Weniger Konsum von bayerischem Bier

Den Bayerischen Brauerbund stimmt der Export bayerischer Biere zuversichtlich. Archivfoto: Peter Kneffel/dpa

Bayerisches Bier wird weniger getrunken, dafür steigt die Nachfrage im Ausland. Und die nach alkoholfreiem Bier, so die Jahresbilanz 2016 des Bayerischen Brauerbundes. Im vergangenen Jahr legte der Export um fast sechs Prozent zu. Wichtigstes Abnehmerland blieb Italien, gefolgt von China: Mehr als 600.000 Hektoliter Bier aus Bayern konnten im vergangenen Jahr im Reich der Mitte verkauft werden.

Bayerns Brauer bekommen die zunehmende Konkurrenz aus dem In- und Ausland zu spüren. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr des Bayerischen Reinheitsgebotes ging der Absatz der rund 630 Brauereien im Freistaat erstmals seit sechs Jahren wieder leicht zurück, wie der Bayerische Brauerbund am Dienstag in München mitteilte. Inklusive alkoholfreier Biere verringerte sich der Absatz 2016 um 0,7 Prozent auf 25,5 Millionen Hektoliter.

Mittlerweile setzten auch viele Brauereien außerhalb Bayerns auf Spezialitäten wie Weißbiere, Helles oder dunkle Biere, die jahrelang Domäne und teils auch Wachstumstreiber der bayerischen Brauer gewesen seien, sagte Verbandspräsident Georg Schneider.

Regelung für "besondere Biere" Dorn im Auge

Das Jubiläumsjahr des Reinheitsgebotes habe auch Themen aufgebracht, mit denen sich die Branche nun intern beschäftigen will. Als Beispiel nannte Schneider das „Vorläufige Biergesetz“, in dem die Zulassung für „besondere Biere“ nur unzureichend geregelt sei. So werden rund um Bayern neben Bier nach Reinheitsgebot auch solche Biere gebraut, denen „alle möglichen natürlichen Zutaten“ beigegeben werden (was auch dazu führt, dass bayerische Brauer ihr Bier mit zusätzlichen natürlichen Zutaten nicht als Bier verkaufen dürfen oder sogar für die Produktion in ein anderes Bundesland (Hanscraft in Aschaffenburg) oder nach Österreich (Camba Bavaria in Truchtlaching) gehen).

Das würde zu einem bunten Flickenteppich führen: „Es gibt Regionen, da kann man Schokolade und Froschhaxn und sonst noch was reinschmeißen ins Bier“, sagte Schneider laut der Nachrichtenagentur dpa in München. Craftbrauer wie Oli Wesseloh in Hamburg wollen daher lieber ein "Natürlichkeitsgebot" für Biere. Er forderte vom Gesetzgeber eine bundesweit einheitliche Regelung, da er in der jetzigen Praxis vor allem Wettbewerbsverzerrung sehe.

Plus bei alkoholfreiem Bier

Noch nicht eingerechnet sei beim Konsum für 2016 das Absatzplus bei alkoholfreiem Bier (+ 4,5 Prozent oder 84.200 Hektoliter), so der Brauerbund. Das ist steuerfrei und wird von der amtlichen Statistik nicht erfasst. Unter Berücksichtigung des alkoholfreien Bieres verbleibe ein Minus von nur noch 0,7 Prozent gegenüber 2015.

dpa/kfe

 

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