Werke von Bernd Wagenhäuser Knochenarbeit und Inspiration

Bei der Ausstellungseröffnung mit Bernd Wagenhäuser. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Branddrucke auf Büttenpapier und eine fast sechs Meter hohe Edelstahlskulptur von Bernd Wagenhäuser sind in der Ausstellung „Eisen und Erdpech auf Bütten“ in den Räumen der Regierung von Oberfranken zu sehen.

Die markanteste Arbeit steht in einem der Treppenhäuser. In den Räumen der Regierung von Oberfranken ist derzeit die Ausstellung „Eisen und Erdpech auf Bütten“ von Bernd Wagenhäuser zu sehen. 5,80 Meter hoch ist die Skulptur aus Edelstahl, die sich im Treppenauge emporwindet und so zum umgehbaren Kunstwerk wird.

Man mag vieles in diesen gebogene Armen aus Stahl erkennen: die Tentakeln einer Riesenqualle, einen überdimensionierten, nach oben gerichteten Quirl oder sich sanft wiegendes Schilfrohr. Nun muss man nicht gleich von der Feder im Wind sprechen. Aber: Bernd Wagenhäuser gelingt es, das schwere Material so aussehen zu lassen, als spiele das Gewicht des Stahls überhaupt keine Rolle. Hauptprofiteure dieser die Fantasie des Betrachters anregenden Skulptur werden die Mitarbeiter der Regierung sein, die mehrmals täglich treppauf, treppab das inspirierende Werk umrunden werden. Denn es entsteht „eine Dynamik, die mitgeht“, wie es Bernd Wagenhäuser formuliert. Und von jeder Treppenstufe öffnet sich eine neue Perspektive.

Der in Bamberg lebende und aus dem Hessischen stammende Künstler hat diese Edelstahl-Skulptur eigens für das Treppenhaus der Regierung (nicht für die Stiege im Jugendstil-Trakt des Gebäudes) angefertigt.

Es erscheint ein Brandbild

Den weitaus größeren Teil der Ausstellung, die bis 30. April rund um den Bibliothekssaal zu sehen ist, machen freilich Wagenhäusers Drucke auf Büttenpapier aus. Sie zeigen das Ergebnis der Konfrontation von glühendem Eisen mit dünnem Papier. In der Serie „walkabout“ hat Wagenhäuser Formenpaare aus einer Säule herausgeschnitten, diese erhitzt und auf Büttenkarton gedruckt. Auf dem Druckstock erscheint ein Brandbild, also ein aufgebrannter Abdruck auf Papier.

In der Serie „Eisen und Erdpech auf Bütten“ wendet Wagenhäuser ein anderes Verfahren an. Auf starken Baumwoll-Bütten hat der Künstler Eisen in Form von Pulver aufgepresst. Die Oxidation des Eisens bestimmt die Farbgebung – von hellbraun bis fast schwarz. Auf diese Art lässt Wagenhäuser das Material für sich arbeiten. Oder wie er selbst sagt: „Ich arbeite materialgerecht.“

In vielen Städten in ganz Oberfranken sind Großplastiken des mehrfach preisgekrönten Bernd Wagenhäuser, die im Zusammenspiel von Knochenarbeit und Inspiration entstanden sind, zu sehen.

 

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