Wegen 200 Euro Mord an Rollstuhlfahrerin

Foto: Patrick Seeger/dpa

Das Landgericht Ansbach hat den gewaltsamen Tod einer 84 Jahre alten Rollstuhlfahrerin mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe geahndet. Die Schwurgerichtskammer sprach den 27-jährigen Täter am Donnerstag des Mordes schuldig.

Der Mann habe seine im Rollstuhl sitzende Großtante im Oktober 2016 in deren Haus in Feuchtwangen (Landkreis Ansbach) geschlagen, getreten, gewürgt und schließlich die Treppe in den Keller hinuntergeschubst, schilderte der Vorsitzende Richter, Claus Körner, die Tat.

Motiv war nach Überzeugung des Gerichts Habgier: Der 27-Jährige stahl 200 Euro aus dem Schlafzimmer der alten Frau. „Er war sich sicher, er musste sie töten, um an ihr Geld zu kommen“, sagte Körner.

Der zwei Jahre jüngere Bruder des 27-Jährigen war zwar ebenfalls wegen Mordes angeklagt, wurde aber nur wegen unterlassener Hilfeleistung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt. Die Strafe wurde mit der Zeit verrechnet, die der Mann bereits in Untersuchungshaft saß - der 25-Jährige kam nach dem Urteil frei.

Zum Prozessauftakt hatte der jüngere Bruder den Älteren schwer beschuldigt. Er habe ihn von der Tat abhalten wollen und „Hör auf, hör auf!“ geschrien, sagte der 25-Jährige unter Tränen. Er habe aber nicht eingegriffen, weil er vor seinem Bruder Angst gehabt habe.

dpa

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