Wieder in Erfolgsspur Haspo bezwingt starken Aufsteiger

Die Treffsicherheit von Paul Saborowski (rechts) war ein wichtiger Faktor für den Bayreuther Angriff. Hier suchte der Linkshänder ganz genau die Lücke, die ihm Torwart Maximilian Lotter anbot. Foto: Peter Kolb

HANDBALL. Es war der erwartet starke Gast mit dem erwartet großen Selbstvertrauen: Männer-Bayernligist Haspo Bayreuth (4.) musste sich in der Herren-Bayernliga eine Woche nach der bitteren 21:29-Heimpleite gegen den VfL Günzburg (5.) auch gegen den überraschend gut gestarteten Aufsteiger SG Regensburg (7.) ordentlich strecken, ehe der extrem wichtige 30:26 (15:15)-Heimsieg feststand.

Damit gehört die Mannschaft der beiden Trainer Michael Werner und Marc Brückner zusammen mit Waldbüttelbrunn (zwei Minuspunkte) und Friedberg (sechs) weiterhin zum engeren Verfolgerkreis des fehlerfreien Spitzenreiters HSC Bad Neustadt.

„Es war die intensive Partie, auf die wir unsere Mannschaft eine Woche lang im Training vorbereitet hatten“, meinte Michael Werner nach Spielschluss. „Natürlich haben wir heute einige leichte, technische Fehler zu viel gemacht, aber darüber schaue ich angesichts dieses wichtigen Heimsiegs gerne hinweg.“ Die Erleichterung war auch den erneut zahlreichen Zuschauern im Schulzentrum Ost nach Spielende anzumerken, denn die Adler aus Regensburg traten über die vollen 60 Minuten beileibe nicht wie ein üblicher Aufsteiger auf. Nach dem Bayreuther 2:0-Blitzstart (3.) war die SG ab dem 4:4 (9.) nämlich nicht nur spielerisch ebenbürtig, sondern hielt auch kämpferisch jederzeit mit den sichtbar auf Wiedergutmachung getrimmten Gastgebern mit. So entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein offener Schlagabtausch, währenddessen es gleich zwölf Mal Unentschieden stand und gerade die zuletzt so gelobte offensive Bayreuther 3:2:1-Abwehr nicht mehr gut aussah.

„In den ersten 30 Minuten hatte wir mit den sehr beweglichen Regensburgern schon einige Probleme“, gab dementsprechend auch Marc Brückner zu. „Umso wichtiger war es für uns, dass wir heute im Angriff einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, mutiger und dadurch fast schon zwangsläufig erfolgreicher gespielt haben.“ Daher legte Haspo meist einen Treffer vor und Regensburg glich oftmals umgehend wieder aus. Allen voran die Wirkungskreise von Rechtsaußen Florian Uhl (7 Tore) und den schon in der 18. Minute mit zwei Zeitstrafen belasteten Rückraumlinks Marcel Elegti (5/1), vermochte die einheimische Deckung kaum einzuengen.

Nach Wiederbeginn steigerte sich Haspo dann vor allem in der Abwehr. Mehr Bewegung, Aggressivität und gegenseitige Unterstützung nach verlorenen Zweikämpfen machten denn nun offenbar müder werdenden Oberpfälzern das Leben immer schwerer. Bis zum 19:19 (40.) blieb das Spiel aber dennoch ausgeglichen, ehe Haspo zwei Zeitstrafen gegen den Gast eiskalt ausnutzte. Regensburg opferte im Angriff in dieser Phase den Torwart zu Gunsten eines weiteren Feldspielers, leistete sich dann aber zu leichte Ballverluste und Torwart Nick Tornow sowie Tom Elschner trafen über das gesamte Feld hinweg ins leere Tor. Das daraus resultierende 24:20 (48.) sollte letztendlich schon vorentscheidend sein, denn diese Vier-Tore-Führung sollte Haspo bis zum Abpfiff nicht mehr abgeben. Selbst die zweifelhafte Rote Karte gegen den Bayreuther Toptorschützen Paul Saborowski (54.) brachte die Gastgeber nun nicht mehr aus dem Konzept, da Haspo auch von der Bank nachlegen konnte. So übernahm Florian Funke im linken Rückraum viel Verantwortung, und Rechtsaußen Lukas Schalk blieb nervenstark an der Siebenmeterlinie, wo die Bayreuther Trefferquote insgesamt recht dürftig blieb (fünf von neun). ⋌berg

Haspo Bayreuth: Tornow (1 Tor/5 Paraden), Hennig (2 Paraden) – Schalk (3 Tore/davon 3 Siebenmeter), Nicola (2), Baldauf, Herrmannsdörfer (3), Funke (3), Saborowski (8/2), Elschner (3), Meyer-Siebert (4), Goeritz (3), Klenk.

Notbesetzung der Damen im Pokal ohne Chance

Wie befürchtet, haben es die Damen von Haspo Bayreuth in ihrer überaus komplizierten Personalsituation nicht geschafft, das Final-Four-Turnier im bayerischen Pokalwettbewerb zu erreichen. Die Notbesetzung mit nur sieben Feldspielerinnen konnte in Altötting trotz der unterklassigen Rivalen gegen wenig ausrichten. Nach der Anreise über gut und gerne 300 Kilometer ging zunächst die Partie gegen den gastgebenden Bezirksoberligisten mit 29:36 verloren, ehe unmittelbar danach gegen den Landesliga-Vertreter HSG Volkach eine 28:33-Niederlage folgte. Im entscheidenden Spiel um den Einzug in die Endrunde behielt dann Altötting gegen Volkach mit 24:22 knapp die Oberhand.

Nur mithilfe der zweiten Mannschaft (Bezirksoberliga) hatte Haspo überhaupt ein neunköpfiges Aufgebot stellen können (darunter zwei Torhüterinnen). Gegen Gastgeber Altötting reichte es noch für einen ausgeglichenen Verlauf bis zum 7:7 (13.), aber dann mussten die Bayreutherinnen über 12:18 (28.) bis zum 16:23 (35.) abreißen lassen. Lediglich beim 24:28 (48.) keimte dann noch einmal Hoffnung auf, die Auftaktniederlage noch abwenden zu können.

„Im ersten Spiel hat sich die Mannschaft unter Wert verkauft und vor allem in der Abwehr nicht gut gespielt“, sagte Haspo-Trainer Matthias Starz. „Gegen Volkach hat sie dann aber eine überragende Reaktion gezeigt und das Spiel sogar 45 Minuten lang bestimmt. Am Ende verlieren wir, weil den sieben Feldspielerinnen nach über 100 Minuten Spielzeit einfach die Puste ausgeht.“

Wegen der großen Belastung musste Haspo sogar Torhüterin Antonia Goetjes für wenige Minuten als Feldspielerin einsetzen. So ging dann trotz einer zwischenzeitlichen 24:21-Führung (45.) auch das zweite Spiel des Tages verloren. Letztlich freute sich Starz wenigstens über das erreichte Minimalziel: Keine weitere Akteurin hat sich in die ohnehin schon lange Verletztenliste eingereiht.

Haspo Bayreuth: Goetjes, Maydt –

 

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