", fragt sie den Angeklagten. Der antwortet: "Ich weiß, Frau Richterin, es ging nicht anders."

Er ist langjähriger "Kunde" der Richterin

Adi S. ist ein langjähriger "Kunde" der Amtsrichterin. Sein Strafregister ist lang. Diebstahl, Urkundenfälschung, Beleidigung, Betrug, Straßenverkehrsgefährdung steht da. Alles lang her. Es ist auch lange her, dass ihm der Führerschein entzogen wurde. Und das ist das Problem des Mannes: Eine Straftat, die Adi S. nicht lassen kann, ist das Fahren ohne Fahrerlaubnis. Zuletzt musste Adi S. für zehn Monate hinter Gitter deshalb. Zwölf Schwarzfahrten urteilte die Amtsrichterin damals ab. Im April 2016 war die Strafe abgesessen.

Dann holte er seinen alten Golf raus

Knapp ein Jahr danach holte der 60-Jährige seinen alten Golf heraus, drehte den Zündschlüssel und wurde bei Kirchenpingarten prompt von der Polizei gestoppt. Die kennen ihre Pappenheimer.

Er wollte nur seiner Frau helfen

"Frau Richterin, meine Frau ist krank. Sie ist ein Pflegefall. Auf den Bus draußen bei uns am Land muss man ewig warten. Meine Frau hat dringend Insulin gebraucht. Ich wollte bloß zur nächsten Apotheke."

Die Staatsanwältin will ihn von der Straße haben

Staatsanwältin Ramona Eichelsdörfer hält dem Angeklagten sein Geständnis zugute. Doch acht Vorstrafen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr wiegen für die Anklägerin schwer: acht Monate Haft beantragt sie und eine Führerscheinsperre von weiteren fünf Jahren.

Die Richterin sagt kopfschüttelnd: "Ich weiß nicht was ich dazu noch sagen soll, sie lernens nicht. Auch ein Pflegefall zuhause ist keine Rechtfertigung für eine Straftat." Zu den sechs Monaten Gefängnis verhängt sie eine zweijährige Führerscheinsperre und meint: "Die Straßenverkehrsbehörde wird ihnen da ohnehin mehr Schwierigkeiten machen."

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